Donnerstag, 12. Juni 2014, 9:55 Uhr

"Meteora" ab heute im Kino: Liebe zwischen Nonne und Mönch

Auf den Gipfeln imposant aufragender Sandsteinfelsen, schwebend zwischen Himmel und Erde, thronen die legendären Meteora-Klöster in den abgeschiedenen Gebirgen Thessaliens.

Hier lebt der griechische Mönch Theodoros im Männerkloster in spiritueller Einsamkeit, sein Alltag gestaltet sich aus den immer gleichen Gesängen und Ritualen. Im gegenüberliegenden Frauenkloster, durch einen tiefen Abgrund getrennt, wohnt die russische Nonne Urania. Nur mühsam und unter großer Anstrengung ist für beide der Erdboden und damit die Außenwelt erreichbar.

Ein erstes zufälliges Treffen bringt das Leben der beiden von Grund auf durcheinander. Theodoros, der zwischen seiner geistlichen Berufung und dem einfachen bäuerlichen Leben zu Füßen von Meteora hin- und hergerissen ist, fühlt sich zu Urania hingezogen. Immer häufiger treffen sich die beiden, deren Liebe füreinander allen Klosterregeln widerspricht.

Doch mit der Zuneigung wächst auch die Zerrissenheit zwischen spiritueller Hingabe und menschlichem Verlangen. Theodorus und Urania müssen sich fragen, wem sie ihr Leben und ihre Liebe widmen.

In Bildern von leuchtend-magischer Schönheit erzählt Regisseur Stathoulopoulos in ‘Meteora’ von zwei Liebenden, die nicht zueinander kommen können. Durchwoben von faszinierenden Animationssequenzen im Stil mittelalterlicher Ikonenmalerei entfaltet sich der sehr besondere Stil des Films, der ‘Meteora’ zu einer wahren cineastische Entdeckung macht.

Der Regisseur wurde 1978 in Griechenland geboren, mit acht Jahren zog er mit seiner Familie nach Kolumbien um. Er begann schon in seiner Schulzeit, Filme zu inszenieren. Erste Auszeichnung mit 14 für den Kurzfilm ‘Dimension’. Es folgte ein Filmstudium in Kolumbien und an der California State University. 2007 präsentierte die ‘Quinzaine des Réalisateurs’ in Cannes sein Plansequenz- Drama ‘PVC-1’. ‘

Meteora’ ist sein zweiter Spielfilm.  Der Kritiker der ‘Berliner Zeitung’ schrieb dazu: “In seiner Inszenierung bewahrt Stathoulopoulos einen semidokumentarischen Eindruck und kann so direkt die Aura der Klosterwelt in den Filmraum transportieren. Und doch mit leichten Eingriffen gleich darauf ins Märchenhafte rücken.“

Fotos: Kairos