Donnerstag, 11. Dezember 2014, 18:57 Uhr

Take That im Interview (2): "Deutschland wird auf dem Tourplan stehen"

Take That sind bekanntlich nur noch zu dritt, was ihrem Erfolg aber offensichtlich keinen Abbruch tut. Bereits die erste Single „These Days“ stieg auf Anhieb auf Platz 1 in die britischen Charts ein. Und auch das neue Album „III“ stürmte jetzt mit großem Abstand zur Konkurrenz direkt an die Spitze der dortigen Albumcharts. Zudem gab es direkt einen weiteren Rekord zu vermelden: Noch nie zuvor hatte in Großbritannien ein Album so viele Vorbestellungen auf Amazon wie „III“!

Take That im großen Interview (2): "Deutschland wird auf dem Tourplan stehen"

Am Freitagabend sind Gary Barlow, Howard Donald und Mark Owen zu Gast beim Finale von ‘The Voice Of Germany’ (Sat.1) und präsentieren „These Days“ als deutsche TV-Premiere. Der Auftritt der Band gehört ganz sicher zu den Highlights der Show, denn Take That werden „These Days“ gemeinsam mit den vier Finalisten live performen!

klatsch-tratsch.de-Autorin Katja Schwemmers hat die Gentlemen in London zu einer ausführlichen Plauderei getroffen. Hier nun Teil 2 des großen Interviews. Zum ersten Teil geht’s hier!

Mit „These Days“ habt ihr eine von mitreißenden Disco-Beats infizierte Single veröffentlicht. Auch die Albumtracks „Let In The Sun“ und „Lovelife“ dürften mit den Dance-Einflüssen einige eurer Fans überraschen.
Mark Owen: Hoffentlich! Am Anfang der Albumaufnahmen nahmen wir bei jedem Song die Akustikgitarren in die Hand, um die Musik organisch klingen zu lassen. Das hat uns aber eher runtergezogen. Aber irgendwann fragten wir uns: „Wird das hier die Platte für unseren Ruhestand?“
Gary Barlow: Ja, die Stücke klangen auch nach Ruhestand!
Mark Owen: Das wollten wir nicht. Wir zogen in Studios nach New York und Los Angeles um, arbeiteten auch wieder mit Stuart Price zusammen und fanden zurück zur Positivität. Wir mussten uns nach Jasons Weggang auch selbst aufmuntern, und das äußerte sich in Beats und Grooves und etwas anderen, moderneren Sounds.
Howard Donald: Vielleicht habe ich auch einfach zu viel Calvin Harris gehört und alle damit angesteckt! (lacht)

Und dann fragt euch ein Mann über Twitter ausgerechnet, ob er „These Days“ für eine Beerdigung benutzen könnte. Hat euch das überrascht?
Gary Barlow: Mich schon, besonders weil der Text sagt: „Tonight we gotta live for these days.“ Klingt das nach Beerdigung?
Mark Owen: Ich sehe da schon Potenzial dafür. Wenn man die Beerdigung als Zelebration des Lebens begreift, dann passt er zum Anlass.
Howard Donald: Ich kann es auch nachvollziehen, auch wenn das nicht von uns beabsichtigt war. Wenn das Lied dann in ein paar Jahren bei meiner eigenen Beerdigung läuft, will ich auch, dass dazu gefeiert wird und kein Untergangszenario stattfindet.
Gary Barlow: Ja, wir werden eine richtig gute Zeit haben! (Gelächter)
Howard Donald: Ich hoffe, Jason wird dann einen Backspin auf meinem Sarg machen. (lacht)

Take That im großen Interview (2): "Deutschland wird auf dem Tourplan stehen"

An wem darf sich die Frauenwelt nach dem Ausstieg von Jason denn nun satt sehen?
Gary Barlow: Das ist einfach! Howard nennen wir nur noch „The Body“. Dummerweise führt er uns seinen brillant gestählten Körper auch ständig vor. Als wir das Video zu „These Days“ gedreht haben, lief er den ganzen Tag leicht bekleidet mit Kaffeebecher in der Hand durch die Kulissen.
Mark Owen: Stimmt. Er hat es sichtlich genossen, von jedem auf seinen guten Körper angesprochen zu werden.

Und fürs Video wurde nichts gephotoshopped?
Gary Barlow: Das ist das Problem: nein! Er sieht wirklich so gut aus für sein Alter. (lacht)
Howard Donald: Ich habe aber auch gelitten für den Clipdreh. Eine Stunde lang haben sie mich von oben bis unten mit Make-up eingeschmiert, damit ich diesen bronzenen Teint bekomme.

