Montag, 29. Dezember 2014, 21:15 Uhr

Jonas Nay: Dieses Gesicht wird man sich 2015 merken müssen

Zum Jahresauftakt 2015, 70 Jahre nach Ende des Zweiten Welt­kriegs, zeigt das ZDF die mehrteilige Familiensaga “Tannbach – Schicksal eines Dorfes”, die im Nachkriegs­deutschland spielt. Mit dabei Jungstar Jonas Nay.

Die Geschichte des Ortes und seiner Men­schen, die von wahren Begebenheiten und historischen Ereignis­sen inspiriert ist, er­zählt vom Leben der in Tannbach verbliebe­nen Bewohner, Kriegsge­fangenen, Deserteure, Naziopportunisten und Flüchtlinge in den letzten Kriegstagen und ihrem Versuch, den Krieg irgend­wie zu überleben.

Jonas Nay: Dieses Gesicht wird man sich 2015 merken  müssen

Nach dem Krieg gehört Tannbach zunächst zur amerikanischen, später zur sowjetischen Besatzungszone, bis sich die Grenzen erneut verschieben, und das Dorf schließlich geteilt wird.

in der Hauptrolle Jungschauspieler Jonas Nay, der auch für Nico Hoffmanns epischen Achtteiler ‘Deutschland!’ (zweites Foto unten) vor der Kamera steht und der im Laufe des kommenden Jahres gezeigt werden soll. Bekannt ist der heute 24-Jährige aus Fernsehfilmen wie ‘Homevideo’ (dafür gab’s den Deutschen Fernsehpreis), ‘Tatort’ oder dem Kinofilm ‘König von Deutschland’. Seine erste Hauptrolle bekam Jonas Nay nach seiner Bewerbung für ein Casting für die Kinder- und Jugendserie ‘4 gegen Z’ vom NDR.

Jonas Nay: Dieses Gesicht wird man sich 2015 merken  müssen

Jonas leistete Zivildienst und ließ sich zum Filmkomponisten ausbilden. Mit Schülern des Johanneums in Lübeck gründete er einst die Band Concerted, in der er sang, Gitarre und Klavier spielte sowie die Texte schrieb. Die Band wirkte an der Musik zu Stephan Ricks Film Unter Nachbarn mit. Anfang 2013 entstand daraus die Band ‘Northern Lights’ (siehe Video).

Ab 22. Januar ist Jonas auch im Kino in dem Film ‘Wir sind jung. Wir sind stark’ (siehe schwarz-weiß-Foto und Trailer ganz unten) zu sehen. Der spielt in Rostock, zwei Jahre nach der Wende. Im Stadtteil Lichtenhagen herrschen die größten Unruhen seit Ende des zweiten Weltkriegs. Martin (Devid Striesow) versucht als Lokalpolitiker Stellung zu den fremdenfeindlichen Krawallen zu beziehen, während sein Sohn Stefan (Jonas Nay) mit seiner Clique eifrig mitrandaliert…

Jonas Nay: Dieses Gesicht wird man sich 2015 merken  müssen

Doch zurück zum großen ZDF-Mehrteiler ‘Tannenbach’, der am 4. Januar startet. Darum geht’s: Nachdem die Schneiderei seiner Mutter Liesbeth in Berlin ausge­bombt wurde, flieht Friedrich mit ihr und Lothar, Liesbeths Zieh­sohn, Richtung Süden. In Tannbach finden sie auf dem Gut der von Striesows Schutz. Während Liesbeth weiter will, ist Friedrich glücklich, irgendwo angekommen zu sein. Er will auf dem Gut bleiben, zumal er sich sehr schnell in Anna verliebt.

Friedrich folgt dem ideellen Vermächtnis seines kommunistischen Vaters, der von den Nazis im KZ Sachsenhausen interniert und umgebracht wurde. Er glaubt, dass eine bessere und gerechtere Welt nur eine sozialistische sein kann. Als der ehemalige Politof­fizier Werner aus dem Moskauer Exil als Landrat nach Tannbach kommt, findet er in ihm einen Mentor und so etwas wie eine Va­terfigur.

Der Landrat eröffnet ihm Chancen auf ein neues, selbstbestimm­tes Leben: Er kann eigenen Grund und Boden im Zuge der Ent­eignung der Großgrundbesitzer erhalten und Neubauer werden. Damit kann Friedrich seiner geliebten Anna, die alles verliert, zu­mindest eine bescheidene Perspektive bieten. Ein Traum geht für ihn in Erfüllung. Als aus Besatzungszonen zwei deutsche Staaten erwachsen, muss sich Friedrichs Idealismus an der Realität mes­sen. Er steigt im System auf und wird an der Seite Werners zu einer Stütze der neuen Ordnung, die aber schon sehr bald be­ginnt, ihre eigenen “Kinder zu fressen”. Friedrich gerät in einen moralischen Konflikt, den er nicht zu lösen vermag.

Jonas Nay sagte über seine Figur des Friedrich Erler in Tannbach: “Den Friedrich Erler zu spielen bedeutete für mich, wie auch für die Figur, auf eine lange Reise zu gehen. Friedrich Erler ist ein junger Mann, der mit seinen Träumen und Idealen aus dem Nichts kommt und einen gesellschaftlichen Neubeginn miterlebt, den er mitgestalten möchte.”

Jonas Nay: Dieses Gesicht wird man sich 2015 merken  müssen

Jonas weiter über seine Rolle: “Er entwickelt sich vom Flüchtling zum politi­schen Hardliner, Landbesitzer und Familienvater. Solch einen Bogen als Schauspieler spielen zu dürfen, ist eine große Her­ausforderung und ein Geschenk zugleich. Hinzu kam für mich der historische Aspekt – eine völlig fremde Zeit, anderes Denken so­wie eine Teilung meines Vaterlandes, das für mich als 90er Jahr­gang so selbstverständlich als Ganzes zusammen gehört. Dies zusammengenommen brachte das größte Potential an Vorberei­tung mit sich, das ich mir nur vorstellen konnte. Schöne Erinnerungen gibt es so viele – der erste Gedanke, der mir in den Kopf schießt: Die Zusammenarbeit mit Henriette Confurius als Anna von Striesow war für mich von der ersten Castingbegegnung an überwältigend. Ich hätte mir keine tollere Partnerin vorstellen können. Dies ging vom Zusammenspiel über das menschliche Miteinander bis hin zum täglichen Jogging an der Moldau in Prag. Das werde ich sehr vermissen.”

Fotos: Zorro Film, RTL / Nik Konietzny, ZDF und Dusan Martincek, Lukás Zentel, WENN.com/Hoffmann