Samstag, 06. Dezember 2014, 19:40 Uhr

Andreas Gabalier: Weihnachten gibt's Fondue

Andreas Gabalier ist einer der stars, die am 16. Dezember ‘Sing meinen Song – Das Weihnachtskonzert’ zu sehen sein werden. In der einmaligen Ausgabe der Musik-Show kommen alle sieben Stars der ersten Staffel von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ wieder zusammen. Sie alle sind der Einladung von Gastgeber Xavier Naidoo ins österreichische Ellmau gefolgt, um bei einem gemeinsamen Weihnachtskonzert ihre persönlichen Lieblings-Weihnachtshits in ihrer ganz eigenen Version zu performen.

Und nicht nur das! Da es zu Weihnachten bekanntlich auch Geschenke gibt, erfüllen Xavier Naidoo, Sarah Connor, Sasha, Roger Cicero, Sandra Nasic und Gregor Meyle auch jeweils einen weihnachtlichen Songwunsch ihrer Kollegen. So vielseitig wie die Musiker selbst ist auch ihre Songauswahl. So sind beim „Weihnachtskonzert“ unter den zwei Liedern, die jeder Künstler neu interpretiert, nicht nur wahre Klassiker wie „Stille Nacht, heilige Nacht“, sondern auch modernere Songs wie „Hallelujah“ von Leonard Cohen. VOX sprach mit dem 30-jährigen Superstar, der heute Abend in der großen ZDF-Spendenshow ‘Ein Herz für Kinder’ zu sehen ist.

Wie fühlst du dich heute hier in deiner österreichischen Heimat?
Ich fühle mich mittlerweile auch in Berlin wohl, wenn dort fast 20.000 Leute in Dirndlkleidern und Lederhosen in die Waldbühne pilgern. Dann ist es eigentlich überall, egal wo ich hinkomme, ein Stück daheim, das einen so begleitet. Aber hier heute in Tirol, die große Bergwand des Wilden Kaisers vor der Nase, die frische Luft – das unterscheidet es vielleicht ein bisschen von den Großstädten.

Wenn du einmal an das letzte dreiviertel Jahr zurückdenkst: Was hat sich seither verändert? Was hat sich bei euch als Gruppe verändert, jetzt wo ihr euch wieder getroffen habt?
Meine Open-Air-Konzerte sind in diesem Jahr mit dem Ende von „Sing meinen Song“ losgegangen. Da hat die Sendung die letzten Wochen davor natürlich noch einmal für einen extra Schub gesorgt. Und auch die schönsten Open-Air-Locations, wie zum Beispiel die Waldbühne in Berlin, die ja am mit knapp 1.000 Kilometern Entfernung am weitesten weg von mir und von den Wurzeln des Volks-Rock’n‘Rolls und des Dialekts ist, war noch einmal voller als ohnehin schon. Insgesamt waren es knapp 300.000 Konzertbesucher, die mir da auf diesen zwölf Konzerten gefolgt sind. Die Facebook-Freunde haben sich mehr als verdoppelt. Da hat man sicher viele, viele Fans auch von den anderen Sängern dazugewonnen. Ich bin den unterschiedlichen Musikrichtungen gegenüber noch offener geworden. Man hat sich in Südafrika auch davon inspirieren lassen. Ich habe über den Sommer in den vielen Auto-Beifahrersitz-Zeiten gelegentlich auch den einen oder anderen neuen Text für eine neue CD im nächsten Jahr geschrieben. Da habe ich mich auch noch einmal von der „Sing meinen Song“-CD inspirieren lassen. Jetzt wo man alle wiedersieht, merkt man, dass sich zwischen uns irgendwie nichts verändert hat – mit dem kleinen Unterschied, dass man nicht in Südafrika singt, sondern jetzt in Tirol. Das ist echt so ein bisschen wie alte Freunde wiederzusehen, egal wie viel Zeit dazwischen liegt.

