Samstag, 17. Mai 2014, 18:54 Uhr

Andreas Bourani: "Eine Nr.1 zu haben, ist schon ein tolles Gefühl"

Andreas Bourani ist mit seinem zweite Album ‚Hey‘ am Start und sicherte sich mit der ersten Singleauskopplung ‚Auf Uns‘ gleich die Pole Position der deutschen Single Charts.Der Song dürfte sich nicht nur zur Siegerhymne bei diversen Sportarten entwickeln, sondern wohl auch zu DEM deutschen Hit zur Fußball-WM…

klatsch-tratsch.de traf den allürenfreuen und sympathischen Sänger, der am letzten Samstag außerdem auch in der deutschen Jury des Eurovision Song Contests saß und sich mit seinen Kollegen heftiger Kritik stellen mußte.

Dein neues Album heißt ‚Hey‘, ein sehr kurz und knackiger Ausruf, was steckt dahinter?
‚Hey‘ ist zum einen ein Song auf meinem Album und zum anderen ein Zuruf um Aufmerksamkeit zu bekommen. Wir sind alle auf sozialen Netzwerken unterwegs, sei es Twitter, Facebook oder Instagram, und ich fand das Wort ‚Hey‘ sehr zeitgemäß, da jede zweite Nachricht, die ich auf diesen sozialen Netzwerken bekommen eben mit ‚Hey‘ beginnt. Deswegen fand ich das absolut angemessen, die Platte so zu nennen.

‚Hey‘ ist Dein zweites Album, viele Künstler versuchen sich immer wieder weiter zu entwickeln. In welcher Hinsicht hast du dich verändert?
Es ist in erster Linie natürlich Popmusik geblieben. Ich möchte schließlich Musik machen, von der ich selbst Fan bin. Ich bin an sich mit deutschsprachiger Musik aufgewachsen, habe aber auch große Rockbands gehört, wie z.B. U2 und das sind auch die Einflusse die man auf meinem Album hört. Ich habe mich, was die Texte angeht, mehr geöffnet. Es ist nun nicht mehr so metaphorisch getextet wie ‚Staub & Fantasie‘ , sondern viel konkreter.

Deine Single ‚Auf Uns‘ ist seit fast über einem Jahr der erste deutschsprachige Song, der die deutschen Single-Charts anführt.
So eine Eins zu haben, ist natürlich schon ein tolles Gefühl. Andererseits finde ich das auch sehr abstrakt. Was mir aber viel mehr bedeutet ist, wenn ich die Leute auf den Konzerten sehe und ich deren Reaktionen direkt aufsagen kann. Und Druck bezüglich meiner zweiten Single habe ich gar nicht. Ganz im Gegenteil, Druck wäre entstanden, wäre ‚Auf Uns‘ nur auf Platz 70 gechartet. Deswegen bin ich momentan eigentlich recht entspannt.

In der Vergangenheit hast du bereits mit Unheilig zusammen gearbeitet, sind weitere Features geplant oder gibt es einen Künstler der dich ebenfalls sehr reizen würde?
Features an sich finde ich immer gut wenn man sich kennt und den anderen Künstler selbst gut findet. Ich finde auch gut, wenn dabei Kontraste entstehen, wie z.B. mit einem Rapper, da gibt es ja gerade viele, die supercoole Sachen machen. Was ein Feature angeht, würde ich mir wahrscheinlich keinen anderen Popmusiker aussuchen, denn so eine Zusammenarbeit ist ja auch immer bisschen wie Urlaub. Mir fällt da beispielsweise Flo Mega ein, der ein cooler Typ ist.

Du hattest letztens bei ‚GZSZ‘ eine kleine Rolle, hast aber jedoch dich selbst gespielt. Ist die Schauspielerei im Allgemeinen trotzdem etwas für dich?
Ich habe mich neulich tatsächlich mit Sido über seinen neuen Kinofilm unterhalten, den er plant, und da habe ich ihm gesagt, dass ich auch Bock auf eine kleinere Nebenrolle hätte. Denn vorm Schauspielern habe ich schon Respekt, das ist ja ein Handwerk und ich will mich nicht hinstellen und denken, ich kann jetzt plötzlich spielen, das könnte gefährlich werden. Ich würde vorher auch gerne ein wenig Unterricht nehmen. Und am liebsten würde ich natürlich einen Bösewicht spielen, schließlich bietet das auch eine Herausforderung.

Am Anfang deiner Karriere warst du noch mit auffälligem Lockenkopf unterwegs, nun sind deine Haare kurz. Ist das nun ein praktischer oder modischer Grund oder steckt hinter der Typveränderung doch viel mehr?
Ich würde nun gerne erzählen, das ich eine schmerzhafte Trennung hinter mir habe oder ein Kind vor einem Löwen im Dschungel aus einem brennenden Auto gerettet habe, aber ich habe schon als Teenager meine Haare so kurz getragen und wollte das jetzt wieder so haben.

Du hast am letzten Wochenende in der ‚ESC‘ Jury gesessen, die nun mit einem Shitstorm der Conchita-Wurst-Fans konfrontiert waren.
Also Shitstorm würde ich das nicht nennen. Es gab lediglich einige Kommentare, die ich natürlich auch bemerkt habe, die mein oder unser Urteil einfach nicht verstanden haben. Es ist und bleibt ja auch nur eine Meinung und mit sowas etwas muss man rechnen. Meine Aufgabe war es, die Songs nach meinem Gusto zu beurteilen und das habe ich auch gemacht.

Fotos: WENN.com, RTL