Montag, 29. Dezember 2014, 13:29 Uhr

"Ich bin ein Mann" klingt nach dem ersten großen Hit des neuen Jahres

Zum Jahresende huldigen wir noch mal dem umtriebigen Label ‘Staatsakt’ aus dem Berliner Prenzlauer Berg. Die brachten mit “Ich bin ein Mann” vom Trio ‘Der Mann’ einen veritablen, weil radiotauglichen Hit auf ihr Album.

"Ich bin ein Mann" klingt nach dem ersten großen Hit des neuen Jahres

Hinter dem Song mit dem putzigen Text über alles was einen so stört, stecken Ray, Georg und Berthold Mann, eigentlich Mitglieder der Berliner Band ‘Die Türen’, die im letzten Monat das Album “Wir sind ein Mann” auf den Markt gebracht haben. Ihre Klarnamen: Sänger und Wortakrobat Maurice Summen, Gitarrist Gunther Osburg und Bassist Ramin Bijan. Die Musiker hoben ‘Staatsakt’ 2012 auch aus der Taufe, nachdem sich kein Label für ihre anspruchsvollen Werke interessiert hatte.

‘Ich bin ein Mann’ ist wohl putzigste Definition zum Thema “Männer” seit Grönemeyers gleichnamigen Hit und der groovigste Track auf dem Album und eine Hommage an die NDW-Zeiten mit DAF und Konsorten. Leider gibt’s noch kein Video oder Audiofile. Den Track kann man aber bei iTunes hören!

Auf dem Album ‘Wir sind ein Mann’ – der “Gaga-Version des deutschen Durchschnittsmannes” – finden sich zwölf mehr oder weniger augenzwinkernde Songs mit famosen Texten wie im Song ‘Von Der Kneipe In Die Cloud’: „Ich steh nicht auf die Süddeutsche Zeitung, steh nicht auf den FC Bayern – nicht, dass ich was gegen Bayern hätte, doch das elitäre Gehabe ist nicht so mein Ding, ich steh mehr auf die einfachen Dinge im Leben. Ich glaub ich neig zum Mittelmaß, ich neig zur Untertreibung, ich mag nicht so das Rampenlicht.“

Und das hier könnte die Biografie der Drei sein. So schreibt es jedenfalls “Ray Mann” auf der Website: “Wir haben uns Ende der Achtziger Jahre in Rotterdam kennengelernt. Berthold studierte damals Medieninformatik, George Kunstgeschichte und Philosophie und ich Jazz- Drums am Conservatorium. Abends trafen wir uns in Coolhaven in den verrauchten Bars und Live- Clubs. Wir waren junge, aufstrebende Utopisten. Verschwommene Partyerinnerungen im holländischen Exil-Pharmakon: Viel Swamp-Blues, Alex Chilton, 60th Psychedlic, Robert Wyatt, Kevin Ayers, aber auch Folk, Reggae, Stax, Sam Dees, überhaupt viel Soul-Musik – und natürlich Velvet Underground. Wir haben damals viel zusammen gespielt. (…)”

“Als wir vor zwei Jahren zufälliger Weise bei einer Vernissage im ZK/U in Nähe des Berliner Westhafens wieder aufeinander trafen, wurde unsere alte Idee einer virtuellen Band schnell wieder das alles beherrschende Thema. Die Rechenleistung für den Hauscomputer hatte sich seit unserem letzten Treffen schließlich extrem potenziert. Aus Science-Fiction wurde eine konkrete Bastelaufgabe für den eigenen Heimwerker-Keller. Mit der Hilfe von Freunden der 3D-Produktionsfirma Industriesauger-TV aus Köln und dem Berliner Maler Helmut Kraus haben wir uns dann an die Arbeit gemacht – und verschwanden mit unserer Libido und ihren Liedern endgültig im Netz: Als virtueller Mann.”

Tour:

19.02.2015 Hamburg, Molotow, mit Erfolg
20.02.2015 Berlin, Lido, mit Erfolg
26.02.2015 Oberhausen, Druckluft, mit Locas in Love
27.02.2015 Köln, Gebäude9, mit Locas in Love
28.02.2015 Offenbach, Hafen2-Geburtstagsfest

"Ich bin ein Mann" klingt nach dem ersten großen Hit des neuen Jahres

Fotos: Staatsakt/Helmut Kraus