Freitag, 18. Juli 2014, 10:52 Uhr

Schauspieler und Moderator Dietmar Schönherr gestorben

Schauspieler, Moderator und Autor Dietmar Schönherr ist tot. Er starb in der Nacht zum heutigen Freitag im Alter von 88 Jahren auf Ibiza, wo er die letzten Jahre gelebt hatte.

Einem breiten Publikum bekannt wurde der Österreicher ab 1966 durch seine Hauptrolle in der ersten und bis heute beliebtesten deutschen Science Fiction-Fernsehserie “Raumpatrouille – die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion”. Später moderierte Schönherr unter anderem gemeinsam mit seiner Frau Vivi Bach die Fernsehshow “Wünsch Dir was” und ab 1973 die erste Talkshow im deutschsprachigen Fernsehen “Je später der Abend”. Er wirkte in über 100 Kinofilmen mit, machte Hunderte von Fernsehproduktionen, stand auf unzähligen Theaterbühnen und tat sich darüber hinaus als Synchronsprecher, Schriftsteller und Regisseur hervor.

Wichtiger noch als sein künstlerisches Schaffen war Schönherr selbst sein soziales Engagement. Nachdem er Anfang der 1980er Jahre die deutsche Friedensbewegung unterstützt hatte, engagierte er sich vor allem in Nicaragua. In dem mittelamerikanischen Land, das zu den ärmsten der Welt gehört, baute er gemeinsam mit dem Dichter Ernesto Cardenal in der Stadt Granada die “Casa de los Tres Mundos” auf, ein Kulturzentrum für Kinder und Jugendliche.

Das Haus gehört heute zu den bekanntesten Einrichtungen seiner Art in Mittelamerika und gilt als Musterprojekt für kulturelle Entwicklungszusammenarbeit. Um das Projekt zu finanzieren, gründete Schönherr eine Stiftung, aus der 1994 der Verein Pan y Arte hervorging. Dessen Name (“Brot und Kunst”) geht auf ein Zitat Schönherrs zurück: “Brot und Kunst sind die wichtigsten Lebensmittel des Menschen. Wir kümmern uns um beides.”

Seit der Vereinsgründung übernahm und initiierte Pan y Arte viele weitere Projekte in Nicaragua. Nach dem verheerenden Hurrikan Mitch im Herbst 1998 formulierte Schönherr einen flammenden Hilfsaufruf in der Wochenzeitung “Die ZEIT”. Mithilfe der daraufhin eingehenden Spenden konnte der Verein das Dorf Los Ángeles in Malacatoya neu aufbauen und damit mehr als 1.300 Menschen ein Dach über dem Kopf geben.

Foto: WENN.com