Dienstag, 21. Oktober 2014, 19:35 Uhr

Monica Lewinsky hält große Rede: "Ich war das erste Opfer des Internets"

Monica Lewinsky (41), die wohl berühmteste Praktikantin der Welt sprach gestern auf der von dem Wirtschaftsmagazin Forbes veranstalteten Konferenz in Philadelphia “30 under 30 Summit”. Es war ihre erste Rede vor so einem großen Publikum.

Das Thema der Konferenz war dabei das heutzutage dramatische Ausmaße annehmende Online-Mobbing oder auch “Cyberbullying”, wie es viele nennen. Lewinsky berichtete dabei in ihrer Rede über ihre eigenen Erfahrungen. 1995 hatte sie mit dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton (68) eine Affäre begonnen, was den fast das Amt gekostet hätte. Dazu sagte sie: “Ich habe mich in meinen Boss verliebt, wie es 22-Jährige tun. Das passiert. Aber mein Chef war der Präsident der Vereinigten Staaten.” Und weiter: “Über Nacht wurde ich von einer nicht öffentlichen Person zu einer geächteten Figur.”

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Zwar hätte die Liebesaffäre “im gegenseitigen Einverständnis stattgefunden”, sie sei dann aber zum “Sündenbock” gemacht worden, um die Machtposition von Clinton zu schützen, erklärte sie in ihrer Rede. Die Reaktionen im Internet waren dabei so schrecklich, dass sie sich wie der “Patient Zero” gefühlt habe. Unter Tränen erklärte sie, dass sie damit “die erste Person [war], deren Ruf komplett weltweit durch das Internet zerstört worden ist. Es gab damals noch kein Facebook, Twitter oder Instagram. Aber es gab Klatsch-, Unterhaltungs- und Newsseiten mit Kommentarspalten, und auch Emails konnten schon weitergeleitet werden.”

Das Mobbing im Internet erreichte dann schließlich solche Ausmaße, dass sie zu einem Zeitpunkt sogar sterben wollte, erzählte Lewinsky weiter. Nachdem sie alles glückerweise “überlebt” hat, sieht sie ihre Mission jetzt darin, über Diskriminierungen im Internet aufzuklären: “[Ich] möchte jetzt anderen Bloßgestellten helfen. Ich möchte mein Leiden für einen guten Zweck einsetzen und damit einen Sinn in meiner Vergangenheit finden”, erklärte die 41-Jährige.

Nach ihrer Rede bekam sie von den rund 1000 geladenen Gästen Standing Ovations. Am gleichen Tag hat Lewinsky übrigens tapfer einen Twitter-Account eröffnet. Ihr erster Tweet: “Here we go.” (CS)

Foto: Youtube/Forbes