Donnerstag, 03. Juli 2014, 13:29 Uhr

"Millionen": Das hier ist der Moment, wo die Lottobombe einschlägt

Heute startet in den deutschen Kinos die Tragikomödie ‘Millionen’. Darin geht es um einen Lottogewinner, der auf einen Schlag 22 Millionen Euro mehr hat.

Jungregisseur Fabian Möhrke (34) geht der pikanten Frage nach, was Geld mit einem macht, besonders wenn man nicht darauf vorbereitet ist.

“22 Millionen trennen Freunde voneinander, ohne dass Sie es wollen. Das Geld wirft einen Graben auf, der vorher nicht da war. Freunde teilen oft ihre Sorgen um Geld und berufliches Fortkommen. Freunde träumen von ähnlichen Dingen. Mit einem Mal sind die Sorgen nicht mehr die gleichen und auch die Ziele nicht. Die Erwartungen an das Leben verschieben sich, die Herausforderungen die es stellt sind plötzlich verschieden. Es wird schwer, einander auf Augenhöhe zu begegnen, wenn die Wünsche, die der eine hat, für den anderen jederzeit erfüllbar sind. Und wenn der eine mit dem anderen teilt?”

“Der Beschenkte wird es schwer haben, sich nicht ständig zu Dankbarkeit verpflichtet zu fühlen. Er wird es schwer haben, die eigenen neuen Errungenschaften, welcher Art auch immer, nicht auf dieses eine große Geschenk zurückzuführen. Der Beschenkte wird, ob er will oder nicht, zur Kreatur des Schenkenden. Und was stellt das Geld in einer Familie an? In einer Ehe? Was passiert mit einem Paar, zwei Menschen, die einander lieben, die zusammen sind, weil sie die gleichen Überzeugungen teilen, ähnliche Wertvorstellungen haben, ähnliche Ziele?”

Der Streifen wurde jüngst als ‘Bester Spielfilm’ bei den New Berlin Film Awards 2014 ausgezeichnet.

Und darum geht’s: Torsten, Ende Dreißig, hat sich nichts versprochen von seinem Lottoabonnement. Er hat es geschenkt bekommen von seinen Lotto-begeisterten Kollegen. Der guten Stimmung Willen, spielt er das Spiel mit. Was er mit einem Millionengewinn anfangen soll, muss er sich schließlich fragen, als ausgerechnet sein Los den Jackpot knackt. Und er muss feststellen, dass er der einzige ist, der auf diese Frage keine Antwort hat. Seine Frau Susanne weiß, was sie mit dem neuen Reichtum anfangen soll. Auch sein Sohn Lutz plant schon für die Zukunft… Die Druckwelle dieser Lottobombe reißt Torstens geordnete Welt in Stücke…

Treffender Kommentar von “Kino King” Knut Elstermann: “Das Geld vergiftet alle Beziehungen, aber auch seine eigene Wahrnehmung. Sehr genau, in jeder Nuance psychologisch stimmig beobachtet Regisseur und Autor Fabian Möhrke die schleichenden Veränderungen. Glück – das wird in jeder Szene deutlich – muss doch etwas anderes sein.”

Fotos: Drop Out Cinema