Freitag, 11. Juli 2014, 11:36 Uhr

Lukas Podoloski und seine grandiose Pressearbeit auf "Instadolski"

Die Pressearbeit beim DFB-Team in Brasilien ist bekanntlich wohldosiert.

Außer den zugewiesenen Interviews mit Spielern und Trainern darf nur DFB-Präsident Wolfgang Niersbach regelmäßig seine Meinung kundtun (Zitat ‘Tagesspiegel’: “Ich glaube, dass wir es schaffen können”).

Ein weiterer Stern im deutschen Presseteam ist aufgegangen und das ist zweifelsfrei Lukas Podolski! Auf seinem Instagram-Profil teilt der 29-jährige gebürtige Pole seit WM-Start regelmäßig so spannende Einblicke in den Alltag des deutschen Teams, dass ihm jetzt bereits eine Million begeisterte Instagram-Nutzer folgen.

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So huldigte Podolski auf seiner Seite in portugiesisch (!) den gedemütigten Brasilianern nach der 7:1-Pleite. Brasilien ist und werde “immer das Land des Fußballs sein”, heißt es da beispielsweise. “Alle von uns sind damit aufgewachsen, die Brasilianer spielen zu sehen, unsere Helden, die uns inspiriert haben, kommen alle von hier”.

An anderer Stelle postete Poldi ein Foto von sich als Fünfjähriger aus dem Jahr 1990 und von heute. Dazu schrieb er: “Derselbe Poldi. Der gleiche Traum. 1990 – 2014”. Damals wurde Deutschland zu dritten Male Weltmeister.

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Fast möchte man meinen, dass da ein professionelles Team bei den Social-Media-Seiten von Podolski die Strippen zieht… Denn hier kann man vor allen Dingen emotionale Themen abarbeiten, die in den offiziellen Statements von Mannschaft und DFB eher nicht vorkommen. Es lohnt sich bestimmt, Podolskis Instagram-Profil auch nach der WM noch weiter im Blick zu behalten. Das macht richtig Spass!

Und warum spielt Lukas Podolski so gut wie nie mit? Hier die Antwort: Er spielt unregelmäßig, da er in der abgelaufenen Saison bei Arsenal London selten zu Start-Elf-Einsätzen kam, nur in wenigen Spielen überzeugen und sich als Torschütze auszeichnen konnte. Erschwerend ist, dass auf seiner Position Linksaußenmit Schürrle, Özil, Götze und Draxler gleich mehrere Spieler um die Gunst des Spielens buhlen. Anfänglich hat Löw auf Mario Götze gesetzt, später mit Özil und Schürrle rochiert.

Bei seinen Einsatz gegen die USA konnte er wenig überzeugen, sodass ihm nur noch die Reservistenrolle blieb. Gegen Algerien im Achtelfinale fiel er verletzt aus, im Viertelfinale gegen Frankreich wurde er gar nicht berücksichtigt und im Halbfinalspiel gegen Brasilien wurde sogar Julian Draxler in der schon längst entschiedenden Schlussphase Podolski vorgezogen.

Fazit: Podolski schaffte es zu keiner Zeit, den Bundestrainer sportlich zu überzeugen. Ihn werden wir bei dieser WM wohl nicht mehr sehen – höchstens zum Jubeln von der Bank aus und bei Stemmen des WM-Pokals. (KT/FE)

Fotos: Instagram