Mittwoch, 15. Oktober 2014, 22:48 Uhr

"Maze Runner": Das Grusel-Labyrinth spielt mit den Ängsten der Zuschauer

Hollywood fabriziert am liebsten Träume, die hohe Profite erzielen. Das gelingt den großen Studios zurzeit besonders gut mit einem Genre: Fantasy- und Science-Fiction-Romanverfilmungen für Jugendliche.

Zu den erfolgreichsten Young-Adult-Adaptionen gehören etwa ‘Harry Potter’, ‘Die Chroniken von Narnia’, ‘Die Tribute von Panem’ und nicht zuletzt die ‘Twilight’-Saga. Nun schicken die Produzenten der Vampir-Reihe mit viel Marketing-Getöse einen neuen Film ins Rennen um die Gunst der Zuschauer: ‘Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth’. Und ihre hohen Erwartungen scheinen in Erfüllung zu gehen.

Die Kinogänger in den USA haben der Produktion (u.a. mit Shootingstar Will Poulter) jedenfalls schon zu einigem Erfolg verholfen. Der erste Spielfilm von Regisseur Wes Ball stürmte am Eröffnungswochenende Mitte September die nordamerikanischen Charts und spielte in den USA und Kanada rund 32,5 Millionen Dollar (etwa 25 Millionen Euro) ein. Der Sci-Fi-Schocker, der auf der Bestseller-Serie des Autors James Dashner basiert, gehört zu den besonders düsteren Beispielen der Gattung.

Das Drehbuch ist eine Mischung aus Action-Abenteuer und Psychothriller. Die Geschichte handelt von einer Gruppe junger Männer, die auf einer grünen Lichtung gefangen sind und keine Ahnung haben, warum. Eines aber wissen sie genau: Hinter den mehr als 30 Meter hohen Mauern, die das Zentrum des Labyrinths umgeben, lauert eine tödliche Gefahr. Denn noch niemand hat auch nur eine Nacht auf der anderen Seite überlebt.

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Bis eines Tages der 16-jährige Thomas auftaucht. Der Neuankömmling bricht schnell die wichtigste Regel, die sich die Jungen gegeben haben: Niemand darf den Irrgarten betreten – es sei denn, er ist ein “Maze Runner”. Diese Läufer kartographieren das Labyrinth, dessen gigantische Betontore nur tagsüber geöffnet sind. Dann aber brauchen zwei Läufer dringend Hilfe. Thomas rennt zu ihnen auf die andere Seite der Mauer. Die Kreaturen, die ihn dort erwarten, sind grausamer als seine schlimmsten Fantasien. Trotzdem will Thomas dem Rätsel, das hinter dem Labyrinth des Grauens steckt, unbedingt auf die Spur kommen. Doch je mehr er sich gegen die Gefangenschaft auflehnt, desto aggressiver werden die Monster.

Damit nutzt das Drehbuch zwar ein vorhersehbares Rezept, um Spannung zu erzeugen. Dennoch ist der recht einfach gestrickte Jugendthriller besser als erwartet. Denn er bietet eine charakterstarke Riege junger Darsteller auf. Einen großen Auftritt in der Hauptrolle hat der Jungstar Dylan O’Brien, der in den USA erste Erfolge mit der MTV-Serie ‘Teen Wolf’ feiert. In der Rolle der Teresa – des einzigen Mädchens, das auf der Lichtung landet – überzeugt die britische Schauspielerin Kaya Scodelario, die sich in ihrer Heimat einen Namen mit der Serie «Skins» gemacht hat.

Der Thriller ‘Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth’ spielt mit den Ängsten der Zuschauer. Besonders effektvoll ist dabei das Sounddesign. Das Labyrinth, das sich Nacht für Nacht verändert, erhält durch die Geräuschkulisse ein Eigenleben. Der Lärm der Mauern poltert und kracht über die Lichtung hinweg, durch die Betontore des Irrgartens rauscht ein unheilvoller Wind. So wird auch das Labyrinth selber zu einem monströsem Organismus. (Franziska Bossy, dpa)

Fotos: FOX