Dienstag, 17. Juni 2014, 17:54 Uhr

Joachim Deutschland über Marie, Jogi Löw und "Eier, so groß wie Deutschland“

Die Welt schaut auf Brasilien. Dort startete letzte Woche die Fußball-WM und gestern Abend bewiesen die Jungs aus Good Old Germany, welche Klasse sie haben.

Rocksänger Joachim Deutschland (33,’Marie’) freute sich schon wie ein Schnitzel auf den Anpfiff zum ersten Deutschland-Spiel und hat bereits – wie berichtet – einen WM-Song aufgenommen, der den zugegebenermaßen etwas provokanten Titel „Eier so groß wie Deutschland“ hat.

klatsch-tratsch.de-Reporter Dennis hat sich mit dem singenden Fußballfan über die WM und Oli Kahns Eier unterhalten.

Wie geht es der damals besungenen „Marie“? Hat sie dir verziehen?
Die Geschichte mit Marie war sehr speziell. Als ich 2001 ganz frisch nach München gezogen bin, haben wir uns kennengelernt. Wir waren alles in allem aber nur sechs Monate zusammen. Das war keine tiefgründige Beziehung, aber das hat mich damals emotional so berührt, dass ich diesen Song geschrieben habe. Sie kannte ihn schon vor seiner Veröffentlichung, weil ich ihn geschrieben habe, bevor wir uns getrennt haben. Sie fand den Song und auch den Namen Joachim Deutschland und das Konzept anfangs total kacke. Als der Song aber ein Hit wurde und ich viele Auftritte hatte, da kam sie immer zu meinen Auftritten im Münchner Raum und hat den Song dann total gefeiert. Sie hat gesehen, dass sie in mir emotional etwas ausgelöst hat. Man muss aber auch sagen, dass sie nicht wirklich Marie heißt. Das ist ein Name, den ich halt gewählt habe, weil es am Ende ja wirklich egal ist, wer dich verletzt.
Deshalb war das für sie jetzt nicht so eine Beschimpfung, sondern eher als eine Art kranke Liebeserklärung. Wir haben kaum noch Kontakt, aber soweit ich mitbekommen habe ist sie mittlerweile verheiratet. Ich hoffe sie ist glücklich.

Du hast einen einen Song zur WM gemacht „Eier so groß wie Deutschland“.
Das ist ein WM-Song, den ich mit zwei anderen zusammen gemacht habe. Das ist auch der erste Track den ich nicht selbst geschrieben habe. Er hat mir aber sehr gut gefallen, deshalb habe ich ihn eingesungen. Ich hätte niemals gedacht, dass um diesen Song so viel Rambazamba gemacht wird. Der hat online ohne jedes Marketing echt viel Beachtung gefunden.

Der Titel ist an Oli Kahns legendendären Spruch „Eier, wir brauchen Eier!“ angelehnt. Hast Du einen besonderen Bezug zu dem Spruch?
Tatsächlich habe ich den. Auf meinem ersten Album habe ich einen Song namens „Ich tu’ was ich will“. Darin singe ich „Oli Kahn ist ein Versager“. Diese Textzeile hat damals für Furore gesorgt und wurde sogar in der Sportschau gezeigt. Dazu muss man wissen: Ich habe damals zu einer Zeit in München gewohnt, in der der FC Bayern alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gab. Oli Kahn war damals auf dem Zenit seines Erfolges. Er war damals so DER Torwart. Ich habe eine Affinität zum bayrischen Fußball und auch zur bayrischen Kultur. Ich habe da immerhin vier Jahre gelebt. Ich mag dieses traditionelle und dass man zu seinen Helden steht. Ich war aber immer einer, der gemachte Helden immer so ein bisschen angeprangert hat. Deshalb habe ich immer so ein bisschen ein Augenzwinkern gegenüber Oli Kahn. Deshalb kam mir das auch ganz recht, dass wir dieses Zitat verwendet haben. Er hat es übrigens selbst freigegeben und erlaubt, dass wir das machen dürfen. Ich habe über Dritte gehört, dass er den Song mag.

Was wünscht Du den deutschen Jungs außer Eier?
Ich wünsche ihnen, dass sie aus Jogi Löws System Realität machen. Der Typ ist als Trainer total ausgefuchst! Alleine schon wenn man sich mal anguckt was der aus der Nationalmannschaft gemacht hat. Er hat trainingstechnisch viele amerikanische Strategien mit den Jungs gemacht. Man trainiert mehr als nur die eigene Sportart und dadurch ist der Körper wesentlich leistungsfähiger. Dann hat er ein System aufgebaut, das mehr ist, als nur in Zonen gedacht. Die Leute fließen und es geht mehr um Passspiele. Wir alle wissen, dass die Brasilianer und auch die Spanier sehr aus dem Herzen spielen. Das sind Leute, die können mit dem Ball umgehen, wie kaum andere. Das ist sehr schwer mit einem System zu kontrollieren. Deshalb hoffe ich, dass unsere Jungs Eier zeigen, alles geben und sich nicht von diesem schönen brasilianischen Spiel verwirren lassen.

Ist Deutschland Deiner Meinung nach fit für den Titel?
Da ist definitiv eine Chance. Die Deutschen brauchen zwar lange um etwas zu schaffen, was beständig ist. Das kennt man vom Produktdesign. Ich glaube, das wir es jetzt geschafft haben. 2006 war für uns ein gutes Jahr, 2010 war okay und jetzt sind wir bereit den Titel zu holen. Wir sind super-hungrig, Deutschland hat sich im europäischen Raum als stärkstes Land bewiesen und ich finde, wir sollten das nun auch beim Fußball zeigen.

Wie sind Deine Skills auf dem Feld? Kannst Du denn gut kicken?
Joa, doch schon. Ich bin aber nicht wirklich überdurchschnittlich. Ich habe zwar schon bei einigen Promi-Fußballspielen mitgemacht, aber ich könnte mich jetzt nicht aufs Feld stellen und mich da total abfeiern. (lacht)

Fotos: klatsch-tratsch.de/Patrick Hoffmann