Sonntag, 15. Juni 2014, 19:58 Uhr

Udo Lindenberg räumte bei zwei Stadionkonzerten in Leipzig ab

Udo Lindenberg begeisterte mit zwei Konzerten die Sachsenmetropole Leipzig. Zur „größten Familienfeier aller Zeiten“ pilgerten auch zur zweiten Show in Folge am Samstag-Abend knapp 45.000 „Paniker“ ins ehrwürdige Zentralstadion, der heutigen Red-Bull-Arena.

Was die Zuschauer zu sehen bekamen, war ein Feuerwerk Show-Einlagen, Kostümierungen, dem obligatorischen Udo-Nuschel – und Tränen im Publikum.

Der selbsternannte 68-jährige „VEB-Sänger“ wuselte nahezu drei Stunden über die zwanzig Meter lange Bühne mit der opulent bespielten 600 Quadratmeter großen LED-Wand. Frenetisch jubelnd von den Massen empfangen, schwebte der Panik-“Kapitän“ ins Stadion, nahm die Massen gleich von Anfang an für sich ein und nahm sie mit auf die Reise – seiner „Odyssee“. Mit „Geilomat hier im heißen Osten. Es kommen so viele Erinnerungen hoch“, begrüßte er in Erinnerung an seiner ersten DDR-Besuche sein Publikum und schmetterte mit dem Leipziger „Prinzen“-Popstar Sebastian Krumbiegel am Klavier „Rock ‘n Roll Arena Jena“.

Auch andere musikalische Freunde begleiteten Udo an diesem Abend. Gewohnt gekonnt intonierte er mit Stars wie Clueso, Max Herre und Jan Delay seine Hits. Auch Josephine Busch, die Hauptdarstellerin aus dem Berliner Lindenberg-Musical, war auf der Bühne und sang im Duett mit dem Meister.

Die am Vorabend noch mitwirkenden Peter Maffay und Otto Walkes fehlten am Samstag. Kompensiert wurde dies immer wieder mit akrobatischen Einlagen seiner Tänzerinnen mit ihren spacig-heißen Anzügen.

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Passend zur untergehenden Sonne und dem gelb-orange-roten Leipziger Abendhimmel, einem Meer an Feuerzeugen, Smartphone-Leuchten und Wunderkerzen – auch an Tränen so mancher Konzertbesucher – ertönte als letzter Song „Hinterm Horizont“. Die anschließende aufwendige Zugabe ließ dann niemanden mehr auf den Stühlen sitzen. So versprach er, er komme bald wieder nach Leipzig, und dass endlich “immer mehr zusammenwächst, was zusammengehört”. Im Raumanzug stieg die Deutschrocklegende in seiner Rakete und hob ab in Richtung Himmel – ein großes Finale.

Udo Lindenberg seinen Fans einen unvergesslichen Abend und hat gezeigt, dass er einer der größten Künstler Deutschlands ist, der mit seinen klaren Botschaften Menschen bewegt, glücklich macht und Riesenspaß bereitet. Und eins haben er und wir nach 45 Jahren auch endlich mitbekommen: Stadien bespielen kann er mit Leichtigkeit. Was für ein Showman! (FE)

Fotos: Sven Sindt, Tine Acke