Donnerstag, 05. März 2015, 16:55 Uhr

Filmkritik "Still Alice" mit Julianne Moore

Mit einer herausragenden Leistung, die man so schnell nicht vergessen wird, beweist Julianne Moore in ‘Still Alice’ einmal mehr ihre Ausnahmestellung unter den Schauspielerinnen ihrer Generation.

Als erfolgreiche Karrierefrau und Mutter, der langsam das eigene Leben entgleitet, beeindruckt die bislang vierfach Oscar-nominierte Golden Globe-Gewinnerin in der Titelrolle mit feinsinniger Subtilität und emotionaler Wucht gleichermaßen. Unterstützt wird Moore von BAFTA-Gewinnerin Kristen Stewart, die hier ihre bislang anspruchsvollste Rolle spielt. Golden Globe-Gewinner Alec Baldwin, Kate Bosworth und Hunter Parrish (‘Wenn Liebe so einfach wäre’) runden das hochkarätige Ensemble ab.

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Inszeniert wurde ‘Still Alice’, der seine Weltpremiere beim Filmfestival in Toronto feierte, von Richard Glatzer und Wash Westmoreland, die mit „Quinceañera“ das Sundance Filmfestival und den Independent Spirit Award gewannen.

Unsere Filmkritikerin Katrin sagt dazu: Das Drama ist ein sehr konventioneller Film über eine sehr fiese Krankheit. Keine Frage, Julianne Moore ist eine Ausnahmeerscheinung. Dass sie für die Darstellung der Alice den Oscar bekommen hat, hat sich ja herumgesprochen. Dass sie längst überfällig für diesen Preis war, ist auch allgemein bekannt, wahrscheinlich war es letztendlich auch egal, für welchen Film.

Alice Howland hat alles: eine tollen Job, den mustergültigen Ehemann John Howland (Alec Baldwin), drei Kinder – alle längst aus dem Haus – mit den üblichen Entwicklungen in eigene Familien. Wie der Lauf der Dinge eben so ist. Das schwarze Schaf der Familie – und zugleich die Achillesferse – ist Tochter Lydia Howland (Kristen Stewart).

Alice ist eine taffe Frau und sie ist auch klug genug um zu erkennen, dass sie sich verändert. Sie vergisst Dinge, Gedanken, Orte und Erinnerungen. Sie verwechselt Sachen, Termine usw. Was tut frau dann als beunruhigter Mensch: sie geht zum Arzt. Von da an geht es bergab mit ihr. ‘Still Alice’ erzählt aus der Sicht der betroffenen Alice, wie die Krankheit voranschreitet bis Alice als Person und Charakter fast komplett in der Krankheit verschwunden ist.

Bitte unbedingt Taschentücher einstecken, am besten gleich die Anstaltspackungsgröße! (KW)

Fotos: Polyband