Mittwoch, 10. September 2014, 17:57 Uhr

David Hasselhoff lässt sich von Flüchtlingen die Mauer erklären

US-Sänger und Schauspieler David Hasselhoff (62) hat sich für eine Fernsehdokumentation zum Mauerfall mit Menschen getroffen, die aus der DDR geflüchtet sind.

In der Sendung ‘David Hasselhoff: 25 Jahre Mauerfall’ für den Bezahlsender National Geographic Channel bringt er den Zuschauern die Geschichte der Mauer näher und unterhält sich mit Zeitzeugen: Joachim Rudolph zum Beispiel hatte 1962 die Idee, einen Tunnel von Ost- nach West-Berlin zu graben – 29 Menschen krochen in die Freiheit.

Hasselhoff trifft sich  auch mit Hartmut Richter, der im Jahre 1966 flüchten konnte, indem er über einen Kanal in den Westen schwamm. Er hinterließ seine ganze Familie in Ost-Deutschland. Zu der Zeit war es möglich, durch Ost-Deutschland nach West-Berlin zu fahren, aber nur unter der Bedingung, dass man auf der Autobahn bliebe. Entschlossen, seine Familie und anderen Menschen zu retten, fuhr Hartmut mit seinem Auto in den Osten und schmuggelte etwa 30 Menschen im Kofferraum über die Grenze. Bei seiner letzten Fahrt wurde er von Soldaten aufgehalten und zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Vier Jahre später zahlte die westdeutsche Regierung für seine Freilassung.

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Der Star unterhält sich in der Dokumentation auch mit den Brüdern Bethke: Ingo Bethke flüchtete als junger Soldat nach West-Berlin und hinterließ seine zwei Brüder Holger und Egbert. Ingo erzählt David Hasselhoff, wie sein Bruder Holger in der Nacht vom 31. März 1983 ein Drahtseil mit Pfeil und Bogen in den Westen schoss, wo es befestigt wurde und über das er sich in die Freiheit hangelte. Um ihren anderen Bruder Egbert zu retten, hatten Ingo und Holger einen noch spektakulären Einfall: Mit einem Ultraleichtflugzeug über die Grenze fliegen und zurück.

Hasselhoff hatte mit seinem Lied ‘Looking For Freedom’ Ende der 80er kuioserweise einen Riesenhit. Jahrelang verfolgte ihn das Gerücht, er betrachte ‘Looking For Freedom’ als einen der Auslöser des Mauerfalls. “Das ist kompletter Müll”, stellte “The Hoff” 2011 klar.

Der Song stellte für viele Ostdeutsche einen Aufruf dar, für die Freiheit auf die Straße zu gehen. 25 Jahre danach kehrt David nun zurück in die Hauptstadt und erzählt, wie er persönlich die Stimmung vor und nach dem Mauerfall empfunden hatte. Der Schauspieler und Sänger besucht
Menschen, die bei spektakulären Fluchtversuchen mit der Hoffnung auf einen Neuanfang ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben.

Der Sender zeigt die Dokumentation am 9. November um 22.00 Uhr. (KT/dpa)

Foto: National Geographic Channel/Paul Jenkins