Freitag, 15. August 2014, 14:46 Uhr

Peter Plate über Romeo & Julia und die Rückkehr von Rosenstolz

Für ‘Romeo & Julia’ – die schönste Liebesgeschichte der Welt –  wurde ein Musical geschrieben und in ein völlig neues, modernes Gewand gebracht.

Die Rosenstolz-Produzenten Peter Plate und Ulf Leo Sommer zeichnen sich musikalisch dafür verantwortlich. Am Samstag ist große Weltpremiere in Kiel. klatsch-tratsch.de sprach mit Peter Plate über das neue aufregende Projekt und hakte auch in Sachen Rosenstolz nach.

Peter Plate, sie sind seit Jahren in der deutschen Popmusik ein Hitgarant. Wie kam es dazu, ein Musical zu schreiben?
Es ist in erster Linie ein großer Traum. Ulf und ich haben schon seitdem wir uns kennen gelernt haben darüber geredet, wie toll wir Musicals finden. Dann haben wir all die Jahre auch immer wieder nach Stoffen gesucht und immer wieder darüber geredet. Ich hatte bereits als Jugendlicher einmal in der Oberstufe mit zwei Freundinnen ein Musical geschrieben. Im Urlaub bin ich dann immer nach London oder New York geflogen und habe mir etliche Sachen angeguckt. Man merkt, das hat mich irgendwie nie losgelassen. Deswegen fühlt sich das jetzt ganz schön für mich an.

Welche Unterschiede gibt es zwischen einem Popsong und einem Musicaltrack?
Naja, unsere Idee war ja trotzdem, dass wir eine Art Pop-CD machen. Trotzdem haben wir gewisse Themen aufgegriffen,  z.B. eine Overtüre geschrieben, man konnte einfach ein wenig freier sein. Ein Popformat ist dann doch ein wenig eingeschränkter. Inhaltlich sich auf die Figuren Romeo und Julia zu konzentrieren – da wurden auch viele Erinnerungen bei uns selbst wach. Wie war die erste Liebe? Gefühle des Wahnsinns, alles andere ist dir scheissegal.

Man kann die Entwicklung eines Songs für ein Musical ja nicht ganz losgelöst vom Interpreten sehen. Wie verlief der Kreativprozess vom Demo bis zur Performance? Haben Sie die Sänger denn mit ausgewählt?
Na klar haben wir das, es ist ja sozusagen eine Familienproduktion und alles von uns gemacht. Unser großer Traum war von Anfang an Katharina Thalbach, weil ich sie liebe und bewundere. Ich habe sie bei einem ihrer Auftritte gesehen und wusste auch wie toll sie interpretieren kann. Wir haben alle einfach angerufen.

Was ist anders an der Musik zu ‘Romeo & Julia’ – einem eher konzeptionellen Pop-Album – im Gegensatz zu klassischen Musical?
Das kann ich gar nicht wirklich beantworten, das Thema Musical ist in Deutschland einfach sehr sehr klein. In Deutschland werden nur die Blockbuster gespielt und die sind natürlich anders als unser Stück. Bei den großen Musicals gibt es immer ein Happy End, bei uns sterben sie am Ende einfach. Shakespeare kannst du nicht verändern und es geht nun mal nicht alles Gut aus im Leben.

Ihr musikalischer Partner Ulf Leo Sommer erzählte, dass Ihnen für Romeo & Julia ursprünglich die Komposition von drei Songs angeboten wurden. Dann haben sie alles übernommen, weil sie gerne “so überemsig“ seien…
Ulf und mir macht das so viel Spaß, wir haben tatsächlich Blut geleckt. Mir macht das Spaß zu sehen, dass die Musik, die ich schreibe, lebendig wird. Das Zusammenarbeiten mit den Schauspielern und das inszenieren, ist einfach so toll.

Wo haben Sie Ihre Inspirationen her?
Einfach aus dem Thema Romeo und Julia. Wir saßen viel zusammen, haben über die Liebe geredet, was als Ex-Paar natürlich sehr spannend ist.

Romeo & Julia ist zwar ein Klassiker und sämtliche Shows mit 10.000 Tickets sind ab dem 16. August bereits ausverkauft, obwohl kein Mensch Ihre Musik dazu kennt. Wie erklären Sie sich das?
Ich glaube es gibt da dieses große Bedürfnis nach Romeo und Julia. Es wird als die größte Liebesgeschichte der Welt bezeichnet und ich glaube, dass es sie auch ist. Das tolle an Shakespeare ist, wenn es um die Liebe geht, ist er nie zynisch.

Der Song ‘Elektrisch’ mit The-Baseballs-Sänger Sebastian Raetzel wird ja hinter vorgehaltener Hand schon als Hit gehandelt…Wird es ein Musikvideo geben?
Wir haben erst einmal mit zwei anderen Videos angefangen. Wir haben nicht darüber nachgedacht ob es dafür auch eins geben soll. Normalerweise hat man Monate Zeit um so etwas zu bewerben, jetzt müssen wir einfach alles machen, das ist echt toll.

Haben Sie Angst vor der Premiere?
Die offizielle Generalprobe gab es schon. Angst habe ich nicht, aber ich bin sehr nervös. Ich bin aber positiv angespannt, ich freue mich echt darauf.

Wird ihre musikalische Romeo & Julia-Version auf Tour gehen, bzw. auch an anderen Häusern gespielt werden?
Wir wollen erst einmal die Premiere gut hinbekommen und schauen wie es ankommt. Die Karten sind ausverkauft und deswegen herrscht großer Druck, aber wir wissen nicht ob es den Leuten auch am Ende gefällt. Aber natürlich, es wäre ein großer Wunsch, das es auch durch Deutschland tourt.

Was sind ihre nächsten Pläne?
Wir haben Musik für einen Film gemacht, ‚Coming In‘, die CD soll Ende Oktober auf den Markt kommen. Dann natürlich ‚Bibi und Tina 2‘, man kann sagen, es ist eher zu viel, als zu wenig Arbeit. Für mich ist es schön, denn ich habe 20 Jahre nur an einem Thema gearbeitet und jetzt mache ich jeden Tag etwas anderes.

Ist Rosenstolz eigentlich für immer verloren?
Anna und ich bezeichnen das ja immer als Pause, weil wir uns immer die Tür offen halten. Ich stehe nicht auf große Auflösungen, um zwei Jahre später zu sagen: Ätsch, wir sind wieder da!

Foto: Ferran Casanova