Freitag, 02. Mai 2014, 19:06 Uhr

Das ist Mine: Frische Elektro-Popmusik aus deutschen Landen

Sängerin Mine ist anders und das ist auch gut so. Die 28-jährige Wahl-Mainzerin konnte mit ihrer gefühlvollen Stimme und ihren poetischen Texten bereits Samy Deluxe verzaubern.

Mit ihr nahm er den Song ‘Offenes Herz’ auf. Jetzt will Mine das restliche Deutschland flashen. Mit ihrer Single ‘Der Mond lacht’ könnte ihr das möglicherweise gelingen. Das dazugehörige Video ist seit heute draußen. Im Herbst soll das Album folgen.

klatsch-tratsch.de präsentiert gemeinsam mit Noisey die Videopremiere. Unser Redakteur Dennis hat sich mit der vielversprechenden Newcomerin zum Talk getroffen.

Wie bist Du zur Musik gekommen?
Ich habe eigentlich schon mein ganzes Leben lang Musik gemacht. Das hat sich einfach so entwickelt. Als Teenager habe ich so ein bisschen Schlagzeug in einer Band gespielt, habe gesungen und Klavier gespielt. Der Wunsch Musikerin zu werden kam aber erst mit 20. Das liegt vermutlich daran, dass ich vom Dorf komme und da ist es nicht so normal Musiker zu sein. Da ergreift man eher normale Berufe. Ich kannte aber auch keine wirklichen Musiker. Vermutlich kam der Wunsch erst deshalb erst so spät.

Seit heute ist Deine Single „Der Mond lacht“ draußen. Worum geht es in dem Song?
Die Idee entstand, als ich nachts auf der Straße herumgelaufen bin. Damals war Vollmond und ich habe mal wieder über mich und die Dinge, die passieren nachgedacht. Als ich zum Himmel geguckt habe, dachte ich mir nur: „Krass, wie klein man sich vorkommt, wenn man ins All guckt und den großen Mond sieht und wie egal und klein auf einmal alle Probleme sind“. Es geht darum den Moment zu verstehen und zu sehen, dass es nichts bringt, sich in Sachen hineinzusteigern. Das man Dinge manchmal einfach nicht so schwer nehmen soll. Es ist schon eher ein positiver Song.

Das Video dazu ist seit heute online. Was war die Idee dahinter?
Im Video sind mehrere Charaktere, die ziemlich krass sind. Beispielsweise der dicke faule Mann, der vor den Fernseher sitzt, der Transvestit, der so eitel ist oder die Oma, die nicht alt sein will – die haben alle eine Sache gemeinsam: Sie stehen alle für Charaktereigenschaften, die – wenn ich vorbeilaufe – sehr skurril bis beängstigend wirken. Dann gibt es diesen Spiegelmoment, der mich diese Figuren sehen und merken lässt, dass die auch Wegbegleiter von mir sind und mich auch ausmachen. Das Ende ist versöhnlich und soll zeigen, dass diese überzeichneten Charaktereigenschaften mich als Person ausmachen und einfach dazugehören. Der Videodreh war nachts und hat echt sehr großen Spaß gemacht. Genau wie das Casting der Leute, das ich übrigens selbst übernommen habe.

Du schreibst sehr lyrische Texte, wirkst mit deiner großen Brille Hipster-like, aber gleichzeitig auch sehr intellektuell. Wie verkopft bist Du?
Ich bin auf jeden Fall ein Mensch, der sehr viel nachdenkt. Ich bin sehr selbstreflektiert und setze mich sehr im Kopf mit Dingen auseinander. Ich bin aber trotzdem auch ein sehr großer Gefühlsmensch. Ich setze mich nicht mit dem Trend des Hipsters auseinander, aber ich glaube man ist automatisch immer so ein bisschen das, was passiert. Ich habe eine Brille und Tattoos und ich kann mir schon vorstellen, dass da bestimmt einige an Hipster denken. Das ist mir aber auch Schnuppe und ich muss mich da auch nicht herausreden. Ich bin bestimmt vom Style auch ab und zu ein bisschen hypsterresk, aber ich versuche nicht dem zu entsprechen, sondern es passiert einfach so. (lacht).

Du hast mit Samy Deluxe das Lied „Offenes Herz“ aufgenommen. Wie war es mit ihm zu arbeiten?
Er ist ein sehr angenehmer Typ. Er ist ein richtiges Arbeitstier – Das mag ich sehr an ihm. Er steht zwar immer ziemlich spät auf – so 15 Uhr – aber er geht halt auch immer so um 8 Uhr morgens ins Bett. In der Zeit arbeitet er komplett im Studio. Das finde ich total krass: Er hat einen unglaublichen Output und er ist einfach ein ganz lieber Bär (lacht). Den Song haben wir innerhalb von einer Nacht fertig gemacht.

Was ist der peinlichste Song auf Deinem Handy?
Spontan fällt mir kein Song auf dem Handy ein, aber meine gute Freundin Vroni und ich sitzen gerne in ihrer Küche hören Schlager (lacht). Das tun wir auch mit voller Leidenschaft. Dann setzen wir uns mit einer Weinschorle hin und hören Schlager (lacht). Mitsingen können wir meistens nicht, weil wir die Musik nicht kennen, aber wenn dann ab und zu doch der härteste Hit um die Ecke kommt, dann singen wir auch mit. Das muss man schon so ein bisschen ironisch sehen, aber wie drehen dann schon laut auf und singen mit.

Fotos: Simon Hegenberg