Mittwoch, 03. Dezember 2014, 9:44 Uhr

Schönheitsoperationen bei Kardashian & Co.: Die Geister scheiden sich

Wenn es nach der einschlägigen Presse und den Fotografen geht, dann hat sich ja irgendwie so gut wie jedes Sternchen in Hollywood bereits unters Messer gelegt. Schließlich sei der Druck so hoch, dass in Hollywood Schauspielerinnen kaum ohne OP Erfolg haben können. Diesem Trend stellen sich aber auch Megastars wie Jennifer Lawrence sehr verbal entgegen. Denn sie kämpft für ein natürliches Frauenbild und möchte selbst kein abgemagerter Hungerhaken mit übergroßen Brüsten sein.

Die Stars sind also in zwei Lager gespalten. Es gibt diejenigen Celebrities, die sich quasi schon vorsorglich unter das Messer legen, während andere Promis sich als absolute Botox-Gegner aussprechen. Dabei gibt es auch gute Gründe, warum eine Schönheitsoperation sehr sinnvoll sein kann. Brustverkleinerungen sind zum Teil medizinisch notwendig, um die Patientin von ihren Rückenleiden zu befreien. Doch am Ende entscheidet jeder ohnehin für sich selbst.

Kim Kardashian zum Beispiel gehört zu denjenigen Ladies aus Hollywood, die von den neusten Schönheitstrends kaum genug bekommen können. Das Reality-TV-Sternchen gibt gleich mehrere Tausende Euro pro Behandlung aus. Doch Kim legt sich nicht unbedingt immer unters Messer. Denn in den USA werden immer mehr Schönheitsprozeduren entwickelt, die auch ohne einen chirurgischen Eingriff durchgeführt werden können. Die jeweilige Behandlung so also so wenig invasiv wie möglich sein und dennoch innerhalb kürzester Zeit für ein jüngeres, strafferes und rundum schöneres Aussehen sorgen.

Kim Kardashian soll zum Beispiel Fan der sogenannten Thermage-Laserbehandlung sein. Obwohl die kurvige Schönheit erst Anfang 30 ist, lässt sie sich ihre Falten schon jetzt vorsorglich glattbügeln. Bei dem Thermage-Verfahren dringen Wärmeimpulse bis in die tiefsten Schichten der Haut ein und sollen diese so straffen. Wenngleich die Resultate sich durchaus sehen lassen können, gilt diese Behandlung im Allgemeinen auch als sehr schmerzhaft.

In der Familie Kardashian-West ist das Risiko einer Schönheitsoperation jedoch bekannt. Denn die Mutter von Ehemann Kayne West kam bei genau solch einem Eingriff ums Leben. Daher möchte Rapper Kanye seine Frau Kim nun zu weniger invasiven Prozeduren überreden. Doch Gerüchten zufolge spricht die Operationsgeschichte von Kim eine ganz andere Sprache. Sie soll sich bereits den Po liften, die Brüste vergrößern und die Lippen aufspritzen lassen haben.

Inzwischen sind es allerdings nicht mehr nur Stars wie Kim Kardashian, die den Wunsch nach einer Schönheits-OP in immer mehr Teenagern wecken. Denn nach einem Artikel im Tagesspiegel spielen auch die sozialen Netzwerke wie Facebook in dieser Hinsicht eine nicht unerhebliche Rolle. Schließlich liegen „Selfies“, sprich die sogenannten Selbstportraits, die meist mit dem eigenen Smartphone geschossen werden, aktuell voll im Trend. Mit diesen Profilfotos wollen sich die Teenager bei Facebook oder Twitter von ihrer schönsten Seite zeigen und der Welt beweisen, wie hübsch sie doch sind. Eine zu groß geratene Nase passt da natürlich nicht ins Bild.

