Sonntag, 13. Juli 2014, 10:32 Uhr

Versteckspiel beendet: Ian Thorpe bekennt sich zu seiner Homosexualität

Der einstige australische Schwimmstar Ian Thorpe (31), der bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney fünf Medaillen gewann, bekannte sich jetzt öffentlich zu seiner Homosexualität.

Der zweifache Olympiateilnehmer und fünffache Olympiasieger outete sich in einem australischen Fernsehinterview des Senders Channel 10. Das Interview soll am Sonntagabend Ortszeit gesendet werden.

In dem Interview spricht Thorpe auch offen über seinen Kampf gegen Depressionen, Drogen und Alkohol.

Ein Trailer zu dem Interview zeigt den britischen Moderator Michael Parkinson, wie er Thorpe fragt, “Du hast immer gesagt, dass Du nicht homosexuell bist, ist das wahr?” Thorpe Antwort wird noch nicht gezeigt… Die Neuigkeit verbreitete sich über Twitter wie ein Lauffeuer.

In seinen Memoiren ‘This Is Me’, die 2012 veröffentlicht wurden, schrieb Thorpe ausführlich über seine Depressionen, die er seit seiner Jugend hatte, und dementierte vehement die langanhaltenden Gerüchte, dass er homosexuell war: “Ein für alle Mal, ich bin nicht schwul, und alle meine sexuellen Erfahrungen waren heterosexuell. Mich ziehen Frauen an, ich liebe Kinder und ich will eines Tages Kinder haben.”

Der 31-Jährige hatte seine Sportkarriere mit 14 begonnen, zog sich 2012 vom Schwimmsport zurück, nachdem sein Comeback und eine Qualifikation für die Olympischen Spiele gescheitert war. Seine Erfolge: fünf olympische Goldmedaillen, drei Silbermedaillen und eine Bronzemedaille, 22 Weltrekorde sowie viemal Weltschswimmer des Jahres.

UPDATE: “Ich sage der Welt, dass ich schwul bin … und ich hoffe, dass dies die Dinge einfacher macht für andere”, sagte Thorpe, der nach eigenen Angaben mit 19 das erste Mal Antidepressiva nahm. Über sein Schwulsein haben er mit Familie und Freunden erst vor wenigen Wochen geredet.

Warum er sich so lange versteckt hat, erklärte Thorpe in dem Interview: “Ich hatte das Gefühl, die Lüge war so groß geworden. Ich wollte nicht, dass die Leute meine Integrität infrage stellen.” Thorpe enthüllt in dem Interview, wie unwohl er sich jahrelang gefühlt hat. «Niemand muss sich so fühlen, wie ich es lange getan habe. Man kann aufwachsen und sich wohlfühlen und schwul sein», sagte er. Thorpe schrieb in seiner Autobiografie über die Depressionen: «Selbst meine Familie weiß nicht, dass ich einen Großteil meines Lebens gegen lähmende Depression gekämpft habe … Ich habe Alkohol genommen, um schreckliche Gedanken zu vertreiben und meine Stimmung zu regulieren.» Im Februar war er nach Angaben seines Managers wegen Depressionen in einer Rehabilitationsklinik.

Seine Homosexualität geheim zu halten, sei “psychologisch schmerzhaft” für Thorpe gewesen, meinte der Verband schwuler und lesbischer Sportler (Glisa). “Wir ziehen den Hut vor Ian Thorpe im Bezug auf alles, was er in seiner Schwimmkarriere geschafft hat, wir wünschen ihm alles Gute für die Zukunft und hoffen, dass er größeren inneren Frieden und Freiheit findet.” (KT/dpa)

Foto: WENN.com