Freitag, 26. Dezember 2014, 9:59 Uhr

"The Interview': Wie reagiert Nordkorea nach dem Kinostart?

Rund 300 Kinos in den USA zeigen seit Donnerstag (25. Dezember) ‘The Interview’. Außerdem ist der Streifen, in dem der nordkoreanische Führer Kim Jong-un verhöhnt wird, bereits im Internet zu sehen.

"The Interview': Wie reagiert Nordkorea nach dem Kinostart?

Der 152-Minuten-Streifen ist eine Hollywood-Klamotte voller Ironie und Witz über zwei politisch unbedarfte TV-Journalisten (Seth Rogen, James Franco), die ein Interview mit Kim Jong Un führen wollen. Der Geheimdienst CIA schaltet sich ein, die beiden sollen den Diktator ermorden. Doch dieser gibt sich zunächst derart handzahm, dass einer der Journalisten das Mordkomplott torpedieren will. Am Ende entlarvt sich der Herrscher selbst – und geht in einem feurigen Finale unter.

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Während sich die USA feiert und Rogen sowie Co-Regisseur Evan Goldberg sogar persönlich bei einer Aufführung in Los Angeles auftauchten, wird es laut dem nordkoreanische UN-Diplomat Kim Song aus Nordkorea wohl keine öffentliche Reaktion auf die Polit-Satire geben. Dennoch verurteilte Nordkorea die die Veröffentlichung des Films von Anfang an. Denn dieser sei eine “unverzeihliche Verhöhnung unserer Staatshoheit und der Würde unseres obersten Führers“.

Ursprünglich hatte ‘Sony Pictures’ die Premiere des Films abgesagt, nachdem mit Anschlägen auf die Kinos, die den Film zeigen würden, gedroht und der Filmverleih von Hackern angegriffen wurde. In Amerika ist man froh darüber, dass sich ‘Sony’ schließlich doch für die Freigabe des Films entschied. Nicht nur die Hauptdarsteller twitterten “Die Freiheit siegt“ auch viele Kinos, in denen ‘The Interview’ gezeigt wird, sollen laut ‘bild.de’ mit dem Slogan werben. US-Präsident Barack Obama sagte bei einer Veranstaltung: “Ich bin froh, dass der Film veröffentlicht wurde.“ Auch er hatte im Vorfeld, wie viele Politiker und Promis, die Zurückziehung des Streifens kritisiert. Amerika sei schließlich ein Land, das an die Meinungs- und Kunstfreiheit glaubt.

Hier kann man den Film im Original online sehen!

Der Film hat eindeutig fiktiven und ironischen Charakter, der nur am Rande Ernst beansprucht. Dennoch meinte die «Washington Post» in ihrer Überschrift: Der Film “untergräbt wirklich Nordkorea”. Die Ermordung eines in Wirklichkeit lebenden Staatspräsidenten sei ein fragwürdiges Unterfangen. (Bang/dpa)

Foto: WENN.com