Donnerstag, 29. Mai 2014, 18:37 Uhr

Mateo über sein Album-Debüt: "Man muss keine Kompromisse eingehen"

Mateo Jaschik ist vor allem als Mitglied der Berliner Band Culcha Candela und als ehemaliges ‚DSDS‘-Juroren-Mitglied bekannt.

Nun startet der Sänger erstmals Solo durch und präsentiert nun ab 30. Mai sein Solo-Album ‚Unperfekt‘. klatsch-tratsch.de traf Mateo zur kleinen Plauderei.

Warum hast du dich irgendwann dazu entschieden, nun Solo-Musik zu machen?
Man spielt ja immer wieder zwischendurch mit dem Gedanken auch mal solo Musik zu machen. Und Ende 2012 hat sich das so ergeben, dass die Mehrheit von Culcha Candela eine kleine Pause einschlagen wollte. Zwischendrin hatte ich immer einige Songs geschrieben und jetzt traue ich mich einfach mal und mache mein eigenes Album.

Wie ist es nun für dich plötzlich alleine im Mittelpunkt zu stehen?
Das fühlt sich gut an. Hauptmerkmal: man muss keine Kompromisse eingehen, was man in einer Band immer machen muss. Als Nachteil würde ich nennen, dass ich eben nun alles mit mir selbst klären muss. Ich kann mich hinter nichts mehr verstecken oder es gibt niemanden, der mir Entscheidungen abnimmt. Der Druck lastet jetzt nur noch auf meinen Schultern. Es ist eine neue und extreme Erfahrung, die jedoch überwiegend positiv ist.

Dein Album heißt ‚Unperfekt‘, was bedeutet das?
Das Album ist eben unperfekt, mit Ecken und Kanten, so wie ich es auch bin. Es gibt auch eine schöne Story dazu. Es ist nämlich das schönste Kompliment was eine Frau mir mal gemacht hat. Sie meinte ich wäre herrlich unperfekt. Das habe ich mir sofort notiert und einen Song daraus gemacht. Über eine perfekte unperfekte Frau, die mit Ecken und Kanten, aber auch mit Kurven gesegnet ist.

Verglichen mit der Musik von Culcha Candela, wie würdest du den Sound von ‚Unperfekt‘ einordnen?
Naja, als ganz anders würde ich es jetzt nicht beschreiben. Es ist ja kein Goa, Dubstep oder Death Metal. Es ist einfach sympathische Popmusik mit viel Humor, wie die von Culcha Candela auch. Aber meine Musik ist nun natürlich auch viel persönlicher, direkter und auch in gewisser Weise lustiger. Es ist aber auch weniger Latin, weniger Reggea und Dancehall dabei. Was ich mit Culcha Candela z.B. nie machen konnte waren Features, dafür sind die diesmal dabei. Unter anderem mit Johnny Strange, Luna Simao, Hagen Stoll von der Band Haudegen und Xavier Naidoo.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Xavier Naidoo?
Ich muss sagen, der Song mit ihm ist mein absoluter Liebling auf dem Album. Als ich den Song geschrieben hab und die Melodie im Kopf hatte, hatte ich mir bereits vorgestellt wie er den Part singt. Wir kannten uns ein wenig, weil ich mit Culcha Candela 2005 als Support bei ihm dabei war. Und dann habe ich einfach ganz dreist bei ihm nachgefragt und prompt kam die Antwort, dass er das macht. Es war für mich ein phänomenales Erlebnis. Wir haben uns dann in Mannheim getroffen und waren sofort auf einer Wellenlänge. Er ist einfach ein absoluter Profi und ich habe bereits bei den Aufnahmen Gänsehaut bekommen. Es ist für mich die beste Stimme in Deutschland.

Ist auch eine Tour zum Album geplant und wie stellst du dir das vor, nun Solo auf der Bühne zu stehen?
Ich werde mich definitiv nicht alleine auf die Bühne stellen. Wer will das schon sehen, ich alleine, das wäre irgendwie langweilig. Ich möchte einfach eine große Show machen. Mein Anspruch ist es, zu entertainen und das mit Sängern, Band und Tänzern. Ich denke das wäre dann im Herbst, vielleicht im Oktober oder November.

Bedeutet dein Alleingang nun das Ende von Culcha Candela?
Nein, auf keinen Fall! Wer das denkt, dem kann ich leider nicht mehr helfen. Warum sollten wir das aufgeben, wir waren sehr erfolgreich und machen jetzt nur eine kleine Pause. Trotz dessen haben wir auch wieder als Band angefangen, Songs zu schreiben. Wir lassen keinen Moment ungenutzt. Und so wie es aussieht, werden wir uns 2015 wieder zurück melden.

Im letzten Jahr warst du ‚DSDS‘-Juror, wird es eine Rückkehr auf den Jurorensessel geben?
Nein, solange Dieter Bohlen dort Chef-Juror ist, würde ich nicht noch einmal mitmachen. Dass ich nicht gut auf ihn zu sprechen bin, das weiß ja jeder. Ich finde Castingsendungen aber an sich nicht schlimm. Jedem ist schließlich bewusst, es geht um Quoten und Entertainment. Irgendwann an 20.ter Stelle geht es auch um die Menschen die da mitmachen.

Fotos: Katja Kuhl