Sonntag, 04. Januar 2015, 20:01 Uhr

Michael Stipe wird heute 55 Jahre jung

Er will wieder singen: Michael Stipe hat Ende 2014 im US-Fernsehen angekündigt, dass es ihn zurück ans Mikrofon treibt. Das berichtet der ‘Rolling Stone’ online. Konkret festgelegt habe sich der ehemalige R.E.M.-Frontmann allerdings nicht, heißt es. Heute wird er 55.

Stipe war im Dezember zu Besuch in ‘This Morning’ beim CBS-Talkshow-Gastgeber Anthony Mason, um das Publikum auf die just erschienene DVD-Box ‘REMTV’ aufmerksam zu machen. Verteilt auf sechs Discs zeigt die Retrospektive jede Menge Videoaufnahmen der legendären Rockband aus den Südstaaten von ihren Anfängen zu Beginn der 80er Jahre bis zu ihrer Auflösung im Jahr 2011.

Auch wenn es keine Trennung im Streit gewesen sei, an eine Reunion mit seinen ehemaligen Kollegen sei nicht zu denken, zitiert das amerikanische Musikmagazin den Künstler. “Das wird niemals passieren. Es gibt keinen Grund.” Am 29. Dezember 2014 trat er jedenfalls vor einem verblüfften Publikum in der New Yorker Webster Hall auf. Und zwar als Support für Punk-Legende Patti Smith.

Geboren am 4. Januar 1960 in Georgia, lernte John Michael Stipe zwei Jahrzehnte später, als er an der Universität von Georgia Malerei und Fotografie studierte, Mike Mills (Bass), Peter Buck (Gitarre) und Bill Berry (Drums) kennen. Zu viert gründeten sie ihre Gruppe zunächst unter anderem Namen und debütierten dann 1981 als R.E.M mit der Single «Radio Free Europe», die ein Indie-Label veröffentlichte. Das war der Auftakt einer großen gemeinsamen Superstar-Karriere, die Anfang der 90er Jahre in den Alben ‘Out Of Time’ (mit ihrem Riesenhit ‘Losing My Religion’) und ‘Automatic For The People’ gipfelte. Top-Positionen in den internationalen Charts und immer wieder Awards wie mehrere Grammys gehörten dazu.

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In dieser Zeit, genauer: im Jahr 1994, ging Stipe mit einem in jenen Tagen noch seltenen Bekenntnis an die Öffentlichkeit. «Ich sagte einfach, dass ich während meines ganzen Erwachsenenlebens Sex mit Männern und Frauen hatte», erinnerte er sich 2014 in der britischen Zeitung ‘The Guardian’. Daraus kein Geheimnis mehr zu machen, sei für ihn damals eine große Erleichterung gewesen. Inzwischen habe sich viel zum Positiven geändert, und er sei zu «einem besseren und einfacheren Menschen» geworden. Sein ‘Queer’-Outing habe ihm nicht zuletzt geholfen, die Klarheit seiner Stimme zu entwickeln. “Ich bin glücklich, das mit der Welt geteilt zu haben”, schrieb er im ‘Guardian’. (dpa)

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