Dienstag, 24. Juni 2014, 15:40 Uhr

Judith Holofernes: Das ist also ihr neues Video "M.I.L.F."

Mit MILF veröffentlicht Judith Holofernes das fünfte Video zu ihrem ersten Solo -Album “Ein leichtes Schwert”.

Das Kürzel MILF, eigentlich Porno -Jargon für “Mother I Would Like To Fuck,” steht bei Holofernes natürlich für etwas ganz Anderes. Sie habe”das unanständige Wort – also Mother- ersetzt,” sagt sie – und singt fröhlich “Weißt du ich mag deinen Musikgeschmack/ You´re like a Mixtape I Would Like To Fuck,” begleitet von einem treibenden Riff, schmissigen Kinks -Gitarren und euphorisch krakeelenden Frauenchören.

Bei MILF geht es um die Liebe zur Musik, und um die Unentbehrlichkeit von Musik zur Anbahnung von Körperlichkeiten – und um den ekstatischen Flirt via Plattensammlungs -Showdown.

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Holofernes selbst sagte dazu: “Seit ich angefangen habe, mich für das andere Geschlecht zu interessieren, haben alle wichtigen Flirts über Musik stattgefunden. Ob beim gegenseitigen Akkordezeigen am Lagerfeuer oder ausgestreckt vor dem Plattenregal, mit Schwitzehändchen und roten Ohren – Musik war immer der effektivste Weg in mein Herz. Und einen Mann, egal wie attraktiv, der sagt, er höre so Charts, oder er interessiere sich nicht wirklich für Musik – den hättest du mir vor den Bauch binden können, ohne das irgendwas passiert. Ich mochte schon immer Männer mit einer großen Plattensammlung.”

In einer selbst für Holofernessche Verhältnisse ungestümen Wortkaskade verarbeitet sie ihre eigene, beträchtliche Plattensammlung in Reim (nach Reim nach Reim) – und liefert so nebenbei die Anleitung für ein ganz fantastisches Mixtape zum Nachbauen. Am Ende steht die erschöpfte, aber lasziv dargebotene Schlussfolgerung: “Und bäuchlings vorm Regal/ kriegen wir uns in die Haare/ Was soll´s – in dieser Stellung/ sind wir beide Missionare.”

Kongenial in Bilder umgesetzt wurde dieses wilde Stück Musik von Videoregisseur James Slater, der der entfesselten Holofernes ein hinreißend unschuldiges Ballett animierter Musikkassetten entgegensetzt.

James Slater drehte schon das Video zu “Danke, ich hab schon.” Eine dritte Kollaboration soll innerhalb kurzer Zeit folgen – alle drei Videos wurden am selben Tag in Berlin vor Greenscreen gedreht und dann von Slater zuhause in London mit Animationen versehen.
Bisher veröffentlichte Holofernes neben MILF vier weitere Videos: “Liebe Teil 2 -Jetzt erst recht”, “Ein leichtes Schwert”, “Nichtsnutz” und “Danke, ich hab schon” (LINKS) Weitere Videos sollen im Lauf des Jahres folgen.

Foto: WENN.com