Montag, 25. August 2014, 21:48 Uhr

Nico Vega: Zweites Album mit jeder Menge fetter Songs

Am 19. September 2014 erscheint das neue Album „Lead to Light“ der US-amerikanischen Rockband Nico Vega.

Das textlich lebhafte, melodiöse Werk mag für einige der Hardcore-Liebhaber von Nico Vega wie ein Abschied von der düsteren, instinktiven, Rock-orientierten Natur von „Beast” (Der Song wurde in Trailern für die Filme ‘The Collector’ und ‘Jack Reacher’ verwendet.) klingen – aber fürchtet euch nicht, tanzt dem Licht entgegen. Das Trio (Rich Koehler – Gitarre, Dan Epand – Schlagzeug und Aja Volkman – Gesang) hat schon immer aus der Hüfte geschossen, was in einer Rohheit resultierte, die unmöglich in eine Schublade gesperrt werden kann und live beinahe jenseitig anmutet.

‘Lead to Light’ entstammt eben diesem rebellischen Geist und erhöht den Einsatz mit herzergreifenden Alternative-Pop-Balladen/Jams, die noch immer die Fackel ihres geliebten Underdogs tragen, diesmal aber auch persönlich werden. Das Licht führt nach innen; einer zutiefst autobiografischen musikalischen Erzählung entgegen, die von der Reise handelt, die das Trio seit seiner selbstbetitelten Veröffentlichung hinter sich gebracht hat (Hochzeiten, Kinder, Liebe).

Volkmans furchtlose Verletzlichkeit schmiedet ehrliche Texte, die sich nicht vor den menschlichen Fragen scheuen: „Was tun wir? Und wozu ist das alles gut?“ Die Antworten werden in einem Sound aufgezeichnet, der von einer glücksseligen Dringlichkeit angetrieben wird, bestäubt mit Synthesizern, einer pulsierenden, Gitarren-geladenen Eskalation und einer emotionalen Kante. Was wir hören, ist Nico Vega an genau dieser Schwelle, eine Fahne der Unterwerfung und des Sieges schwenkend. Oder einfacher ausgedrückt: Es ist eine große Nico-Vega-Party und wir sind alle eingeladen.

Aja Volkmans Stimme webt sich auf dem Album nahtlos durch eine atemberaubende Bandbreite. An einem Ende die Single „I Believe (Get Over Yourself)“, ein ausgelassener Chorus Dance-Jam, produziert von Dan Reynolds (Frontmann von Imagine Dragons) und am anderen das wunderschön eindringliche Cover von „Bang Bang“. Der Underdog-Spirit ergreift mit „No Home“ die Flucht, einer pulsierenden Ballade, die sich bis zur inspirierenden Forderung steigert: „Du musst kämpfen für das, was du liebst und dein Heim bauen!“.

Für „the red-headed step-child“ (wie Volkman liebevoll singt) geht der Kampf in Form von „I’m on Fire“ voran, einer epischen, lodernden Indie-Hymne, entbrannt aus einer melodiösen Laune und gleichzeitig eine delikate Hommage an Soul, bei der man am liebsten sofort mitschreien möchte. Die Dynamiken schnellen von heftig zu verspielt und wieder zurück.

In einen ansteckend frühreifen HipHop-Beat verfallend, zitiert „Back of my Hand“ Texte aus dem Tagebuch der 13-jährigen Volkman; mit einem Klang, der in seiner Schlichtheit fesselnd ist. Volkman croont sich furchtlos in gegensätzliche Welten hinein, flirtet mit HipHop, Blues und Funk – und die Band folgt ihrem Beispiel und inszeniert einen frischen, Alternative-Pop-Sound, der ultimativ modern ist, bisweilen aber auch von einer vintage-bluesigen Vergangenheit widerhallt, die beweist, dass das „Beast“, in all seiner Glorie, der größte Widerspruch von allen ist.

‘Lead to Light’ markiert Nico Vegas Evolution von intuitiven Songwritern zu handwerklich geschickten und relevanten Kollaborateuren/Produzenten. Sie wurden auserwählt, um Chers „Bang Bang“ für A&Es Miniserie Bonnie and Clyde zu covern. Anfang des Jahres fand die Hymne „Beast“ ihren Weg in die Charts, über die Hardcore-Fanbase hinaus, hin zum Mainstream-Publikum und diversen Einsätzen in der Werbung, z.B. für Vampire Academy, BioShock Infinite, Ketel One, Jack Reacher und Pacific Rim. Lead to Light ist direkt, es ist an deiner Seite und es hält dir den Rücken frei. Es ist die beste Freundin deiner Kindheit, das Mädchen deiner Träume und sie wird dich unwillkürlich dazu bringen zu tanzen: es ist Lead to Light.

Fotos: Warner Music