Donnerstag, 11. September 2014, 19:12 Uhr

"Drei Engel für Dresden": Das ist das neue Tatort-Team

Die Entscheidung ist gefallen – der neue MDR-“Tatort” aus Sachsen spielt in Dresden.

Hier wird das erste Mal in der Geschichte der “Tatort”-Reihe ein rein weibliches Ermittlerteam an den Start gehen – gespielt von Karin Hanczewski, Alwara Höfels und Jella Haase. Letztere verkörpert eine Polizeianwärterin, die nach dem ersten gemeinsamen Fall ihren eigenen Weg gehen wird. Komplettiert wird die hervorragende Besetzung durch Martin Brambach als Chef des Kommissariats.

Der MDR stellte heute das Konzept und den Cast im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vor. Karin Hanczewski konnte leider aufgrund von Dreharbeiten im Ausland nicht teilnehmen, sendete aber eine Grußbotschaft nach Dresden.

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Der Sender setzte bei der Entwicklung des Sachsen-‘Tatorts’ im Frühjahr 2014 auf ein offenes Verfahren und startete eine entsprechende Angebotseinholung im Internet. Dabei wurden mehr als 30 Vorschläge eingereicht. Dennoch herrschte nach der Vergabe vielerorts Enttäuschung. Chemnitz hatte in einer Online-Petition “Tatort nach Chemnitz!” mehr als 3800 Unterschriften gesammelt. “Die Entscheidung für Chemnitz wäre toll gewesen”, sagte Initiator Joerg Fieback. Auch Görlitz hatte sich wegen seiner Lage im Dreiländereck Polen-Tschechien-Deutschland Hoffnungen gemacht. Auf Facebook hatte sich die Gruppe “Tatort nach Görlitz” gegründet und knapp 2000 Unterstützer gefunden.

Mit der Entscheidung für das Konzept Wiedemann & Berg Television GmbH & Co. KG stand zugleich auch der neue Dreh- und Spielort fest. Nachdem die Hauptkommissare Ehrlicher (Peter Sodann) und Kain (Bernd Michael Lade) bis 2000 in Dresden ermittelten, geht nun erneut ein “Tatort”-Team in der sächsischen Metropole auf Verbrecherjagd.

Die “Drei Engel für Dresden” sind laut Autor Ralf Husmann moderne, selbstständige Frauen, die sich nicht nur mit schwierigen Fällen, sondern auch mit einem schwierigen Alltag herumschlagen: Alleinerziehend die eine, mit einem großen Kinderwunsch die andere. Humor spiele eine wesentliche Rolle, erklärte Husmann. Mit dem Metier kennt sich der Autor aus: Husmann schrieb unter anderem für Comedy-Produktionen wie ‘Die Harald Schmidt Show’ oder ‘Stromberg’.

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An seinem Sächsisch muss Martin Brambach noch feilen. “Da muss ich mich wieder reinhören”, gestand der Schauspieler (‘Barfuß bis zum Hals’) am Donnerstag. Dabei ist der Dialekt dem 47-Jährigen nicht fremd: Er wurde in Dresden geboren und wuchs an der Elbe auf. Im Alter von sechs Jahren zog Brambach nach Berlin – und wurde an der Schule wegen seines Dialekts gehänselt. “Ich habe mir Mühe gegeben, das abzustellen.”

Ob er sein Sächsisch für die neue Rolle im ‘Tatort’ braucht, steht noch nicht fest. “Vielleicht werden mal Kleinigkeiten eingestreut, aber dass es eine richtig sächsische Figur wird, glaube ich nicht”, erklärte Brambach. Die Dreharbeiten in seiner alten Heimat seien für ihn etwas ganz Besonderes und die “Rückkehr zu seinen Wurzeln”. (kt/dpa)

Fotos: MDR/Arvid Müller