Dienstag, 24. Juni 2014, 18:45 Uhr

Mensch, Bio! Was macht eigentlich Alfred Biolek?

Neues uns unserer beliebten Serie “Was macht eigentlich…?” Alfred Biolek (79) gehört zweifelsfrei zu den Ikonen der deutschen Fernsehgeschichte. Doch in den letzten Jahren ist es recht still um ihn geworden.

Biolek, der am 10. Juli seinen 80. Geburtstag feiert, sprach jetzt beipielswese über Papst Franziskus. “Papst Franziskus finde ich gut”, sagte der Talk- und Kochshow-Pionier der Nachrichtenagentur dpa in Köln. “Der schlägt ein neues Kapitel auf. Und er hat Humor.”

Er selbst sei übrigens von Zeitungen bereits mehrfach als Doppelgänger des Papstes bezeichnet worden: “Wir scheinen eine gewisse Ähnlichkeit zu haben.”

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Biolek ist katholisch und glaubt fest an ein Leben nach dem Tod. Weniger fest ist sein Glaube daran, dass sich in der katholischen Kirche in nächster Zeit Grundlegendes ändern wird. “Das ist schwer zu sagen”, meinte er. “Ein bisschen Hoffnung hat man.” So sei er sich alles andere als sicher, dass die Kirche ihre Haltung zu Homosexuellen verändern werde: “Das könnte sein, aber das kann man nur ganz vage hoffen oder glauben. Sagen kann man da nichts.”

Heute Abend läuft im Ersten um 22.45 Uhr die Doku ‘Mensch, Bio!’ – ein Film von ARD-Talkerin Sandra Maischberger.

Zum 80. Geburtstag öffnet Bio nun die Türen zu seinem Leben. Maischberger und Hendrik Fritzler haben die Fernseh-Legende zwei Jahre mit der Kamera begleitet. Durch das langjährige Vertrauensverhältnis zwischen Biolek und den beiden Autoren eröffnet der TV-Star einen überraschenden Blick in sein Privatleben: “Als Student interessierte ich mich nicht so sehr für Frauen, aber dass ich mich für Männer interessierte, dass konnte ich auch mir nicht zugestehen. Das war ein großes Durcheinander.” Und auch das Thema Altern wird nicht ausgespart: “Alles endet irgendwann. Man kann nicht glauben, dass man alles ewig machen kann.”

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Die Autoren hatten auch Zugang zu Bioleks Privat-Archiv: zahlreiche Fotos, aber vor allem bewegende Super-8-Aufnahmen aus den 30er Jahren, die die Familie Biolek und den kleinen Alfred zeigen, machen die Eindrücke seiner Kindheit lebendig.

Zu Wort kommen auch enge Freunde und Familienangehörige, welche die persönliche Zeitreise unterstreichen. Abgerundet wird die filmische Biografie Alfred Bioleks durch eine große Auswahl bewegender und unterhaltsamer Ausschnitte aus den zahlreichen TV-Shows wie. „Bio´s Bahnhof”, „Boulevard Bio”, „Alfredissimo” und Aufnahmen aus seinen ersten Fernsehtagen Anfang der 60er Jahre.
In New York City trifft er seinen Ex-Lebensgefährten Keith, wird von seinem langjährigen Freund Tim Fischer auf der MS-Deutschland besungen, kocht gemeinsam mit seiner Familie und plaudert mit Alice Schwarzer am sagenumwobenen Küchentisch in seiner Kölner Wohnung.

„Mensch, Bio!” nimmt die Zuschauer nicht nur mit auf eine Reise durch Bioleks bewegtes Leben, sondern auch auf seine Zeitreise im deutschen Fernsehen – von dessen ersten Schritten, von den Pionierjahren bis heute. (dpa/KT)

Fotos: WDR/Claas de Buhr,