Freitag, 29. August 2014, 19:08 Uhr

Promi BB: "Ronald Schill wird die 100.000 Euro gewinnen, jede Wette"

Vierzehn Tage lang durfte die halbe Fernsehnation Ronald Barnabas Schill (55) im ‘Promi Big Brother’-Haus kennenlernen. Der umstrittene Ex-“Richter Gnadenlos” und Hamburger Ex-Senator gab ein überraschendes neues Bild von sich ab.

Parallel zu seiner TV-Präsenz erschien sein Buch ‘Der Provokateur’, das in einem kleinen Berliner Verlag herausgegeben wurde. Und auch das sorgte für eine Sensation hierzulande: Es stieg in dieser Woche auf Platz 15 der ‘Spiegel’-Taschenbuch-Bestsellerliste ein.

In seiner Autobiografie zeichnete der schillernde Schill ein sehr lebhaftes Bild von sich und seinen Erlebnissen vor, während und nach seiner Politikerkarriere. Der Ex-Senator war verantwortlich für den stärksten Kriminalitätsrückgang in einer Stadt in Deutschland, aber auch für zahlreiche Skandale – wie seine legendäre Skandal-Bundestagsrede (siehe Video) oder reichlich amouröse Abenteuer am Gerichtshof wie auf Luxusjachten und Swingerclubs, über die er ganz offen berichtet.

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Er hatte mit der nach ihm selbst benannten Schill- Partei gegen den Widerstand von Künstlern, Kirchen, Gewerkschaften und Politikern bis rauf zum damaligen Bundeskanzler einen sensationellen Wahlerfolg erzielt. Auch die blauen Polizeiuniformen verdanken wir Schill. Zwischen politischen Intrigen, medialem Druck und jeder Menge intimer Details aus seinem neuen Leben in Südamerika will Ronald B. Schill auf 205 Seiten die Wahrheit über sein Leben erzählen.

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Bernd Löwe, Professor für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, rechnet trotz des Verkaufserfolges in ‘Die Zeit’ unter der Überschrift “Der Hamburger Spieler” mit einer vernichtenden Rezension ab: “Das Buch ist ein triviales Drama. (,,,) Vieles, was Schill beschreibt, hat Züge eines narzisstischen Persönlichkeitsstils. Er zeichnet Menschen aus, die sich vor allem gut fühlen, wenn sie angehimmelt werden. “

Die ‘Neue Osnabrücker Zeitung’ wettert: “Bei ‘Promi Big Brother’ hat Schill sich zum Michel Houellebecq (umstrittener frz. Autor, die Red.) des Trash-TV gemacht, zum nihilistischen Misanthropen, der Geilheit und Gier nicht versteckt, sondern mit ausstellt. Alles, um zu beweisen, dass die Welt genauso verkommen ist wie er. Nur im Schlussakkord fehlt Schill der Mut zur Perfektion. Sein Preisgeld will er in ein Krankenhausprojekt stecken. Warum nicht in Sex und Drogen? Halbherzig. Aber auch deprimierend.”

‘Die Welt’ läßt ebenso kein gutes Haar an Schill: “Schill ist auf seine Weise eine epische, ja fast shakespeareske Figur. Wer hat zuletzt so frei über Drogen und die Verlockungen von Sex, Macht und Geld gesprochen? Schill hat das alles gelebt. Oder zumindest tut er ziemlich überzeugend so, als ob er genau das Leben lebt, von dem einige Männer ihr ganzes braves Reihenhausleben lang träumen. Schill war weit oben. Jetzt ist er ziemlich weit unten. Gefangen im Containerkeller, in einer schäbigen Inszenierung mit schauerlichen Gestalten und erzählt uns von Freiheit.”

Kommentar der ‘Bild’-Zeitung: “Schills Zukunft war vorgestern. Sein Platz bleibt für immer der Arsch der Welt. Wenn schon gescheitert, dann richtig. Ronald Schill, der ‘Hells Angel’ des Privatfernsehens: Es gibt keine Gesetze, nur meine eigenen. Schill hat nichts mehr zu verlieren. Nicht mal den Anstand. Das macht frei. (…) Es ist geil, ein Arschloch zu sein. Ronald Barnabas Schill wird die 100.000 Euro bei Big Brother gewinnen, jede Wette. ” Alles andere würde wohl kaum für einen nachhaltigen Medienrummel sorgen.

Fotos: SAT.1