Im Clip sieht es allerdings aus, als hättest du eine Bräunungsdusche bekommen!
Howard Donald: Ich erinnere mich noch gut daran, als wir 2006 nach zehn Jahren Pause zu viert auf Reunion-Tour gingen. Wir hatten ständig Bräunungsduschen!
Mark Owen: Kein Witz! Wirklich jeden Tag!
Gary Barlow: Oh ja, das war irre. Die Bettlaken waren immer voll davon, und es stank fürchterlich. Aber sie sagten uns, dass das Popstars heutzutage nun mal so machen. Also glaubten wir ihnen. (lacht)
Howard Donald: Gucken Sie sich mal Fotos von uns aus besagtem Jahr an, wir sahen aus, als würden wir zu den Oompa Loompas gehören! (Gelächter)
Mark Owen: Ich glaube, Jason wollte damit die Schlüpfer, die uns ein Sponsor gegeben, einfach nur besser zur Geltung bringen.

Auf der Platte singt ihr von „Flaws“ – Mängeln. Was sind denn eure?
Howard Donald: Wie lang ist das Interview? Ich bin ziemlich…
Mark Owen: … übel gelaunt manchmal.
Howard Donald: Ja, besonders morgens bin ich recht rüpelhaft.
Gary Barlow: Nur am Morgen? (lacht)
Howard: Nur am Morgen, Gary! Vielleicht, weil ich ohne meinen Kaffee morgens nicht klarkomme. Ich wache normalerweise sehr früh auf. Und dann kommt meine mürrische Ader durch. Ich hoffe, das gibt sich, wenn ich älter werde.
Gary Barlow: Ich bin egoistisch und selbstsüchtig. Und ich bin schnell abgelenkt und rede zu viel.
Mark Owen: Und ich bin ein Kontrollfreak in bestimmten Bereichen. Ich habe eine Zwangsneurose: Ich muss mir ständig meine Hände waschen. Ich habe Waschzwang.

Take That im großen Interview (2): "Deutschland wird auf dem Tourplan stehen"

Im nächsten Jahr geht ihr auf große Arenen-Tour. Wie sieht es mit Deutschland aus?
Howard Donald: Deutschland wird ohne Zweifel auf dem Tourplan stehen. Es müssten dann auch Arenen sein, damit wir die Bühne mit aufs Festland nehmen können. Denn wir wollen nicht mit einer Sparversion bei euch auf Tour gehen oder die Bühnengröße verkleinern. Wir wollen exakt die gleiche Show, die wir in UK machen, nach Deutschland bringen.

Was können wir denn von der Tour erwarten?
Gary Barlow: Tourneen sind unserer größter Antrieb. Jede soll besser sein als die letzte. Wir sind sieben Jahre nicht mehr durch Arenen getourt, für unsere Verhältnisse wird die Tour also geradezu intim. Aber es soll ein rauschendes, farbenfrohes Spektakel mit allen Hits werden. Wir werden uns da nicht lumpen lassen!

Werdet ihr dann Robbie und Jason als Hologramm auf die Bühne bringen?
Mark Owen: Ich bin mir sicher, dass wir noch an den Punkt kommen, wo wir darüber diskutieren werden, wie wir die zwei einbinden, auch wenn sie nicht mit auf der Bühne stehen. Als wir 2006 zu viert tourten, haben wir Rob in der Tat digital dabei gehabt. Ich habe mir vor kurzem erst alle unseren alten Konzerte auf DVD angesehen, um mir Take Thats Geschichte zu vergegenwärtigen und zu kapieren, was wir erreicht haben. Man vergisst das schnell. Diesmal wird es wichtig für uns sein, nach vorne zu schauen. Das Trio steht im Mittelpunkt.

Howard, du warst Jury-Mitglied bei der deutschen Tanzshow „Got To Dance“. Wirst du davon etwas miteinbringen?
Howard Donald: Mir haben besonders die zeitgenössischen Tänze gefallen, damit würde ich gerne in unseren Bühnenshows spielen. Mir wird da schon was Schönes einfallen.
Gary Barlow: Ich und Contemporary Dance? Geht’s dir noch gut? (lacht)
Howard Donald: Gary sagt immer, dass er nicht tanzen kann, aber er ist normalerweise derjenige, der das Thema Tanz als erster aufgreift.
Gary Barlow: Ich mag die Tanzroutinen zu den alten Songs: Die Drehungen bei „Pray“ bringen echt Spaß! Aber mit dem Einstudieren von neuen Choreografien tue ich mich immer schwer.

Gary, du hast Howard ja mal in Deutschland bei der Show „Got To Dance“ besucht. Wie war das für dich?
Gary Barlow: Interessant! Ich wollte ihn unterstützen. Ich konnte natürlich nicht verstehen, was er auf Deutsch sagt, aber da ging es mir ja wie allen anderen im Raum. (Gelächter)
Howard Donald: In diesem Jahr ist er meiner Einladung dann auch nicht mehr gefolgt.

Fotos: WENN.com