Montag, 15. Dezember 2014, 22:39 Uhr

Damit landet Eddie Redmayne wohl im Hollywood-Olymp

Stephen Hawking. ist einer der berühmtesten Physiker unserer Zeit, sein Genie und seine Theorien über das Universum veränderten die Welt: Stephen Hawking. ‘Die Entdeckung der Unendlichkeit’ erzählt von den frühen Forschungsjahren in Cambridge, den Anfängen seiner Krankheit, aber auch und vor allem von der Liebe zu seiner Frau Jane, die ihn in seinem Kampf gegen die Krankheit und der Suche nach den Anfängen der Zeit unterstützte.

Der Film basiert auf Jane Hawkings Memoiren ‘Die Liebe hat elf Dimensionen: Mein Leben mit Stephen Hawking’, in denen sie das Leben mit dem genialen Forscher beschreibt. In der Hauptrolle der großartige britische Schauspieler, Sänger und Model Eddie Redmayne (32), der übrigens heute seine Verlobte Hannah Bagshawe heiratete! Der Film wurde für die Golden Globes 2015 u.a. als bester Film und Redmayne als Bester Darsteller nominiert!

Und darum geht’s in dem Film der am 25. Dezember in den deutschen Kinos startet: Anfang der 1960er Jahre lernen sich die beiden als Studenten an der Universität in Cambridge kennen. Sie verlieben sich und Stephen führt seine Forschungsarbeit über die Dimensionen von Zeit und Raum im Universum fort. Von seinen Professoren unterstützt und hochgeschätzt, steht er kurz vor dem entscheidenden Durchbruch, als bei ihm die unheilbare Nervenkrankheit ALS diagnostiziert wird. Die Ärzte hatten Stephen Hawking im Alter von 21 Jahren 1963 noch zwei Jahre zum Leben gegeben, nachdem bei ihm eine Erkrankung des motorischen Nervensystems diagnostiziert wurde (eine Variante der Krankheit ALS, die auch als Lou Gehrig-Syndrom bekannt ist).

Hawking weiß, dass die Zeit drängt. Energisch treibt er seine Forschungen voran. Und Jane weiß: Sie wird alles tun, um mit der Liebe ihres Lebens zusammen sein zu können. Und mit ihm gemeinsam gegen die Folgen der Krankheit zu kämpfen. Denn am Ende bleibt die Hoffnung. Und Hoffnung ist alles!

Hintergrund: Während er Jahrzehnt um Jahrzehnt seine Diagnose überlebte, arbeitete Hawking weiter daran, die Randbereiche der theoretischen Physik zu erforschen, wobei ihm immer neue Durchbrüche gelangen. Spätestens mit Beginn des 21. Jahrhunderts nannte man seinen Namen im gleichen Atemzug wie den von Albert Einstein. Seit Jahren kommuniziert Hawking bekanntlich nur über einen Sprachcomputer und sitzt in einem motorisierten Rollstuhl.

In den Hauptrollen brillieren neben Eddie Redmayne Felicity Jones (Cheerful Weather for the Wedding, Breath In). David Thewlis (Harry Potter und der Gefangene von Askaban), Emily Mortimer (Breaking the Waves, Anna Karenina) und Charlie Cox (Downton Abbey, Der Sternwanderer) ergänzen den hochkarätigen Cast. Als Regisseur konnte Oscar und BAFTA Preisträger James Marsh (Shadow Dancer, Man on Wire-Der Drahtseilakt) gewonnen werden. Das Drehbuch schrieb Anthony McCarten (Am Ende eines viel zu kurzen Tages).

Es dauerte mehrere Jahre, bis Drehbuchautor McCarten und Produzentin Lisa Bruce für den Film alle nötigen Rechte beisammen und von Jane und Stephen den Segen und die Erlaubnis hatten, ihre Geschichte auf die Leinwand zu bringen. Bis es soweit war, arbeiteten sie unermüdlich gemeinsam an der Geschichte und versprachen, das Leben der beiden weder zu reißerisch noch zu kitschig zu präsentieren, sondern die Ehe in all ihrer Komplexität zu zeigen.

„Für jeden Schauspieler musste die Aufgabe, Stephen Hawking zu spielen, geradezu furchteinflößend sein“, gibt Drehbuchautor und Produzent Anthony McCarten zu. „Er ist eine unglaublich bekannte Figur des öffentlichen Lebens, eine Ikone. Mein Drehbuch verlangte nach einem Darsteller, der Stephen über den Verlauf von 25 Jahren spielen konnte. Er musste ihn als voll funktionsfähigen, gesunden jungen Mann ebenso verkörpern wie in jenem Stadium, in der lediglich noch ein paar Muskeln bewegen konnte. Genauer gesagt: eine Hand und ein paar wenige Teile des Gesichts, während seine Stimme längst durch die einer Maschine ersetzt worden war.“

Regisseur James Marsh fügt hinzu: „Wer auch immer die Rolle übernehmen würde, musste unglaublich viel Vorbereitung auf sich nehmen. Schließlich musste er nicht nur als die Ikone, die wir alle vom Sehen kennen, durchgehen, sondern auch so, wie kaum jemand ihn je erlebt hat: als schüchterner Student an der Uni.“

Die Produzenten Tim Bevan und Eric Fellner hatten kurz zuvor bei „Les Misérables“ mit Eddie Redmayne zusammengearbeitet, der McCartens Drehbuch sogar schon auf dem Schirm hatte. „Ich war begeistert, als Eddies Name fiel, und wusste sofort, dass er eine fantastische Wahl sein würde“, erinnert sich Marsh. „Seine Hingabe an die Rolle war außergewöhnlich, denn er verschrieb sich nicht nur der körperlichen, sondern auch der mentalen Vorbereitung für den Part.“

