Samstag, 12. Juli 2014, 20:11 Uhr

Jesse Eisenberg in "Night Moves": Thriller zwischen Hitchcock und Dostojewski

Am 14. August startet in den deutschen Kinos der Film ‘Night Moves’.

Die Umweltaktivisten Josh, Dena und Harmon wollen einen Staudamm in die Luft sprengen. Nach ausgiebiger Vorbereitung ist es so weit. Doch etwas geht schief und es gibt keine Möglichkeit mehr in die Normalität zurückzukehren.

Regisseurin Kelly Reichardt zählt zu den ganz großen neuen Talenten des amerikanischen Kinos. Sie interessiert sich ebenso sehr für die akribische Vorbereitung der Tat, wie für die Veränderungen, die sie in ihren Protagonisten hervorruft. So funktioniert ‘Night Moves’ sowohl als Thriller als auch als Psychodrama. Durch die elegant komponierten Bilder und starken Leistungen von Jesse Eisenberg (The Social Network, Die Unfassbaren), Dakota Fanning (Twilight) und Peter Sarsgaard (‘Blue Jasmin’) entwickelt sich eine Sogwirkung, die einen nicht mehr loslässt…

Kelly Reichardt sagte über ‘Night Moves’ “Die Inspiration für die Charaktere war sehr weitreichend. Darunter sind Patty Hearst und die Symbionese Liberation Army, die Mitglieder der Weather Underground und der Black Panthers, Earth First! und die Earth Liberation Front, der Portland Christmas Tree Bomber und der Kerl, der seinen örtlichen McDonald’s niedergebrannt hat – und nicht zuletzt auch der fiktionale Charakter des Raskolnikov aus Dostojewskis ‘Schuld und Sühne'”.

Hinzu kämen “Filme, Bücher und Zeitungsartikel, aber wir dachten auch daüber nach, wer aus unserem Bekanntenkreis zu solchen radikalen Taten fähig wäre oder diese grundlegenden Charaktereigenschaften besitzt. Nach und nach formten sich sehr konkrete Vorstellungen von Josh, Dena und Harmon.”

Der Film lief im Wettbewerb der Festivals von Venedig und Toronto 2013, beim Festival des Amerikanischen Films in Deauville gewann er den Hauptpreis.

Die Reaktionen der Presse waren daraufhin überschwänglich: Einen “fesselnden Anti-Thriller“ nennt die ‘FAZ’ den Film. „Kelly Reichardts Filme zu schauen, heißt Amerika zu entdecken“, heißt es bei ‘wlfilms.de’ und das Fazit von ‘Playlist’: „Ein Thriller zwischen Hitchcock und Dostojewski“…

Fotos: Godlis/ MFA+ FilmDistribution e.K.