Dienstag, 03. Juni 2014, 13:15 Uhr

"Wer wird Millionär?": Kanzleranruf war kein PR-Gag

Bundeskanzlerin Merkel hat in der Promi-Ausgabe der Sendung “Wer wird Millionär?” am Montagabend von Studiokandidat Wolfgang Bosbach (CDU) einen Anruf von bekommen.

Bosbach zückte spontan sein Handy und versuchte Angela Merkel zu erreichen. Sie sollte ihm bei einer Frage helfen. Doch sie ging nicht an den Apparat, stattdessen schaltete sich ihr Anrufbeantworter an.

Bosbach zog den Telefonjoker bei der 500.000-Euro-Frage. Diese lautete: “Die DDR-Kultwaschmaschine ‘WM 66’ ist unter anderem dafür legendär, dass viele Besitzer mit dem Gerät auch A) Heizstrom erzeugten, B) Obst einkochten, C) Staub saugten, D) Westradio empfingen?”

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Zu seinen Telefonjokern und seinem Anruf bei Angela Merkel sagte der Politiker heute gegenüber n-tv: “Es gibt ja jetzt einige Schlaumeier, die ernsthaft glauben, das sei ein genialer Plan gewesen, aber reiner Zufall. Das war eine spontane Eingebung, über deren Sinnhaftigkeit man übrigens streiten kann. Ich musste ja der Redaktion von ‘Wer wird Millionär?’ drei Telefonjoker nennen, die sich auch an strikte Regeln halten müssen und die Kanzlerin war selbstverständlich nicht dabei.”

Dass eine Frage gestellt würde zum Thema Leben in der DDR, das konnte Bosbach ja nicht wissen. “Ich wusste nur: Alle drei Telefonjoker von mir hatten nie in der DDR gelebt und da habe ich krampfhaft überlegt, wer könnte es denn wissen und da ist mir als erstes die Kanzlerin eingefallen.”

Auf die Frage, ob Angela Merkel die Antwort gewusst hätte, erklärte Bosbach: “Das weiß ich nicht, das interessiert mich selber. Ich bin auch nicht sicher, ob sie begeistert gewesen wäre, wenn sie ans Telefon gegangen wäre. Sie konnte ja gar nicht wissen – die Sendung war ja eine Aufzeichnung –, warum ich anrufe. Es war auch schon spät am Abend.” Es habe für ihn zwei Möglichkeiten gegeben: “Entweder die Kanzlerin hätte es gewusst, dann wäre ich auch auf eine halbe Million gekommen. Ich hätte sofort mit der Kanzlerin halbe-halbe gemacht – 250.000 für wohltätige Zwecke in ihrem Wahlkreis, die zweite Hälfte in meinem. Oder sie hätte gedacht: Hör mal, du hast aber Nerven – ich rette die Welt und du nimmst mich als Telefonjoker für eine Waschmaschine in Anspruch. Beide Varianten waren denkbar, also es war nicht ohne Risiko. Aber ich weiß: Sie ist bodenständig, sie ist unprätentiös, schlagfertig, hat Humor – ich war optimistisch.”

Foto: RTL / Frank Hempel