Montag, 15. September 2014, 14:03 Uhr

"Schwiegertochter gesucht": Sind 3,88 Millionen Zuschauer genauso bekloppt?

Kaum zu glauben: ‚Schwiegertochter gesucht‘ konnte am gestrigen Sonntag erneut richtig punkten.

Im Durchschnitt verfolgten unglaubliche 3,88 Millionen Zuschauer an den Bildschirmen, wie Vera Int-Veen alleinstehenden Männern bei der Suche nach der “großen Liebe” half. Damit war ‘Schwiegertochter gesucht’ nicht nur die meistgesehene Sendung auf dem Sendeplatz, die dritte Folge holte auch einen neuen Staffelbestwert. Hut ab! Bleibt nur die Frage was die Fremdschämshow eigentlich so erfolgreich macht? Schadenfreude? Und die nächste Frage: Sind 3,88 Millionen Zuschauer genauso bekloppt wie die ganze furchtbare Inszenierung? Letzteres ist eigentlich unvorstellbar.

Dabei werden so schlichte Figuren wie die resolute, inzwischen 31 Jahre alte, Beate Fischer aus dem Westerwald vorgeführt, die nunmehr auf der Exoteninsel Bali nach dem richtigen deutschen Mann an ihrer Seite sucht. Damit’s auch richtig schräg wird, wurden das Quartett (Beate nebst Mutti Inge und den Liebesanwärter Thomas und Michael) nicht nur in einen Affenpark gesteckt, sondern offenbar auch in Klamotten aus einer Altkleidersammlung.

Dass die kleine Gruppe beispielsweise selbst auf die Idee gekommen ist mit zwei (!) Jeeps (!) durch die Gegend zubretten, darf ernsthaft bezweifelt werden. Da kostet allein ein Jeep schon mal 200 Euro die Woche … Und das Mutter Inge (Foto unten auf der Parkbank) bei der Auswahl ihrer Klamotten nicht behilflich ist, ist beschämend. Vermutlich haben die Mitarbeiter des Teams fortwährend Kiefeschmerzen vom vielen Lachen.

Aber auch solche Dialoge wie diese sorgen natürlich beim Fernsehzuschauer für Schenkelklopfer: So sagte die Raststättenfachangestellte Beate in einer Szene: „Ich sehe gleich aus wie eine Vogelscheuche“. Kommentar von Thomas (der mit den schrägen Fotoprint-Shorts und dem viel zu engen Lycra-Sporttop): “Dafür bist du viel zu schön!“

Am Ende des Tages zieht die forsche Beate dann auch ein beeindruckendes Resümee, denn jede Folge benötigt einen sogenannten Hangover, damit wir nächste Woche wieder einschalten.

Sie sagt jedenfalls zu ihrer Mutter: „Ich würde morgen gerne etwas mit Thomas unternehmen, vielleicht vertiefen sich die Gefühle“. Weiß der Teufel, ob Beate das ernst meint, oder der Satz irgendwie im Script stand. Und kaum zu glauben, dass Protagonisten wie Beate und ihrer Mutter Irene klar ist, wie sehr sie sich zum Affen machen müssen.

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Wären wir also bei der Frage, was solch eine Show so erfolgreich macht: Nimm Darsteller, die ihr Handeln und die Konsequenzen daraus weder überschauen noch selbst genügend einschätzen können und verfrachte sie in eine Kulisse, die konträr zu ihrem eigentlich Alltag steht.

Übrigens: Dauerkandidatin Beate Fischer darf seit 2008 in RTL-Doku-Kuppelshows mitwirken, so u.a. auch in ‘Bauer sucht Frau’. Warum schützt niemand diese bemitleidenswerten Zeitgenossen vor der nach Quoten geifernden Krake Reality-TV?

Fotos: RTL