Montag, 09. Juni 2014, 21:08 Uhr

Tove Lo: Schwedens neuer Superstar im Interview

Es muss definitiv irgendetwas im schwedischen Wasser sein, das dafür sorgt, dass es in Schweden überdurchschnittlich viele talentierte und gutaussehende Menschen gibt.

Gefühlt jedes Quartal stellen uns die Plattenfirmen eine neue unglaublich schöne und talentierte Singer-Songwriterin aus dem Astrid-Lingren-Land vor. Der neueste Exportschlager aus Schweden heißt Tove Lo (26) und hat vor wenigen Tagen ihr doch recht düsteres und emotionales Debütalbum ‘Truth Serum’ auf den Markt gebracht.

klatsch-tratsch.de-Reporter Dennis hat sich bei strahlendem Sonnenschein mit der hübschen Sängerin getroffen und mit ihr über ihre Musik und ihre düstere Seite gesprochen:

Dein erstes Album ist da.
Ja und ich bin super aufgeregt es der Welt zu zeigen. Es ist quasi von Anfang bis Ende eine Liebesgeschichte. Meine Geschichte (lacht verlegen). Es handelt auch von der sehr schmerzhaften Zeit, in der ich über diese unglückliche Beziehung hinweg kommen musste. Das ist ca. vier Jahre her. Es war für mich quasi eine Art Therapie, das ganze auf Papier geschrieben zu sehen. Als ich die Lieder geschrieben habe, fiel es mir sehr leicht die Songs zu wählen und in eine Reihenfolge zu bringen. Später habe ich dann gemerkt: ‘Wow! Das ist genau meine Geschichte’.

Wie ging diese Geschichte aus?
Es war ein schlechtes Ende. Mittlerweile verstehen wir uns wieder ganz gut. Er hat das Album sicher gehört. Wie geht es ihm damit Bestandteil deiner Songs zu sein? Es ist ja doch eine recht persönliche Sache. Wir haben nicht so viel darüber gesprochen. Ich weiß, er ist verletzt, aber er findet sich damit ab. Ich bin mir sicher, dass er das Ganze auch für sich verarbeiten wird. Da er ist nicht so der Musiker ist  nicht mit einem Album. Er ist aber künstlerisch sehr begabt, vielleicht kommt ja mal ein Film darüber oder eine andere künstlerische Sache (lacht).

Deine Eltern werden das Album sicher schon gehört haben. Ist es nicht hart für sie Texte zu hören in denen du von deinen Leiden und deiner harten Zeit erzählst?
Ja, das stimmt. Ich glaube aber sie ignorieren den Text (lacht). Sie schauen sich auch nicht die Videos an. Sie sind stolz, machen sich aber auch gleichzeitig Sorgen um mich.

Wie kam es zu dem „Habbits“ Remix von Hippie Sabotage auf deinem Album?
Das war echt eine komische Geschichte. Ich habe die noch nie getroffen. Die haben irgendwann mal den Remix gemacht und ein Freund von mir hat den zufällig im Netz gefunden und mir geschickt. Ich fand den großartig und habe via Twitter mit ihnen Kontakt aufgenommen. Die haben sich riesig gefreut, das wir den Remix mit auf die EP genommen haben.

Verbindest du eine gewisse Sache mit Deutschland?
Nicht wirklich. Ich habe in Berlin schon ein paar mal Urlaub gemacht. Ich war dabei recht häufig feiern und finde die Stadt einfach großartig. Ich weiß noch, eines Abends saßen wir morgens um fünf mit fremden Leuten im Bus und haben so eine Art „Treffen der anonymen Alkoholiker“ gespielt und dabei Oreo-Kekse gegessen und jeder hat so seine Geschichte erzählt. Das war ein lustiger Moment, den ich sicher nie vergessen werde. Jedes Mal wenn ich hier bin, gucke ich ob ich einen Ort von dieser Bustour wiedererkenne.

Was war die schrägste Situation mit Fans?
Die Fans, die ich treffe sind immer ganz süß, aber es gab mal einen Typen, der hat in der Nähe von einer Gegend gewohnt, in der ich häufig eingekauft habe. Der ist mir den ganzen Weg nach Hause gefolgt. Ich habe das erst gar nicht gemerkt. Er meinte dann: „Tove Lo, ich wollte mal ‘Hi’ sagen und sicherstellen, dass du gut nach Hause kommst’“. Das war ein bisschen scary, aber er stellte sich dann als Fan raus und hat ein paar Sachen zu meiner Musik gefragt.

Du bist sehr gut mit den Mädels von Icona Pop befreundet. Wie habt ihr euch kennengelernt?
Caroline und ich waren in der selben Highschool. Sie war mit Freunden von mir befreundet und wir haben uns auf Anhieb super verstanden. Aino kenne ich nicht so gut. Ich habe für Icona Pop schon Songs geschrieben und könnte mir auch vorstellen mal einen gemeinsam mit ihnen aufzunehmen. Wir haben sogar schon darüber gesprochen. Es wäre echt cool, wenn wir mal zusammen touren könnten.

Du wirst oft in Artikeln oder Rezensionen mit Worten wie „Das traurigste Mädchen Schwedens“ als Emo-Schreckschraube dargestellt. Nervt dich das oder ist das teil deines Images?
Ich glaube die müssen das mit einem Augenzwinkern gemeint haben. Ich habe nicht den Eindruck, dass man mir da etwas aufzwingt. Es stimmt schon, dass meine Musik ziemlich traurig und düster ist. Allerdings ist es Musik, auf die du deine Tränen wegtanzen kannst. Aktuell bin ich nicht traurig, das war ich aber, als ich die Songs geschrieben habe. Deshalb ist es mir auch eigentlich auch egal, was sie schreiben. Ich lese allgemein kaum Sachen über mich, weil ich mir selbst treu bleiben will und mich nicht zu sehr auf fremde Einflüsse einlassen will.

Wie erklärst Du dir, dass es in Schweden so viele so musikalische Menschen gibt?
Ich weiß nicht. Ich denke, wenn du in einer Umgebung lebst, in der sehr viele Menschen dich inspirieren, dann färbt das möglicherweise auch ein bisschen auf dich ab. Wir haben bei uns auch die Möglichkeit mit 15 auf eine Musik-Hightschool zu gehen, wo wir sehr früh und gut ausgebildet werden. Da lernt man dann nicht nur unbedingt die klassischen Sachen, sondern Muscal, Pop, Rock etc. Da kann man sich recht früh spezialisieren. Das hat mir geholfen recht früh an meinen Sachen zu arbeiten.

Diesen Sommer gehst Du mit Katy Perry auf Tour …
Und bin jetzt schon total aufgeregt. Ich habe sie noch nie getroffen, aber ich werde bestimmt wie verrückt zittern wenn ich sie sehe. Sie ist einfach großartig.

Fotos: klatsch-tratsch.de, Andrew Zaeh