Montag, 14. Juli 2014, 20:58 Uhr

Der WM-Pokal reiste in der Luxusklasse auf den Final-Rasen

Es ging am Sonntagabend um alles oder nichts: um das Stemmen der 36,6 Zentimeter hohen und 6175 Gramm schweren goldenen Satue, die seit 1974 die Fußballwelt bestimmt.

Standesgerecht wurde sie in einem eigens dafür angefertigten hochwertigen Louis Vuitton-Koffer aufbewahrt und von Brasiliens Model-Export Nummer 1 Gisele Bündchen begleitet und ins legendäre Maracanã gebracht. An ihrer Seite: der spanische Fußball-Star Carles Puyol, der seine aktive Karriere beendete und mit dieser Geste geehrt werden sollte.

Doch viele Fußballversteher rieben sich verwundert die Augen, als die beiden Auserwählten den Pokal samt Köfferchen ins Stadion trugen.
Der Pokal in einem eigens angefertigten Köfferchen vom französischen Luxos-Konzern Louis Vuitton. Doch: Wie kam es dazu? Und warum reist der Weltpokal schon seit vier Jahren in Louis Vuitton?

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Es ist üblich, dass der WM-Pokal vor dem Turnier in der ganzen Welt herumgekommt, in 267 Tagen, durch 88 Länder und dabei knapp 150.000 Kilometer zurücklegen. Da liegt es nahe, dass der Pokal bei dieser Hammertour nicht in der Holz-, sondern in der Luxusklasse reist. Die Fifa hat für die Strapazen einen eigenen und hochoffiziellen Premiumsponsor an Land gezogen: Louis Vuitton ist Hersteller des “Official Trophy Travel Case”.

Seit 2010 reist die Trophäe ganz offinziell in der First Class. Damals gelang es der spanischen Nationalmannschaft, den Pokal einzusacken – da landete das Fußball-Heiligtum aus 18-karätigem Gold zum ersten Mal in einem Koffer des französischen Traditionshauses. Es schien angemessen, wenigstens den WM-Pokal zu schützen und ihm auf seinen Reisen in einer edlen Box unterzubringen. Ihm quasi ein goldenes Dach über dem Kopf zu bieten.

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Nicht zuletzt wegen des materiellen Werts, der dank der steigenden Goldpreise von Turnier zu Turnier größer wird. Aktuell ist der Cup 114.800 Euro wert, wie das Fachmedium “Golreporter” dieser Tage ausgerechnet hat. Im Vergleich zur ersten Verleihung 1974 eine Versechsfachung der Materialkosten! Vom ideellen Wert natürlich ganz zu schweigen.

Übrigens schützt die braun-goldene Box, hergestellt im historischen Louis-Vuitton-Workshop in Asnières-sur-Seine, auch vor Diebstahl. Der Trophäen-Vorgänger, der Coupe Jules-Rimet, wurde – nachdem er nach dem dritten WM-Titel 1970 in den Besitz des brasilianischen Fußballverbandes übergegangen war – vor rund 30 Jahren gestohlen und gilt seitdem als verschollen.

Der aktuelle Cup bleibt deshalb stets in der Obhut der Fifa, der Siegerverband erhält lediglich eine Kopie. (FE)

Fotos: WENN.com, Instagram