Montag, 09. Juni 2014, 13:51 Uhr

Giovanni Zarrella ist von Kopf bis Fuß auf Fußball eingestimmt

Am Donnerstag wird in Brasilien die Fußball Weltmeisterschaft angepfiffen.

Die einen können es schon nicht mehr erwarten. Die anderen planen schon ihre fetten Shoppingtouren durch komplett leere Fußgängerzonen. Giovanni Zarrella (36), der am Samstag die ‘TV total Autoball-WM’ gewann, ist schon jetzt von Kopf bis Kickschuhe auf Fußball eingestimmt.

Giovanni, du bist im Vergleich zu vielen kein Couchtrainer, sondern kannst tatsächlich selbst richtig gut kicken …
Ja, ich habe lange aktiv im Verein gespielt. Als die Karriere mit Bro’sis angefangen hat, musste ich aufhören, weil keine Zeit mehr dafür war. Ich habe davor meine Familie in Deutschland verlassen und versucht in Italien eine Fußballkarriere zu starten. Ich war da unter anderem beim AS Rom. Letztendlich ist das Ganze aber in einer Musikkarriere geendet. Ich bin aber nach wie vor leidenschaftlicher Fan. Ich spiele immer noch gerne und regelmäßig.

Auf welcher Position hast Du gespielt?
Ich habe immer im Mittelfeld oder links hinten gespielt. Ich brauche immer eine Außenlinie neben mir, sonst fühle ich mich nicht wohl.

Heißt: Du wurdest beim Sport immer als erstes ins Team gewählt …
Ja, ich war beim Klassensport eigentlich immer einer der ersten drei, die gewählt wurden.

Stichwort WM: Wer ist dein Favorit?
Mein Favorit ist – und das ist auch bei den Brasilianern auch so – Deutschland. Ich glaube, dass sie für den Titel bereit sind. Das hat sich ja schon bei der WM 2006 und 2010 angedeutet. Da hat nicht mehr viel gefehlt. Klar, da kamen mal Italien und mal die Spanier dazwischen, aber ich glaube echt, dass Deutschland so weit ist. Mit Brasilien und Italien sind das meine drei Favoriten.

Deine Frau Ina ist Brasilianerin. Du Italiener. Könnte es da nicht zu Problemen kommen, wenn die beiden Teams aufeinandertreffen sollten?
Es gibt dann sicherlich Probleme. Ich hab das beim Confederations Cup letztes Jahr gemerkt. Da haben wir gegen die Brasilianer gespielt. Als Italien den Ausgleich geschossen hat, da hat sich mein Sohn ein Loch in den Bauch gefreut. Meine Frau meinte dann: „Du musst auch für Brasilien sein“. Da war sie schon ein bisschen sauer. Das wird Krieg (lacht).

Du hast eben Bro’sis angesprochen. Hast Du noch Kontakt mit den anderen?
Ja, aber nicht mit allen. Ross (Antony)  ist nach wie vor ein sehr guter Freund. Mit Shaham habe ich auch immer noch recht viel Kontakt. Der ist verheiratet, wohnt in Hamburg und hat eine tolle Tochter und eine tolle Frau. Mit Hila schreibe ich noch ab und an. Ich habe aber nicht mit allen Kontakt. Das ist natürlich traurig. Man muss sich das ein bisschen wie eine Schulklasse vorstellen: Man denkt immer: ‘Das ist etwas für immer und wir machen immer jährlich ein großes Treffen’. Das nimmt mit der Zeit dann aber auch immer mehr ab. Das muss man aber akzeptieren. Das war für mich auch nicht einfach das zu verstehen.

Ihr wart ja auch recht viele. Da ist das sicher auch nicht so einfach mal einen gemeinsamen Termin zu finden …
Wir waren zu sechst und haben auch lange erfolgreich Musik gemacht. Wir haben in vier Jahren über fünf Millionen Platten verkauft. Da denkt man sich dann auch, dass das eigentlich länger halten müsste. Ich glaube das ist ok. Es war keine Zweckgemeinschaft. Das wäre auch gemein das so zu sagen. Für mich waren das alles Freunde und sind es nach wie vor auch. Ich würde für jeden geradestehen und da sein, wenn er mich braucht. Egal, wer was gesagt hat. Man muss aber akzeptieren, dass jeder in einer unterschiedlichen Phase seines Lebens ist. Ich habe zwei Kinder und eine tolle Frau und bin glücklich mit meinem Job. Der andere sucht sich vielleicht noch und versucht vielleicht noch krampfhaft auf Musiker zu machen. Jeder ist seines eigenes Glückes Schmied.

Also kann man quasi sagen, dass sich die Beziehung mit den anderen, die du eben nicht genannt hast, dann eher auf Weihnachtskarten-schreiben beschränkt?
Naja, mit Ross und Shaham habe ich noch viel Kontakt. Hila ist nach wie vor ein Teil meines Herzens. Mit Faiz ist es leider weniger geworden, obwohl ich ihn immer noch sehr schätze und mag. Mit Indira ist es auch weniger geworden.