Samstag, 24. Mai 2014, 15:56 Uhr

Der "Amelie"-Regisseur zaubert wieder: "Die Karte meiner Träume"

Jean-Pierre Jeunet verzauberte im Jahr 2001 weltweit die Zuschauer mit dem Film ‘Die fabelhafte Welt der Amelie’, der von Publikum und Kritikern gleichermaßen gefeiert wurde.

Nun hat Frankreichs Ausnahme-Regisseur den gleichnamigen, internationalen Bestseller ‘Die Karte meiner Träume’ des amerikanischen Autors Reif Larsen verfilmt.

In bei ihm gewohnt atemberaubend schönen Bildern erzählt Jeunet eine außergewöhnliche Reise aus Sicht des kleinen Jungen T.S. Spivet, dessen Welt ebenso fantastisch wie einsam ist. Newcomer Kyle Catlett, der selber hochbegabt ist und mehrere Sprachen fließend spricht, gibt als T.S. Spivet ein eindrucksvolles Kino-Debüt.

In weiteren Rollen brillieren u. a. Briten-Star Helena Bonham Carter (u.a. ‘Alice im Wunderland’, ‘Lone Ranger und ‘Harry Potter’), und als seine Mutter sowie die australische Charakterdarstellerin und Woody-Allen-Muse Judy Davis als hysterische Kuratorin des Smithsonian Museum.

‘Die Karte meiner Träume’ ist sowohl in 2D als auch 3D ab dem 10. Juli im Kino zu sehen.

Und darum geht’s: Der kleine Junge T.S. Spivet lebt mit seinen Eltern, seiner Schwester Gracie und seinem Bruder Layton auf einer abgelegenen Ranch in Montana. T.S. Spivet ist hochbegabt und hat eine Leidenschaft für die Wissenschaft. Für seine Erfindung eines Perpetuum mobile wird er mit dem renommierten Baird Price des Smithsonian Institut in Washington ausgezeichnet.

Um diesen Preis persönlich entgegenzunehmen, hinterlässt er seiner Familie eine Notiz und fährt mit einem Güterzug quer durch die USA.

In Washington hingegen ahnt niemand, dass der glückliche Gewinner des Baird Preises ein 10-jähriger Junge mit einem sehr dunklen Geheimnis ist … Sein Bruder Layton hat sich dieses Jahr erschossen, ein schrecklicher Unfall. Layton hatte in der Scheune schießen geübt, T.S. wollte die Schallwellen der Schüsse messen und gibt sich die Schuld an Laytons Tod. Die Wissenschaftler und Mäzene im Saal sind tief gerührt.  T.S. ist berühmt. Der „Mozart der Wissenschaft“ wird fortan von einem Termin zum nächsten geschleppt…

Jean-Pierre Jeunet gab 1991 sein Filmdebüt mit dem bildgewaltigen und märchenhaften “Horrorfilm” ‘Delikatessen’, es folgte 1995 ‘Die Stadt der verlorenen Kinder’, 1997 ‘Alien – Die Wiedergeburt’ und 2001 die Bilderorgie ‘Die fabelhafte Welt der Amélie’ mit Audrey Tautou.

Jeunet sagte über seinen ersten 3D-Film: “Im Buch ergänzt Reif Larsen den Text durch kleine Zeichnungen am Rand: Landkarten, Skizzen, Stadtpläne, Porträts, Notizen… Es lag auf der Hand, sie auch in den Film einzubauen – da bot 3D natürlich die besten Möglichkeiten. So können die Zeichnungen aus der Leinwand hervorhüpfen und durch den Kinosaal schweben, wie es das Publikum liebt. Aber wie schon in Amelie, sind die Effekte der Handlung untergeordnet, die 3D-Technik dient der Geschichte und der Poesie. Deshalb dachte ich schon in 3D, während ich noch am Drehbuch saß.”

Der Regisseur sprach auch über seinen liebenswerten Hauptdarsteller Kyle Catlett.

Er verriet: “Mithilfe einer tollen Casting-Agentin in Quebec, die auch schon mit Denis Arcand gearbeitet hat: Lucie Robitaille. Wir suchten in Montreal, Ottawa, Toronto, Vancouver, New York, Los Angeles und London nach Nachwuchstalenten. Ich weiß nicht, wie viele Jungen wir uns angesehen haben… Jedenfalls war keiner von ihnen besonders aufregend und ich machte mir allmählich Sorgen. Also fragte ich Kandidat Nummer 2 und 3 für Scorseses Hugo Cabret an. Da sagte mir Lucie, dass ich beide schon gesehen und abgelehnt hätte. Panik!
Dann zeigte sie mir eines Tages diesen Screentest: Der Junge war viel zu klein. Er war neun, sah aber aus wie sieben. Und dennoch hatte er das gewisse Etwas, etwas Schrulliges, Faszinierendes, Einzigartiges. Das war Kyle. Ich meinte noch: ‘Das geht nicht, der ist viel zu klein für die Rolle. T.S. soll eigentlich zwölf sein.’ Aber er ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Also skypten wir und Kyle legte ein flammendes Plädoyer hin: ‘Ich kann auf Kommando heulen, ich bin zäh, ich bin stark, ich bin Weltmeister in Martial Arts bei den Kids unter sieben!'”

Fotos: DCM, WENN.com