Mittwoch, 14. Mai 2014, 23:12 Uhr

Godzilla: Darauf darf sich der Zuschauer gefasst machen

Gareth Edwards inszenierte die xte Version von ‘Godzilla’, die ab morgen in den deutschen Kinos startet.

Mit den Hauptdarstellern Aaron Taylor-Johnson, Oscar-Kandidat Ken Watanabe (‘Der letzte Samurai’, ‘Inception’), Elizabeth Olsen, Oscar-Preisträgerin Juliette Binoche und Sally Hawkins (‘Blue Jasmine’) sowie Oscar-Kandidat David Strathairn (‘Good Night, and Good Luck’, ‘Das Bourne Vermächtnis’) sowie Emmy- und ‘Golden Globe’-Preisträger Bryan Cranston (‘Argo’, TV-Serie ‘Breaking Bad’)

Um es gleich vorweg zu sagen: die dicke Echse ist sehr gut gelungen. Wie Godzilla so aufrecht auftaucht im Staub der zerstörten Wolkenkratzer, so unheimlich selbstbewusst und souverän als Beschützer der Menschen… Ja, richtig gelesen: Godzilla beschützt. Die Menschen und die elende Geschichte mit der Atomkraft: sie lernen einfach nicht dazu und halten diese Form der Energielieferung – die doch gleichzeitig ein so verheerendes Kampfmittel ist – doch tatsächlich für sauber und beherrschbar.

Godzilla ist so unendlich alt und trägt die Weisheit der Welt in sich – seine kleinen gelben Echsenaugen blicken selbst noch im Fallen so wissend auf den soldatischen Helden und somit – Dank 3D – direkt ins Herz jedes einzelnen Zuschauers. Godzilla ist trotz Aufgebot von großartigen Schauspielern (irre gut: ‘Breaking Bad’-Star Bryan Cranston) der Star des Filmes, ganz klar.

‘Godzilla’ 2014 ist jedoch wie alle Godzilla-Filme völlig humorlos, zu dicht liegt die Erfindung des Monsters an den größten Katastrophen der Geschichte. Und so gibt es wieder keinen einzigen coolen Spruch, nichts wird dem Zuschauer erleichtert beim Mitansehen, wie Menschen sterben und um ihr Leben rennen.

Die Qualität der Godzilla-Action ist eine andere als z.B. bei ‘Iron Man’: Godzilla ist so nah an den schlimmsten Alpträumen von Millionen von Menschen, dass es in ‘Godzilla’ 2014 auch hier wieder reicht, dass ein Wissenschaftler (Ken Watanabe) einen US-General die stehengebliebene Taschenuhr seiner Großvaters in die Hand gibt. Die Uhr ist stehengeblieben als die Bombe in Hiroshima einschlug. „Hiroshima“ flüstert er, aber es dröhnt und hallt die ganze Filmlänge lang nach.

Letztendlich wird es die gute Echse Godzilla es ja schon richten, ist ja schließlich keine Dokumentation über Fukushima oder den Atomenergieausstieg Deutschlands und all die schrecklichen Dinge, die Atomkraft anrichtet. Aber genau das waren die Bilder, die mit in den Kinosaal kommen, der Zuschauer darf sich auf was gefasst machen. (KW)