Samstag, 17. Mai 2014, 16:22 Uhr

Udo Lindenberg wird heute 68 und probt für seine erste Stadiontour

Auch wenn Udo Lindenberg schon unzählige Male auf großen Bühnen stand, sind seine jetzt bevorstehenden Konzerte sicher etwas ganz Besonderes – für seine Fans wie für ihn selbst: Am 7. Juni beginnt er die erste Stadion-Tour seines Lebens.

“Das wird die Krönung des Lindenwerks mit voller Panik-Power!”, ist sich laut Nachrichtenagentur dpa der Musiker sicher. Auch heute, an seinem 68. Geburtstag, wird dafür geprobt. “Wir haben uns eine Mega-Show ausgedacht, die allein schon von den technischen Ansprüchen, von den gigantischen Special-Effects her, so atemberaubend und spektakulär sein wird, dass sie nur im Stadion funktionieren kann.” Die Rede ist von je zwei Live-Terminen in Düsseldorf (7. und 8. Juni) sowie in Leipzig (am 13. und 14. Juni).

Die Vorfreude ist groß: “Vom Aschenbecher-Putzer ins Stadion. Das hätte ich auch nicht gedacht. Da fliegt mir fast der Hut weg”, kommentiert Lindenberg.

Geboren am 17. Mai 1946 in Gronau, hatte Udo nach der Schule die westfälische Kleinstadt verlassen, um in Düsseldorfs Breidenbacher Hof eine Kellnerlehre zu beginnen. Zu Ende gebracht hat er sie nicht. Dafür machte er sich bald als Drummer einen Namen, trommelte bei den City Preachers (mit Inga Rumpf als Frontfrau, heute 67), dann für die Jazzer Peter Herbolzheimer (1935-2010) und Klaus Doldinger (78), um schließlich sein eigenes Ding zu machen: Rockmusik mit nicht englischen, sondern deutschen Texten. Das war neu, so gelang ihm und seinem Panikorchester 1973 der Durchbruch.

Damals erscheint die fast schon legendäre LP ‘Alles klar auf der Andrea Doria’, sie ist das Sprungbrett für eine inzwischen über vier Jahrzehnte währende Künstlerkarriere. Textzeilen wie ‘Keine Panik auf der Titanic’ werden zum geflügelten Wort. Auf Hut und Sonnenbrille verzichtet der ‘Deutschrock-Pionier’ in jenen Tagen übrigens noch.

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Nach dem Echo-Award für sein Lebenswerk 1992 vollbringt Lindenberg vor sechs Jahren dann, was manche Kritiker ihm gar nicht mehr zugetraut hätten: Im Frühjahr 2008 bringt er ‘Stark wie zwei’ heraus und landet damit ganz oben. Es ist das erste Nummer-eins-Album seiner musikalischen Laufbahn. Doch damit noch nicht genug: Gut drei Jahre später legt er – unterstützt von Kollegen wie beispielsweise Clueso oder Jan Delay – mit der CD ‘MTV Unplugged – Live aus dem Hotel Atlantic’ einen Millionenseller hin und erreicht erneut den Spitzenplatz der deutschen Charts. Seit Januar 2011 läuft zudem in Berlin sein Musical «Hinterm Horizont» höchst erfolgreich, eine ‘East-Side-Story’ mit seinen Songs.

Für ihn sei “ein amerikanisch-westfälischer Traum wahr geworden”, hat die “Nachtigall” (Lindenberg über Lindenberg) einmal gesagt. In einem kurzen Video auf seiner Homepage nennt er sich augenzwinkernd den “Sänger von gestern, heute und morgen” und beschwört wieder den «Panik-Virus», der die Massen infizieren kann.

Mag er inzwischen auch “GEMA-Rentner” sein, habe er keineswegs vor, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen oder gar abzutreten, bestätigt der Nuschel-Rocker in Interviews immer wieder. Ein Blick in den Terminkalender auf seiner Website bestätigt, dass er es ernst meint. Noch vor dem ersten Stadionkonzert etwa steht für ihn eine Schiffstour nach Skandinavien mit Musik an Bord auf der Agenda (ab 25. Mai), und am Pfingstmontag (9. Juni) hat er sich bei der Kundgebung “Berlikte gegen Neonazis, Rassismus und Ausgrenzung” in Köln-Mülheim angesagt. Das ist eines der Themen, für die er sich immer wieder engagiert.

Auch mit 68 scheint für Lindenberg also weiter das Motto zu gelten: “Nicht kürzertreten, sondern sich längere Schuhe anziehen.” (dpa)

 

Fotos: Tine Acke/Warner Music