Samstag, 26. Juli 2014, 21:16 Uhr

"For No Eyes Only": Hitchcocks "Fenster zum Hof" für die Generation Facebook

Alfred Hitchcocks Klassiker ‘Das Fenster zum Hof’ diente als Inspiration und Vorbild für den Jugendkrimi ‘For No Eyes Only’, der jedoch kein Remake, sondern vielmehr eine Hommage sein soll – eine moderne Interpretation.

Der Film – den wir ins unserer Preview-Reihe vorstellen – des Kölner Jungregisseur Tali Barde (erst 24 Jahre alt!) liefert das Porträt einer Generation, in der das Internet nicht mehr wegzudenken ist und unser Leben untereinander und miteinander bestimmt. In einer Zeit, in der anonyme Identitäten entstehen, Privatsphäre immer transparenter zu werden scheint und persönliche Daten das neue Tauschgut sind. “Sicher” ist das Internet noch lange nicht! Dieses Bewusstsein soll ‘For No Eyes Only’ unter dem Deckmantel einer unterhaltsamen, spannenden Geschichte wieder ins Bewusstsein rufen.

Wegen eines Hockeyunfalls ist Computer-Nerd Sam mit einem Gipsbein an seinen Schreibtischstuhl gefesselt. Gerade als seine Langeweile droht ihn fast umzubringen, stößt er im Internet auf eine Hack-Software, die es ihm ermöglicht auf fremde Webcams zuzugreifen. Schnell wird der sozial eher zurückgezogene Teenager zum heimlichen Voyeur und erfährt alles über die intimsten Geheimnisse und Fassaden seiner Mitschüler.

So zum Beispiel auch, dass der geheimnisvolle Neue in der Schule, Aaron, anscheinend ein Problem mit seinen Eltern hat. Als dieser plötzlich eines Abends ein Messer in seinem Zimmer versteckt und anschließend von den Eltern jegliche Spur fehlt, wird Sam misstrauisch.

Gemeinsam mit Klassenkameradin und seinem heimlichen Schwarm Livia versucht er auf eigene Faust dem Ganzen auf den Grund zu gehen… doch schon bald geraten die beiden dabei in brenzlige Situationen…

Der Film wurde von der Deutsche Film- und Medienbewertung mit dem Prädikat “Besonders wertvoll” ausgezeichnet.

In der Begründung heißt es: “Bei der Wahl dieses hochbrisanten Themas ist es Tali Barde gelungen, über 97 Minuten die Spannung aufrecht zu halten. Spürbar nah bewegt er sich an der Welt der Jugendlichen, fängt den Schulalltag authentisch ein und trifft mit Witz, adäquatem Musikeinsatz und guten Einfällen genau den richtigen Ton. Geschickt sensibilisiert er die „Generation Facebook“ für diese brisante, allgegenwärtige Thematik und zeigt auf, wie gläsern man sich durch die neue Kommunikationskultur macht. Dabei bezieht der Film keine wertende Stellung und konzentriert sich ganz auf die Welt der Jugendlichen. “

Deutscher Kinostart ist im Oktober.

Fotos: Zorro