Mittwoch, 02. Juli 2014, 12:23 Uhr

Adesse über seine Kollabo mit Sido, das erste Album und Grönemeyer

Adesse ist ein waschechter Berliner, der jetzt musikalisch durchstarten will.

Für seinen Song ‚Elektrisch‘ hat sich der Sänger Super-Rapper Sido ins Boot geholt. Auf seine EP soll nächstes Jahr auch endlich ein komplettes Album folgen. klatsch-tratsch.de traf Adesse zu einer kleinen Plauderei.

Wie kam es zu der Kollaboration mit Sido?
Sido und ich haben uns über gemeinsame Bekannte kennengelernt und uns eigentlich auch sofort gut verstanden. Haben uns dann auch direkt spontan im Studio verabredet und  etwas zusammen gemacht. Wir hatten sofort denselben Vibe. Als ich dann meinen Song in der Pipeline hatte, habe ich ihn einfach gefragt, ob er mitmachen würde. Er hat sofort zugesagt, weil er grundsätzlich meine Sachen gut findet und mich gerne supporten wollte. Was besseres als Sido hätte mir ja eigentlich nicht passieren können, er ist ha gerade On Top.

Es gibt viele Newcomer die sich aus Marketinggründen bekannte Künstler mit ins Boot holen und wiederum viele, die das strikt ablehnen. Zu welcher Sorte gehörst du?
Zum jetzigen Zeitpunkt hat es einfach gepasst. Unabhängig davon ,dass ich Sido als Künstler natürlich sehr feiere. Diese Gelegenheit hat sich eben geboten und das ist schon sehr geil. Das hat mir natürlich auch sehr viel Reichweite gebracht. Aber ich denke beim ersten Album ,was dann bald kommen soll, ist es mir schon wichtig, dass es hauptsächlich um mich geht.

Du bist zur Zeit im Studio, was kannst du über dein Debütalbum verraten?
Das Album ist für das Frühjahr 2015 angepeilt. Es kann sein, dass wir dieses Jahr aber noch einmal eine zweite EP herausbringen. Ich nehme derzeit mit DJ Stickle auf, der unter anderem schon Casper oder Chakuza produziert hat. Wir schrauben mit allem was wir haben an der Platte. Es wird natürlich weiterhin urbane Popmusik sein, mit synthetischen Einflüssen. Ich schau einfach mal, ob sich etwas ergibt, was auch passen würde. Wie auf meiner EP, aber auf dem Album soll es noch viel intensiver um meine persönlichen Erfahrungen und Einflüsse gehen. Diesmal will ich noch tiefer gehen und noch mehr von mir preisgeben.

Gibt es eine besondere Geschichte über die du einen Song geschrieben hast?
Mein Vater ist 2011 verstorben und es gibt einen Song indem ich mich sozusagen von ihm verabschiede. Das ist natürlich schon sehr sehr persönlich.  Ich glaube aber auch, dass ich damit anderen Menschen helfen kann, die vielleicht in ähnlichen Situationen sind.

Mit welchem Künstler würdest du gerne einmal in der Zukunft zusammen arbeiten?
Ich würde gerne einmal in diesem Leben etwas mit Herbert Grönemeyer machen. Auf den ersten Blick sind wir sehr verschieden, aber am Ende machen wir beide einfach nur deutsche Musik. Ich bin ein großer Bewunderer seiner Kunst. Ich liebe seine Texte, denn viele seiner Songs gehen mir direkt ins Herz. Ich durfte ihn einmal kurz im Fahrstuhl kennen lernen und finde ihn als Mensch auch klasse. Ich habe ihn dann auch einfach angequatscht und wir haben uns kurz ausgetauscht. Da habe ich gemerkt das er ein sehr bodenständiger Mann ist.

Früher hast du ausschließlich auf Englisch gesungen, wann kam der Wandel?
Ich war damals in einer Band zusammen mit meinem Kumpel Marvin Brooks. Wir waren eigentlich auf einem sehr guten Weg damals, sind beispielsweise mit 50 Cent durch Europa getourt. Dann ist plötzlich unsere damalige Managerin gestorben, die auch eine sehr gute Freundin war. Das war ein riesiger Schock für uns und hat uns sehr aus der Bahn geworfen. Daraufhin haben wir uns damals auch entschieden das Musikprojekt erst einmal zu beenden und uns musikalisch zu trennen. Danach bin ich viel gereist, um den Kopf frei zu bekommen. Und auf diesen Reisen kam die Entscheidung ab jetzt nur noch deutschsprachige Musik zu machen. Es fühlt sich für mich einfach am authentischsten an.

Du machst schon sehr lange Musik, doch erst jetzt kommt deine Karriere so wirklich ins Rollen, wie erklärst du dir das?
Ich bin sehr gläubig und immer wenn ich gebetet habe, habe ich gesagt, das Gott mir erst den Erfolg geben soll, wenn ich menschlich dazu bereit bin. Man sieht es ja an vielen jungen Künstlern, die sehr früh und schnell Erfolg haben, dass es sie kaputt gemacht hat. Zweitens denke ich, eine Karriere braucht ihre Zeit. Du musst erst einmal deine Jahre darin investieren und irgendwann wirst du das, was du anbaust auch ernten.

Gab es einen Punkt, wo du ernsthaft darüber nachgedacht hast zu einer der etlichen Castingsendungen zu gehen?
Es gab viele Angebote, was Casting TV-Shows anbelangt. Aber ich war dem gegenüber schon immer sehr abgeneigt, das kam für mich irgendwie nie wirklich in Frage. Ich verurteile das aber auch nicht, bei vielen anderen Künstlern ergibt das musikalisch vielleicht Sinn, bei mir nicht. Ich strebe als Sänger aber Nachhaltigkeit an und deswegen gab es bei mir diesen Punkt ehrlich gesagt nie, das ich darüber ernsthaft nachgedacht habe.

Und weil Adesse ein großes Herz hat verschenkt er übrigens hier seine EP!