Samstag, 18. Oktober 2014, 16:11 Uhr

Dylan O'Brien und "Maze Runner": Die letzten Geheimnisse

‘Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth’ spielt in einer post-apokalyptischen Welt und ist ein spannendes Jugend-Action-Abenteuer. Der Amerikaner Wes Ball – einer der aufregendsten Newcomer in Hollywood – gibt mit diesem Fantasy-Action-Film sein Regiedebut. Außerdem mit dabei: Die Jungschauspieler Dylan O’Brien, Kaya Scodelario, Shootingstar Will Poulter, Thomas Brodie-Sangster und Aml Ameen.

Um der Romanadaption auf der Leinwand treu zu bleiben, wandte sich das Studio an Produ-zent Wyck Godfrey von Temple Hill Entertainment, der sich mit der ‘Twilight-Serie großer Erfolge erfreut. Laut Godfrey waren es seine Söhne Wyatt und Hudson, die ihn auf die ‘Maze Runner’-Buchreihe aufmerksam gemacht haben: “Ich habe sofort ja gesagt, als 20th Century Fox mir diese Gelegenheit antrug, denn meine Kinder werden glücklich sein, dass ich endlich einen Film mache, der ihnen zusagt“, sagt Godfrey.

Um den Erwartungen der hingebungsvollen ‘Maze Runner’-Fans auch im Film gerecht zu werden, engagierten die Produzenten Spielfilm-Regieneuling Wes Ball. Balls einzige vorherige Regiearbeit war ‘Ruin’ (2011), ein knapp achtminütiger computeranimierter Kurzfilm (siehe Video unten – unbedingt anschauen!), der sich zu einem Online-Phänomen entwickelte.

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Der Film ist eine visuell starke, mit sparsamen Mitteln erzählte Action-Story, die in ei-ner futuristischen Stadt spielt, die von Efeuranken überwuchert ist. Nachdem man den Kurz-film gesehen hatte, wusste das Entwicklungsteam bei Fox, dass Ball die Vision und den Erfindungsreichtum mitbrachte, der für die Filmadaption von ‘Matze Runner’ nötig war.

Der erst 23-jährige Hauptdarsteller ist Dylan O’Brian in der Rolle des erfinderischen Thomas, der überzeugt ist, dass es einen Ausweg aus dem Labyrinth gibt. O’Brien ist den Fans der MTV-Serie ‘Teen Wolf’ bestens bekannt und verfügt über das, was Godfrey als “großartige Durchschnittstyp-Qualität“ beschreibt: „Mit Dylan kann man sich hervorragend identifizieren, er erinnert an den jungen Tom Hanks. Er ist nicht allzu glamourös und ist sehr sportlich. Dylan konnte die körperlichen Anforderungen an diese Hauptrolle großartig meistern.“

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O’Brien betont, dass trotz der beängstigenden und rätselhaften Umstände, unter denen Thomas in der Lichtung ankommt, diese Erfahrung eben das beste in dessen Charakter ans Licht bringt: „Bis zu dem Moment, als er in der Lichtung erwacht, hat er wahrscheinlich ein sehr behütetes Dasein geführt“, erklärt der junge Schauspieler. „Unter diesen Umständen in diese Situation zu geraten ermöglicht ihm, auf seine Instinkte zu vertrauen und eine Art Heldentum zu leben, das wohl schon immer in ihm geschlummert hat. Er lässt sich von seiner Angst vor dieser neuen und unbekannten Welt nicht beherrschen und bleibt neugierig auf seine Umgebung. Die Angst hält ihn nicht zurück.“

Gemäß der Vision von Regisseur Ball und Produktionsdesigner Marc Fisichella wirken die massiven Mauern des Labyrinths gleichzeitig modern und altertümlich. Ihre scheinbar leeren Korridore verbergen eine Bedrohung, die auch die erfahrensten und mutigsten Bewohner der Lichtung in Angst und Schrecken versetzt. Die verborgenen Kreaturen, die die Jungs „Griewer“ nennen, lauern den-enigen auf, die sich zu lange im Labyrinth aufhalten. Das bedeutet, dass die Jungs das Labyrinth verlassen müssen, bevor sich die Tore schließen – denn niemand überlebt eine Nacht im Labyrinth.

