Mittwoch, 30. Juli 2014, 15:20 Uhr

Darum trägt Olivia Jones jetzt die Tom-Selleck-Rotzbremse

Zwei Mal hat die Hamburger Frauspielerin Olivia Jones (44) bekanntlich schon vergeblich versucht ins Hamburger Rathaus “einzuziehen”.

Nun klappt es endlich. Zwar auf Umwegen und nur für einen kurzen Moment, aber der Anlass ist ihr umso wichtiger: Denn gemeinsam mit Gleichstellungssenatorin Jana Schiedek durfte Olivia heute morgen gegen 11 Uhr als CSD-Schirmherrin die Regenbogenflagge über dem Rathaus hissen.

Als Miss Jones heute im Rathaus auftauchte, waren einige der Anwesenden zunächst irritiert: Trägt Olivia jetzt Bart? Doch Selkbstdarstellerin Olivia, die sich den Oberlipprnbart wohl bei US-Ikone Tom Selleck (Foto unten) geliehen hatte, konnte Entwarnung geben: “Der ist nur angeklebt – und eine Referenz an Conchita Wurst.”

Mehr zum Thema: Du lieber Gott, so hat sich Conchita Wurst noch nie gesehen!

“Wer von uns hätte im letzten Jahr gedacht, dass die neuen Grenzen Europas ausgerechnet mal von einem Herren mit Damenbart gezogen würden?” schreibt Olivia deshalb auch im offiziellen CSD-Grußwort. Und weiter: “Huldigungen und Hass-Tiraden zu Conchita Wursts ESC-Sieg haben gezeigt, wie viel wir schon mit unserem Kampf erreicht haben, aber auch, wo noch eine Menge Arbeit vor uns liegt: Vor allem in den Ex-Ostblock-Ländern!”

Und genau daran wollte Olivia heute mit ihrem “Teilzeit-Bartwuchs” noch einmal erinnern. “Damit Conchitas Auftritt und die Diskussionen nicht zu schnell wieder in Vergessenheit geraten.”

Olivia nutzte auch die Gelegenheit, sich in Interviews noch einmal bei der “Hamburger Community” zu bedanken: “Dass ein Paradiesvogel wie ich in diesem Jahr die Community vertreten darf, ist nicht selbstverständlich. Ich empfinde das als große Ehre und bin mir der Verantwortung und des Vertrauens bewusst. Immerhin bin ich als buntes Huhn eher eine Ausnahme und nicht die Regel. Die meisten Schwulen und Lesben wollen einfach ein ganz normales Leben leben. Und nicht das einer Olivia Jones oder Conchita Wurst. Wir sind und bleiben Ausnahmen. Genau wie auch die bunten CSD-Paraden Ausnahmen vom Alltag sind, um Aufmerksamkeit zu schaffen und möglichst medienwirksam an den Aufstand in der Christopher Street und die Wurzeln zu erinnern. Der ist zwar jetzt rund 45 Jahre her. Und es wurde schon vieles erreicht. Aber der Kampf ist eben noch lange nicht zu Ende.”

Fotos: Scoopcom, WENN.com