Mehr zum Thema: “Sing meinen Song” – Das Weihnachtskonzert auf CD

Geht man zu weit, wenn man sagt, dass die Sendung eine ganz spezielle Bedeutung für dich hat?
Die Bedeutung von „Sing meinen Song“ ist gerade bei mir eine riesengroße, weil ich vor allem in Deutschland – glaube ich – eine eigene Fanbase gehabt habe, die über die drei Jahre gewachsen ist. Diese Fanbase ist natürlich speziell aus diesem Genre heraus entstanden, mit ein bisschen Mund-zu-Mund-Propaganda. Durch „Sing meinen Song“ und durch die Fans von Xavier und den anderen ist diese natürlich noch einmal enorm gewachsen.

Es gab diesen einen speziellen Moment als Xavier deinen Song gesungen hat. Denkt man noch hin und wieder daran zurück?
„Amoi Seg’ Ma Uns Wieder“ in der Version von Xavier ist einfach mit vielen Umkehrungen und Mollen versehen worden. Diese Version hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Und wenn ich jetzt selbst auf der Bühne stehe und diesen Song performe, dann ertappe ich mich oft dabei, wie ich eigentlich die Melodie von Xavier sing und die dann auch nicht immer so ganz zu meinen Akkorden passt.

Was wirst du beim Weihnachtskonzert von „Sing meinen Song“ singen?
Als Kinder haben wir immer sehr, sehr viele deutschsprachige Weihnachtslieder singen müssen, sodass ich mich in der Pubertät später eigentlich auch über viele neue englische Songs gefreut habe. „Rocking around the Christmas Tree” ist einer davon, den ich auch beim Weihnachtskonzert singen werde. Der hat mir immer sehr gut gefallen und es gibt ihn ja auch schon von sehr, sehr vielen internationalen Stars.

Es singt aber auch noch einer der anderen Sänger einen Song deiner Wahl…
Ich wünsche mir von Sasha „White Christmas“. Ich habe eine Version von Aaliyah auf meinem Handy, die mich seit Jahren begleitet. Nach der Bescherung ist bei uns noch großes Herzen in der Familie und in der Verwandtschaft angesagt. Da gibt es 15 Minuten eigentlich keinen Dialog, da ist es mucksmäuschenstill, es brennen nur die Kerzen am Christbaum, man umarmt sich, schaut so ein bisschen auf den Baum und ich leg dann immer vier oder fünf ganz ruhige und schöne, besinnliche in anderen Versionen bekannte internationale Weihnachtssong auf, „White Christmas“ ist einer davon.

Wie sieht der klassische Weihnachtsabend bei Andreas Gabalier aus?
Wir gehen eigentlich meistens in die Kindermette, die ist bei uns so um 16:30 Uhr und dauert etwa eine Stunde. Wir haben es immer als schöner empfunden, Zuhause dann in Ruhe den Weihnachtsabend zu genießen und nicht um Mitternacht so hastig in die Kirche laufen zu müssen. Wir haben Fondue, das köchelt so den ganzen Abend gemeinsam mit der Raclette-Platte auf dem Tisch vor sich hin. Da sitzt man eigentlich ewig vor dem Essen. Das ist das Schöne an dem Weihnachtsabend, dass man nicht schnell isst, abräumt und dann war’s das. Das wird auch meist um zwei, drei Uhr in der Früh wieder eingeschaltet. Bei uns schaut jeder dem anderen beim Päckchen öffnen zu. Das ist eine ewige Prozedur. Es werden viele, viele Flaschen Wein vernichtet in der Verwandtschaft und der Abend ist sehr, sehr gemütlich, sehr familiär und ohne Stress.

Es gibt ja zwei Lager. Die einen glauben an den Weihnachtsmann und die anderen ans Christkind.
Der Weihnachtsmann ist eigentlich eine amerikanische Werbefigur. Bei uns hat es immer das Christkind gegeben.

Fotos: VOX/Sigi Jantz, WENN.com