Freitag, 10. Oktober 2014, 18:30 Uhr

Xavier Naidoo äußert sich nach heftig kritisiertem Auftritt

Der ‘Nicht von dieser Welt’-Sänger Xavier Naidoo (43) ist in den letzten Tagen mit Kritik überhäuft worden. Dass er am Tag der deutschen Einheit vor Anhängern der rechten Szene und den sogenannten “Reichsbürgern” in Berlin gesprochen hatte, wurde ihm in seiner Heimatstadt Mannheim und von vielen Fans übel genommen.

Das berichteten diverse Medien und auch der Oberbürgermeister von Mannheim Peter Kurz zeigte sich von dem deutschen Soulsänger enttäuscht: “Ich bedaure diese Entwicklung sehr”, erklärte er gegenüber dem ‘Mannheimer Morgen’. Seiner Meinung nach sei Xavier Naidoo ein sozial und für die Stadt engagierter Künstler. „Er stellt sich mit seinen politischen Äußerungen ins Abseits und in die Nähe von Personen, wo er meines Erachtens nicht hingehört.“ Weiter heißt es in dem Zeitungsbericht: Naidoo vertrete im Einzelnen radikal libertäre, anti-staatliche Positionen, mit denen sich Mannheim als Stadt nicht identifizieren könne.

Der Sänger war am 3. Oktober bei einer Demonstration der sogenannten ‘Reichsbürger’ vor dem Reichsgebäude aufgetreten. Diese stehen der staatlichen Ordnung in Deutschland ablehnend gegenüber. Wie der ‘Express’ berichtete, habe Naidoo die erste Kritik an seiner Rede über sein Management kommentieren lassen: „Ich war alleine mit meinem Fahrrad und bin im Regierungsdistrikt rumgefahren. Die Menschen haben mich, als ich im Publikum stand, angesprochen, ob ich etwas sagen möchte, und das habe ich getan.” Er habe für den Frieden werben wollen. Auch sei er weder homophob noch rechtsradikal, ließ er verkünden. Er selbst habe Morddrohungen aus der rechten Szene bekommen, als er Rock gegen Rechts gemacht habe.

Jetzt hat sich das Gründungsmitglied der ‘Söhne Mannheims’ gegenüber dem SWR erstmals selbst zu seinem Verhalten geäußert: Er sei “jetzt zu dem Entschluss gekommen, dass ich auf diese Menschen zugehen muss, wenn ich mich als echter Christ wahrnehme.” Und weiter: “Ich möchte auf Menschen zugehen, auch auf ‘Reichsbürger’, auch auf die NPD, das ist mir alles Wurst.” Außerdem betonte er, dass er die Ansichten der ‘Reichsbürger’ nicht teile, er aber durchaus “systemkritisch” sei: “Es musste einfach sein, gerade am Tag der deutschen Einheit, Stellung zu beziehen, andere Systemkritiker anzuhören und einfach mal Flagge zu zeigen und auch Gesicht”, erklärte er gegenüber dem SWR. “Mir so etwas nachzusagen, dass ich mit diesen Menschen sympathisiere, obwohl ich nur auf sie zugehen möchte, das ist schon sehr traurig”, ergänzte er. (CS)

Foto: AEDT/WENN.com