Montag, 23. Juni 2014, 13:53 Uhr

Geld mit Musik verdienen: So geht das ohne Plattenlabel

Als Künstler sein Geld verdienen, immer auf Tour zu sein und möglichst Millionen von Fans zu haben – davon träumt beinahe jeder angehende Gitarrenspieler, aber auch bei anderen Instrumenten-Spielern ist dieser Ehrgeiz zu finden.

Nur die wenigsten schaffen es dann aber tatsächlich auf die große Bühne. Vielen mangelt es am Talent; sie müssen sich alles hart erarbeiten, und neben der Schule sowie sonstigen sozialen Verpflichtungen bleibt nicht genug Zeit zum Üben. Wer aber Talent hat und die Instrumente vergleichsweise einfach erlernt, scheitert oft am Schreiben eigener Songs. Nur wer ein Instrument spielen kann, muss nicht auch komponieren können. Ein wenig Musiktheorie ist außerdem nötig, um zu verstehen, wie ein Lied aufgebaut ist, welche Elemente es enthalten darf und welche auf keinen Fall vorkommen dürfen. Wer dies wiederum auch schafft, oder sehr erfolgreich im Covern ist, sieht sich einem weiteren Problem gegenüber: Der Vermarktung. Ohne einen bekannten Namen nehmen Labels nur selten Künstler an. Meistens versuchen es diese Musiker in Castingshows wie „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS). Sie wollen gewinnen, um an die Spitze zu kommen – allerdings ist dafür auch Durchhaltevermögen gefragt. Der ehemalige DSDS-Teilnehmer Daniele Negroni beweist dies, indem er sein mittlerweile drittes Album aufnimmt.

Ein Album für den Weg an die Spitze
Es scheint generell für Musiker wichtig zu sein, Alben herauszubringen. Die Fans wollen neue Lieder von ihren Idolen hören, und den Stars gibt dies so eine Möglichkeit mehr, ihre Auftritte auf ihren Touren mit neuen Liedern zu füllen. Es gilt beinahe als Gesetz, dass, wer gerade nicht auf Tour ist, an einem neuen Album arbeitet. Die britische Sängerin Cheryl Cole nahm sich beispielsweise eine Auszeit von ihren Touren und gab nun bekannt, dass ihr neues Album im November erscheinen soll. Unbekannte Musiker brauchen außerdem kein professionelles Tonstudio, um einen Song in einigermaßen guter Qualität aufzunehmen – es liegt am Musiker, ob er in die entsprechende Ausrüstung investiert, oder lieber die Miete eines Tonstudios bezahlen möchte. Ein Album ist aber nicht die einzige Möglichkeit, mit Musik Geld zu verdienen; die folgende Liste zeigt ein paar weitere Varianten an, die junge und unbekannte Musiker wahrnehmen können. Weitere Informationen dazu gibt es auf delamar.de.

Touren
Auch unbekannte Bands können für Auftritte gebucht werden; Der Bandcontest Local Heroes oder ein Auftritt auf einem Stadtfest sind beispielsweise gute Möglichkeiten, sich regional Bekanntheit aufzubauen.

Straßenmusik
In den Fußgängerzonen stehen immer mal wieder Musiker; mit einem Plakat und Flyern sowie einer Spendenbox ist es damit ebenfalls möglich, die eigene Bekanntheit zu steigern

Musik im Internet verbreiten
Die aufgenommenen Songs können im Internet verbreitet werden, über YouTube und Facebook beispielsweise. Achtung: Hier ist darauf zu achten, dass keine Lizenzen verletzt werden.

Musik ohne Label verkaufen
Die digitale Musik kann auf CD gebrannt, mit einem Cover versehen und verkauft werden. Die MP3-Datei kann außerdem im Internet verkauft werden; dafür gibt es verschiedene Plattformen wie www.feiyr.com.

Worauf ist bei der Selbstvermarktung zu achten?
Mit dem Internet eröffneten sich Musikern neue Wege: Sie mussten nicht mehr darauf warten, einen Plattenvertrag angeboten zu bekommen, um erfolgreich zu sein, sie können sich nun selbst vermarkten – ganz ohne Label oder mit einem eigens für sie gegründeten. Für diesen Weg ist es aber wichtig, dass die Künstler die Grundkonzepte von Marketing verstehen und außerdem eine Musikidee haben, die Anhänger finden wird. Sticht sie nicht heraus aus der Masse an Musik im Internet, wird sie sehr wahrscheinlich untergehen. Nur über YouTube verdienen Musiker außerdem wenig bis gar nichts; teilweise kann Werbung vor die Songs geschaltet werden, sodass die Ersteller ein paar Cents für die Anzeige erhalten. Es ist aber besser, seine Musik wirklich zu verkaufen. Dies ist auf den schon in der Tabelle erwähnten Plattformen möglich. Dadurch wird sie meist automatisch, sofern der Musiker dem zustimmt, auf den einschlägigen Download- und Streamportalen im Internet verbreitet und kann gefunden werden. Für jeden Download bekommt der Künstler dann Geld. Der Weg der Selbstvermarktung ist schwierig, aber wer Durchhaltevermögen zeigt, kann auf diesem sehr erfolgreich werden. Teilweise werden Bands auch durch die Selbstvermarktung von Plattenfirmen entdeckt und unter Vertrag genommen, womit meist der Durchbruch erreicht ist. Die folgende Liste zeigt übersichtlich, worauf bei der Selbstvermarktung zu achten ist.

• Musikidee, die sich von der Masse abhebt
• Grundlegendes Verständnis von Marketing
• Durchhaltevermögen
• Musik kostenfrei (YouTube etc.) und kostenpflichtig (Freiyr etc.) vertreiben
• Nicht darauf warten, dass ein Plattenlabel einen entdeckt; entsprechenden Angeboten aber aufgeschlossen gegenüber stehen

(KTAD) Foto: Fotolia