Samstag, 16. August 2014, 16:44 Uhr

Hubert Kah bei "Promi Big Brother": Das steckt hinter der Fassade

Hubert Kah (563, eigentlich Hubert Kemmler) zählte in den 80er Jahren zu den Ikonen der Neuen Deutschen Welle, aber stets zur etwas intellektuelleren Fraktion.

Nun ist er einer der Prominenten bei ‘Promi Big Brother’. Dem geneigten Zuschauer dürfte der Sänger immer etwas verpeilt vorkommen, der verwundert den Gesprächen seiner Mitbewohner lauscht und stets scheint es so, als hörte er solche Geschichten zum ersten Mal. Einige Medien unterstellen ihm sogar, ob er die “Show überhaupt verstanden” habe. Doch für sein hin und wieder scheinbare Teilnahmslosigkeit scheint es eben besondere Gründe zu geben.

Hubert Kahs letztes Album erschien 2005, nachdem er von 1982 bis 1985 eine unglaubliche Hitserie hinlegte (u.a. Rosemarie, Sternenhimmel, Einmal nur mit Erika, Engel o7). Immer wieder schrieb er auch Songs für andere Künstler, war lebenslustig und unglaublich kreativ.

Dann der Karriereknick: Jahrelang litt er seit Ende der 80er an Depressionen, Panikattacken und Krampfanfällen, wie er jüngst im Gespräch mit ‘Die Welt’ verriet. Seit 2012 muß er sich regelmäßig behandeln lassen. “Hubert Kah muss ab jetzt eine strenge Diät einhalten und tyraminreiche Nahrung wie überreifer Käse meiden, die zu gefährlichem Bluthochdruck führen kann”, heißt es da. “Der lebensfrohe Mann von früher versinkt in Leere und Angst und zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück”, schreibt das Blatt über die Zeit. Das alles klingt sehr bitter und erklärt heute vieles . Das Leben aber wollte er sich nie nehmen.

Inzwischen arbeitet der studierte Rechtswissenschaftler auch wieder an einem neuen Album. Doch das kostete ihn offenbar viel Geld. Ein Grund, ins Big Brother-Haus zu ziehen, wie er dem Blatt verriet: “Die Albumproduktion hat mich in eine empfindliche Liquidationssituation gebracht, die Sendung bringt mir sehr viel Geld. Mein Gesicht hier zu wahren, wird die Herausforderung sein. Wünschen Sie mir viel Glück.”

Im Gespräch mit SAT.1 plauderte er nun auch über seinen Einzug und über das, was ihn erwartet. “In erster Linie erwarte ich ein Riesenabenteuer. Was so über Promi Big Brother geschrieben wird, interessiert mich nicht. Ich bin jemand, der das macht, was er möchte, aber nie auf Kosten von anderen. Ich hab einfach Lust auf dieses Experiment. Und ich bin ganz ehrlich – natürlich bin ich auch an der Gage interessiert.“

Promi Big Brother sei für ihn durchaus “nicht die einzige Chance, wirklich wahrhaftig zu sein. Um natu?rlich zu sein, sollte man einerseits Loslassen und die Kameras vergessen. Man muss aber auch immer im Hinterkopf haben, dass man fotografiert wird und sollte manche Sachen nicht machen.“

Der Sänger verriet zudem was er in dem Haus wohl am meisten fehlen werde: „Am meisten vermissen werde ich meine Lebensgefährtin, mit der ich erst seit drei Monaten zusammen bin. Ich habe auch keine Fotos dabei und es passiert einem ja manchmal am Anfang der Beziehung, dass man nicht mehr weiß, wie seine Freundin aussieht. Und ich vermisse mein geliebtes iPad. Ich bin ein kleiner iPad-Junkie. Dafür rauche ich nicht und trinke auch keinen Alkohol.“

Er gehe “da nicht zum Wohlfühlen rein”, erklärte Hubert Kah dann noch. “Ich würde mich schon wundern, wenn es überhaupt irgendwas gäbe, wodurch man sich wohlfühlen könnte. Wichtig wäre dann jedoch für mich ein guter Kaffee morgens und dazu den Sportteil von meiner Bild-Zeitung.“

Und auf die Frage, was er mit den 100.000 Euro Gewinn machen würde hatte er eine klare Antwort parat: “Auf jeden Fall nicht spenden.“

Fotos: SAT.1/Willi Weber