Donnerstag, 10. Juli 2014, 13:41 Uhr

Pete Doherty: "Ich lasse mir das Unschuldige nicht kaputt machen“

Pete Doherty, bekannt als Sänger der Band ‘Babyshambles’, genießt in Hamburg eine Auszeit vom Rockstar-Leben. Statt vor Tausenden von Fans aufzutreten, gibt er momentan im kleinen Hamburger Nachtclub ‘Golem’ immer wieder intime Solokonzerte.

Das Magazin ‘GQ’ traf den 35-Jährigen britischen Ausnsahmrkünstler und seinen Kumpel Bent Angelo Jensen (Foto unten), ein deutscher Modedesigner dänischer Herkunft und Gründer des Modelabels ‘Herr von Eden’. In der aktuellen August-Ausgabe des Männer-Stil-Magazins, die heute erscheint, spricht der Musiker über Deutschland, Freundschaft und sein Leben: „Anders war ich immer. Mit 15 dachte ich, all die Regeln und Konventionen bringen mich um. Alles in mir lehnte sich gegen die Welt, die angeblich die Realität sein soll, auf. Damals begann ich, mich von der sogenannten Realität zu lösen. Seitdem ist Künstler zu sein alles, was ich habe und bin.“ Sich das Gefühl vom Kindsein zu bewahren, sei Pete Doherty sehr wichtig: „Ich habe in meinem Leben viel einstecken müss.

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Dass sein Freund Bent Angelo Jensen diese kindliche Seite von ihm kennt, schätzt der 35-jährige Doherty, der sich lieber wieder Peter nennt: „Jeder braucht jemanden, der an ihn glaubt, dann fällt es einem leichter, an sich selbst zu glauben“, so der Rockstar über seine Freundschaft zu dem Hamburger Designer. „Ich mag Leute, die kämpfen. Wir jungen kreativen Männer brauchen das manchmal.“ Erst auf Intervention von Jensen blieb Doherty in Deutschland. Neu seidas Leben für ihn hier allerdings nicht: „Mein Vater war britischer Soldat, und wir lebten einige Jahre in Krefeld. Interessanterweise hat diese Zeit mein Englischsein stark geprägt. Wir wohnten damals sehr separiert. Wir waren eben die anderen“, erinnert er sich. Nach England zurückzukehren sei „eigentlich furchtbar“ gewesen, so Doherty. „Deutschland ist ein viel sozialeres Land, jedes noch so schlimme Viertel hat gut ausgerüstete Fußballplätze. Ich konnte das damals nicht verstehen, wieso mein eigenes Land das nicht hatte.“

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Seit fünf Monaten lebt Doherty nun wieder in Deutschland. Auf die Frage, warum das Land so eine Anziehungskraft auf Rockstars ausübt, hat er eine einfach Erklärung: „Die Mieten sind hier so viel billiger. Aber natürlich ist es mehr. Berlin war für Bowie ein Mysterium, er fand dort alles, was er in London als London-Boy nicht mehr hatte. Und Hamburg bedeutete für die Beatles einfach grenzenlose Freiheit. Paul McCartney und George Harrison haben auf Sankt Pauli ihre Unschuld verloren“.

Foto: Kaminski/WENN.com