Montag, 13. Oktober 2014, 23:20 Uhr

"Citizenfour" kommt ins Kino: So lief der Krimi mit Edward Snowden wirklich

Im Januar 2013 erhält die Filmemacherin Laura Poitras verschlüsselte Emails von einem Unbekannten, der sich “Citizen Four“ nennt und Beweise für illegale verdeckte Massenüberwachungsprogramme der NSA und anderer Geheimdienste in Aussicht stellt.

Im Juni 2013 fliegen die inzwischen in Berlin lebende Oscar-nominierte Laura Poitras (Foto unten) und die Journalisten Glenn Greenwald und Ewen MacAskill nach Hongkong, um sich mit dem Unbekannten zu treffen. Es ist Edward Snowden.

Entstanden ist darüber ein einmaliger, zweistündiger Dokumentar-Thriller, in dem sich die dramatischen Ereignisse Minute für Minute direkt vor unseren Augen noch einmal entfalten – die atemberaubend spannende Geschichte über den waghalsigen Schritt eines jungen Whistleblowers, eindringlich, unbequem und von großer politischer Sprengkraft. Und offenbar gibt es noch eine zweite Quelle bei der NSA, wie Greenwald am Ende des Films an Snowden  berichtet…

Außerdem ist auch zu sehen, dass Snowdens Freundin, Poledance-Tänzerin und Akrobatin Lindsay Mills, im Juli dieses Jahres zu ihm nach Moskau gezogen ist. Lange war ja vermutet worden, dass sich das Paar getrennt hatte.

‘Citizenfour’ hatte seine Weltpremiere am 10. Oktober auf dem New York Film Festival, in Deutschland wird er erstmals am 27. Oktober als Eröffnungsfilm des “DOK Leipzig” zu sehen sein. Ab 6. November läuft er auch in den deutschen Kinos. Wir haben die ersten Bilder und den ersten Trailer!

Fazit des ‘Spiegel’-Autors Marc Pitzke: “Es ist ein Manko des Films und zugleich seine Stärke, dass Poitras ihrem Sujet so nahesteht. Schließlich spielt sie im NSA-Skandal eine Hauptrolle: Die 50-Jährige, die mit Filmen über den Irak und Guantanamo das Missfallen der US-Regierung erregt hatte, war die Erste, der Snowden sein NSA-Wissen anvertraute – in verschlüsselten E-Mails, unterzeichnet mit dem Codenamen ‘Citizenfour’. Erst in Hongkong stieß Glenn Greenwald vom “Guardian” hinzu.”

Fotos: Praxis Films/ Trevor Paglen