Donnerstag, 30. Oktober 2014, 20:47 Uhr

Im TV: Conchita Wurst zieht mit Jean-Paul Gaultier durch die Nacht

Conchita Wurst singt im UNO-Gebäude in Wien. Das Management der Sängerin verkündete heute, dass die Gewinnerin des ‘Eurovision Song Contest’ am kommenden Montag vor dem UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sowie Mitarbeitern, Diplomaten und geladenen Gästen der Vereinten Nationen auftreten wird. Gemeinsam mit Ban Ki-moon möchte sie ein Zeichen für Respekt und Toleranz auch in Fragen gleichgeschlechtlicher Liebe setzen.

“Jeder hat das Recht, dieselben grundlegenden Rechte zu genießen und ein Leben in Würde ohne Diskriminierung zu leben”, so der Generalsekretär. Es ist nicht die erste Performance der Dragqueen vor einem politischen Publikum. Bereits Anfang Oktober sang sie vor dem EU-Parlament in Brüssel. Dort sprach sie sich für die Homo-Ehe aus. “Das Recht zu lieben, wen man will, ist so menschlich. Jeder will frei und in Frieden leben. Ich verstehe diejenigen nicht, die das verhindern wollen”, erklärte die Sängerin damals bei einer Pressekonferenz. Wurst tritt kommende Woche nicht nur vor der UNO auf – sie ist am 8. November auch bei ‘Wetten, dass…?’ in Graz zu sehen. Dort präsentiert sie erstmals ihren neuen Song ‘Heroes’.

Übrigens: Gerade war die Drag-Queen bei einer Aufzeichnung für die Show ‘Vivement Dimanche’ im französischen Fernsehen zu Gast und zeigte auch wie gut sie Grimassen schneiden kann! Nächsten Samstag ist die Drag Queen zu Gast bei ‘Wetten, dass…?’ in Graz.

Programmtipp: In der Nacht zum Montag – leider erst um 0.00 Uhr – läuft auf Arte eine neue Folge der Doku ‘Durch die Nacht’. Diesmal mit Conchita Wurst und Jean-Paul Gaultier. Vom Sisi-Museum geht es über den Prater in ein In-Lokal auf der Donau und zu einem Choreographen, der mit einer akrobatischen Poledance-Einlage die ohnehin ausgelassene Stimmung anheizt. Gaultier denkt über eine zweite Berufung als Tänzer nach, während Conchita am Würstchenstand Käsekrainer mit Schwarzbrot und eingelegten Gurken für beide ordert und dort von drei Musikern überrascht wird, die eine gänzlich neue Version ihres Siegertitels spielen.

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Im Laufe des Abends stellen die beiden schillernden Persönlichkeiten fest, dass sie vieles verbindet: die Liebe zur Mode, ihre Verehrung für Madonna und ihre Überzeugung, dass die traditionellen Attribute von männlich und weiblich den Spielraum der Geschlechter eingrenzen. Dein Sieg war auch unser Sieg, konstatiert Jean-Paul Gaultier und outet sich danach nicht nur als ausgewiesener ESC-Fan, sondern rückt – vielleicht verzaubert vom gemeinsamen Abend – en passant auch Conchitas Weltbild zurecht: Nicht Paris, nein, Wien sei die Stadt der Liebe!

Fotos: ZDF/avanti media/Boris Fromageot/Lars Barthel