Bei den Unter-30-Jährigen ist eine Nasen-OP inzwischen sogar die am häufigsten durchgeführte Schönheits-OP und in den USA legen sich sogar viele Teenager aus Eitelkeit unter das Messer. In den Vereinigten Staaten nimmt das Schönheitsphänomen dabei immer kuriosere Formen an. Denn wenn Mutter und Tochter sich hier beim selben Chirurgen unter das Messer legen, dann gibt es nicht selten einen lohnenswerten Mengenrabatt. Noch stärker als in Deutschland wachsen junge Mädchen also mit dem Gedanken auf, dass sie ihr Aussehen jederzeit ändern können, falls sie meinen, dass mit ihnen etwas nicht in Ordnung sei. An machen High Schools sind Schönheits-OPs unter den Schülerinnen sogar schon zur Norm geworden. Zum Geburtstag bekommt die eigene Teenie-Tochter dann eben einen OP-Termin geschenkt.

Doch längst nicht alle Stars sind mit dem Schönheitswahn, der immer jüngere Frauen und zunehmend auch Männer ereilt, einverstanden. Carmen Geiss sagt von sich selbst, dass sie gegen Botox ist, und das obwohl sie schon eine Brust-OP hinter sich hat. Auch Überfliegerin Jennifer Lawrence würde so schnell nicht an sich herumschnippeln lassen. In der Tat kann Jennifer Lawrence in Hollywood ihren ganz eigenen Trend setzen und der Erfolg scheint sie zu bestätigen. Denn J-Law würde sich nicht für die Schönheit unter das Messer legen und in nächster Zeit dürfte auch kein Hungerhaken aus ihr werden.

Solch positive Vorbilder für junge Mädchen sind in Hollywood jedoch nur sehr selten anzutreffen. Gleichzeitig kursiert das kuriose Phänomen, dass selbst Stars, die bereits mehrere OPs hinter sich haben, diese Eingriffe leugnen. Es ist immer noch sehr selten, dass ein A-Lister aus Hollywood zugibt, dass er oder sie sich unters Messer gelegt hat. Oder die Stars argumentieren, dass ihr Eingriff, wie zum Beispiel eine Nasen-OP, medizinisch notwendig gewesen sei, damit sie wieder besser atmen können.

 Medizinisch notwendige Eingriffe: Eine Brustverkleinerung oder eine Nasen-OP können in der Tat zu den medizinisch notwendigen Eingriffen gehören. Denn hier zählt nicht allein die Schönheit, sondern es geht vor allem darum, den Patienten von seinem physischen Leiden zu befreien. War die eigene Nase schon einmal gebrochen und ist ungünstig zusammengeheilt, so kann dass die Atmung erschweren. Auch eine übergroße Brust ist eine Belastung für viele Betroffene.

Denn während eine normale Brust circa 500 Gramm wiegt, bringt eine übergroße Brust bis zu zwei Kilogramm auf die Waage. Eine schlechte Körperhaltung, immense Rückenschmerzen sowie weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen bleiben da nicht aus. Ob ein medizinischer Grund für die angestrebte Schönheits-OP tatsächlich vorliegt, kann natürlich nur eine Beratung vom zertifizierten Facharzt ergeben. In solchen Fällen kann eine Übernahme der Kosten dann sogar bei der eigenen Krankenkasse beantragt werden, was jedoch längst nicht immer erfolgreich ist. Dennoch sollten sich die Betroffenen von der ganzen Bürokratie nicht abschrecken lassen und im Sinne ihrer Gesundheit für die Kostenerstattung kämpfen.

Steuerlich kann eine solche OP in Deutschland aktuell jedoch nicht geltend gemacht werden, wie jüngst ein Gerichtsurteil ergab. Die Stars stört dies wenig. Denn meist sind ihre Eingriffe nicht nur medizinisch nicht notwendig, sondern es gibt auch kaum ein Limit, wie viel die Promis für ihre Schönheit ausgeben würden. Die Gegner und Befürworter von Schönheits-OPs werden sich wohl nie einig werden und am Ende liegt es an den Ärzten, dass sie ethische Grenzen aufzeigen und zu junge Patienten in ihre Schranken weisen. (KTAD)