Produzentin Lisa Bruce pflichtet ihm bei: „Vom ersten Tag an war Eddie mit unermüdlicher Intensität bei der Sache. Es war schlicht fantastisch, ihm bei seiner Verwandlung zuzusehen. Er fing so viele unterschiedliche Facetten ein, sowohl von dem Stephen, den wir alle zu kennen meinen, als auch von dem Mann hinter diesem Image.“

Redmayne selbst berichtet: „Als ich das Drehbuch zum ersten Mal las, war ich überwältigt davon, was dieser Mann seit 1963 alles erlebt und getan hat. Ich habe selten eine so inspirierende Geschichte gelesen. Stephen Hawking ist wirklich eine Ikone der Hoffnung.“

„Doch eigentlich handelt der Film natürlich von dem Menschen hinter der Ikone“, fährt der Schauspieler fort. „Als wir ihm in der Geschichte das erste Mal begegnen, ist er erst 21 Jahre alt, athletisch und voller Leben. Und auch bei allem, was dann folgt, lebt er stets ein erfülltes Leben, immer mit einem Funkeln in den Augen. Bis heute. Sein Charakter hat unglaublich viele Seite: den Witz, die Brillanz, die Sturheit… Ich habe den Eindruck, dass er die Persönlichkeit eines Rockstars hat.“

Schon früh wurden Sprechtrainerin Julia Wilson-Dickson und der Bewegungskoordinator Alex Reynolds von den Filmemachern engagiert, um mit Redmayne an der Rolle zu arbeiten. Reynolds war dabei dafür verantwortlich, mit dem Schauspieler zu koordinieren, wie genau sich das Voranschreiten der verschiedenen Stadien von Hawkings Krankheit auf die Leinwand bringen ließ.

Redmayne bekam darüber hinaus auch die Genehmigung, einige an der Krankheit leidende Patienten zu besuchen, sowohl in einer Klinik als auch zuhause. „Ich spürte die Verantwortung, den Zustand dieser Menschen so glaubwürdig wie möglich auf die Leinwand bringen zu müssen“, erklärt er. Natürlich durfte sich der Schauspieler dabei auch glücklich schätzen, den echten Stephen Hawking treffen zu können, bei dem er sich als erstes dafür entschuldigte, sich „für ein Studium der Kunstgeschichte entschieden zu haben“.

„Eddie bereitete sich monatelang vor um wirklich gewappnet zu sein, alle Facetten dieser Rolle darstellen zu können“, schwärmt McCarten von seinem Hauptdarsteller. „Er musste jeden Tag für jede Szene bereit sein und allzeit nachschauen können, ob sich seine Stimme für die nächste Einstellung in Phase 4 oder der Körper in Phase 3 befinden würde.“

„Manchmal drehte er an einem Tag Szenen der Phase 4,3, gefolgt von einer Szene, die zehn Jahre früher spielte und damit der Phase 2,7 entsprach“, fährt der Autor und Produzent fort. „Jeden Tag waren aufs Neue sein ganzes Talent, seine Disziplin und seine Intelligenz gefragt.“

Übrigens: Eddie Redmayne trägt als Stephen Hawking in dem Film 77 verschiedene Kostüme. Die Outfits, die Nobles Team dafür entwarfen, entsprechen dabei ganz dem exzentrischen Kleidungsstil des Professors. „Er war immer ein wenig zerzaust“, lacht der Kostümdesigner. „Seine Krawatte saß nie ganz gerade und das Hemd war immer ein wenig verrutscht oder es fehlte ein Knopf. Doch das passte zu seinem etwas aus der Welt gefallenen Wissenschaftler-Look.“

„Zu Beginn des Films ist Stephen 1963 Student und trägt noch normal passende Klamotten“, erklärt Noble. „Doch je weiter seine Krankheit voranschreitet, desto mehr steckten wir ihn in übergroße Anzüge. Und je größer seine Jacken wurden, desto ausgemergelter sah er aus. Außerdem baten wir Jan Sewell, die für Haare, Make-up und Prothesen zuständig war, um Prothesen-Teile für die – wie wir es nannten – ‚knochigen’ Teile seines Körpers: die Knie, die Ellbogen, die Schultern. Dadurch sollte er ein wenig deformiert aussehen.“

Sewell, die mit der Aufgabe betraut war, die verschiedenen Stufen von Hawkings Krankheit äußerlich sichtbar zu machen, erklärt dazu: „Stephen alterte ja nicht wie der Rest von uns, da er seine Muskeln nicht benutzen konnte. Das veränderte sein Gesicht und seinen Körper enorm. Als Eddie sich mit den Menschen traf, die an dieser Form von ALS leiden, fiel ihm zum Beispiel auf, wie sehr sie deren Hände veränderten. Auch das integrierten wir natürlich in den Film.“

„Zu den Dingen, die ich veränderte, gehörte auch die Form von Eddies Ohren“, fährt sie fort. „Wenn man die Ohren oder die Nase einer Person größer macht, verändert sich auch das Aussehen des restlichen Gesichts, das dadurch dann viel kleiner wirkt. Außerdem verpassten wir ihm einige anders geformte Zähne, wodurch sich die Konturen seines Mundes veränderten.“

Fotos: Universal Pictures