Von den über dreißig Meter hohen, von Efeuranken überwucherten Labyrinth-Wänden bis hin zum handgemachten Look des Camps auf der Lichtung: Das Produktionsdesign für den Film brachte all das für ‘Matze Runner’ auf die Leinwand. Die Lichtung und das Labyrinth wurden an echten Schauplätzen gefilmt, die dann mit visuellen Effekten angereichert wurden.

Marc Fisichella fährt fort: „Die Mauern des Labyrinths haben wir am Set nur knapp fünf Meter in die Höhe gezogen, damit darüber noch genug Raum für die Beleuchtung blieb. Mithilfe der visuellen Effekte wuchsen diese Mauern dann auf über 30 Meter Höhe.“ Zu den größten Herausforderungen des Art Department gehörte die Aufgabe, real existierende Tore zum Labyrinth zu bauen. „Die Tore selbst waren jeweils über sechs Meter tief und ebenso hoch, der Durchgang rund sechs Meter breit“, berichtet Fisichella. „Die Tore waren mecha-nisch, also konnte man sie aufs Stichwort wirklich öffnen und schließen und die Schauspieler konnten hindurch rennen, wodurch der Film weitaus dynamischer wird, als wenn man vor einem Blue-Screen gedreht hätte.“ Mit einem Gewicht von jeweils über dreieinhalb tausend Pfund wurden die Toren von der Visual-Effects-Crew bewegt. „Es war gelinde gesagt eine komplizierte Installation, da wir alles auf einem Feld weit weg von unserer Homebase aufbauen mussten“, fügt Fisichella hinzu.

Der üppig bewaldete Schauplatz für die Lichtung, an dem die Hauptdreharbeiten begannen, liegt auf einer Farm in St. Francisville im US-Bundesstaat Louisiana, rund eine Stunde von Baton Rouge entfernt. Die waldreiche und abgelegene Gegend hielt nicht wenige Herausfor-derungen für die Filmemacher und die Schauspieler parat. Stollman nennt nur einige davon: „Etliche Arten hochgiftiger Schlangen, Insekten, Moskitos, Schmeißfliegen, glühende Hitze, unglaublich hohe Luftfeuchtigkeit, Schlamm, Regen… Es waren praktisch die sieben Tod-sünden direkt am Drehort.“

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Das mit den Schlangen war übrigens kein Witz. Der Schlangenbeauftragte der Produktion war während der dreiwöchigen Dreharbeiten am Set im Dauereinsatz – für die Entfernung von Dutzenden potenziell tödlicher Wasser-Mokassinottern, Klapperschlangen und Kupferkopf-Vipern. Schauspieler und Stab kamen ungeschoren davon – und nach Been-digung der Dreharbeiten wurden sämtliche eingefangene Schlangen aus ihrem Relax-Aufenthalt im Reptilienhotel wieder in die freie Wildbahn entlassen.

Vor Beginn der Hauptdreharbeiten unterzog Ball seine jungen Schauspieler einem Survival-Training; ein ereignisreicher Camping-Aufenthalt in der Wildnis wurde unvergesslich durch ein überraschendes Unwetter inklusive spektakulärer Donner- und Blitzeinlagen.

Godfrey ist überzeugt, dass diese Erfahrung in der Wildnis „ein festes Band zwischen den Darstellern geschmiedet hat, das genau die Verbundenheit spiegelt, die die Figuren im Buch untereinander haben“. Er ist auch der Meinung, dass die Location den Schauspielern und den Stab Gele-genheit bot, echte Naturverbundenheit zu verspüren und zu erleben, „was für ein Abenteuer es ist, ohne Technologie zu überleben. Diese Charaktere müssen ihre eigene Nahrung erzeugen und ihre eigenen Unterkünfte errichten, und sie müssen sich umeinander kümmern.

Fotos: FOX