Sonntag, 22. Juni 2014, 14:26 Uhr

Die Geschichte von "Bad": Michael Jacksons Meisterstück heute im TV

Erst vor einigen Wochen erschien posthum ein neues Album von Michael Jackson, gerade rechtzeitig zum 5. Todestag der Poplegende am 25. Juni.

Aus diesem Anlass läuft heute Abend (22. Juni) um 22.10 Uhr im deutsch-französischen Kultursender Arte der 2012 entstandene, gut einstündige amerikanische Dokumentarfilm ‘Bad 25’ von US-Regisseur Spike Lee (Foto unten mit Mariah Carey) – eine seriöse, musikalische Spurensuche jenseits der Skandalchronik, die das Leben des “King of Pop” am Ende bestimmt hat.

Im Jahr 1987 stand Michael Jackson auf dem Höhepunkt seiner Karriere, und konnte eigentlich nur noch abstürzen. Sein Album ‘Thriller’ (1982) hatte alle Rekorde gebrochen, bis heute sind geschätzte 140 Millionen Exemplare verkauft worden. Aber der Superstar wollte sich noch einmal neu erfinden und legte mit ‘Bad’ sein wohl persönlichstes Album vor. Neun der insgesamt elf Titel hatte er selbst geschrieben, fast alle Stücke wurden als Singles ausgekoppelt, darunter Megahits wie ‘Bad’,  ‘I Just Can’t Stop Loving You’, ‘Man in the Mirror’ oder ‘Dirty Diana’. Die anschließende, eineinhalbjährige Welttournee wurde ein Riesentriumph.

Kinoregisseur Spike Lee (‘Do The Right Thing’) rekonstruiert in seiner Dokumentation die Entstehungsgeschichte des Albums und lässt etliche Beteiligte von damals, allen voran Erfolgsproduzent Quincy Jones, zu Wort kommen. So erzählt Starregisseur Martin Scorsese von den abenteuerlichen Dreharbeiten zum Videoclip des Titelstücks ‘Bad’, die in einer New Yorker U-Bahn-Station stattfanden. Ein Choreograf analysiert den Tanzstil von Jackson, stellt Vergleiche zur ‘West Side Story’ an und verweist auf den rebellischen Gestus, der diese Auftritte bestimmte.

Obwohl der Teint des Musikers immer heller wurde, betont Spike Lee die “Blackness” von Jackson, seine lebenslange Verwurzelung in Soul und Motown und seine starke Bande nach Afrika. Berührend sind die Szenen, die Jackson bei einem Besuch beim südafrikanischen Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela zeigen.

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Aber auch aktuelle Popstars kommen in diesem Film zu Wort, Rapper Kanye West oder Sängerin Sheryl Crow, die bei Jacksons ‘Bad World Tour’ als Backgroundsängerin dabei war.

Am Ende dieser facettenreichen Spurensuche stehen fast allen Interviewpartnern Tränen in den Augen – beim Gedanken und in der Erinnerung daran, dass mit Michael Jackson ein ebenso genialer wie singulärer Künstler ein viel zu frühes tragisches Ende gefunden hat. (Johannes von der Gathen, dpa)

Fotos: ARTE