Samstag, 10. Mai 2014, 13:23 Uhr

Conchita Wurst im Finale: Reichen die Begeisterungsstürme für den Sieg?

Heute um 14 Uhr gibt es in Kopenhagen die Generalprobe der abendlichen Finalshow zum Eurovision Song Contest statt.

Die Frage aller Fragen: Holt die 25-jährige österreichische Kunstfigur Conchita Wurst im Galakleid und mit Vollbart und ihrem James-Bond-inspirierten Song ‘Rise Like A Phoenix’ nach Udo Jürgens (gewann 1966 mit ‘Merci Cherie’) erstmals wieder den Sieg für ihre Heimat? Vieles spricht dafür. Jede Menge aus osteuropäischer Sicht dagegen.

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26 Nationen treten ab 21 Uhr im Finale gegeneinander an. Bei den Buchmachern kletterte Conchita Wurst, die eigentlich Tom Neuwirth heißt und noch 2012 beim österreichischen ESC-Vorentscheid scheiterte, während ihrer Performance beim Semifinale weiter nach oben und hat  Aram MP3 überholt. Lange wurde der als ESC-Favorit gehandelt – bis er mit schwulenfeindlichen Sprüchen über die Dragqueen zitiert wurde und sich später nur halbherzig entschuldigte: Man habe ihn einfach nur falsch übersetzt. Klar.

Die schräge Frau-Spielerin mit der extrem starken Stimme und dem divenstarken Auftreten wird heute kurz vor 22 Uhr mit Startnummer 11 auftreten. “Mit dem Einzug ins Finale ist für mich ein riesiger Traum wahr geworden (…) Der Sieg ist erst greifbar, wenn ich die Trophäe in der Hand habe”, sagte sie gegenüber ‘Österreich’.

Inzwischen hagelt es vornehmlich Lob für ihre Performance und die Journaille überschlägt sich mit nachfliegenden Headlines wie diesen: “Heute geht’s um die Wurst” oder “The Wiener takes it all”. Selbst die britische und amerikanische Presse (!) kriegt sich nicht mehr ein vor lauter Begeisterungsstürmen.

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Kommentar von Stefan Raab: “Heute muss es für Conchita Wurst die Höchstnote geben. Sie war bei mir schon in der Show. 12 Punkte für Österreich.” Und auch The BossHoss wünschen ihr alles Gute: “Conchita hat gute Chancen. Sie hat auf jeden Fall ein großes Alleinstellungsmerkmal und wird auffallen. Sie wird weit kommen.”

Und Richard Lugner ätzt: “Nur weil sie mit Bart auftritt und ein Schwanzerl hat, muss sie nicht gewinnen – ich bin kein Fan von ihr, ihm.” Aus Osteuropa hagelte es ebenso massive Beleidigungen im Internet. Das allerdings löste eine trotzige Solidaritätswelle für Miss Wurst aus. Bleibt zum Schluß die Frage: Wieviel Toleranz bringt sie zum Sieg?

Immerhin gelang 1998 der transsexuelle israelischen Sängerin Dana International auch der Sieg.

Übrigens: Mit dem Polka-Song ‘Is It Right’ haben die deutschen Newcomer Elaiza zwar viele Herzen gewonnen, ein erster Platz dürfte aber schwierig werden. Auf den Wettlisten schlittert das Trio immer weiter Richtung Tabellenende. Ihre Quote beim britischen Wettanbieter Ladbrokes steht bei 150:1, aber das muss nichts heißen. (KT/dpa)

Fotos: Thomas Hanses (EBU)