Donnerstag, 05. März 2015, 20:12 Uhr

Karl Lagerfeld: Der hier hält ihm die Selfie-Nervensägen vom Leib

Karl Lagerfeld ist bekanntlich einer der bekanntesten Modeschöpfer unserer Zeit, seit 50 Jahren ist er der Kreativdirektor des italienischen Modeunternehmens ‘Fendi’ und seit 30 Jahren sitzt seine Durchlaucht auch in den vordersten Reihen von ‘Chanel’. Und sogar seine Katze Choupette,ist schon eine Weltberühmtheit. Aber so wie jeder große Diva hat auch er so seine kleinen Marotten.

In einem Interview mit der ‘New York Times’ anlässlich seines runden Betriebsjubiläums bei der italienschen Marke blieb der Modezar mal wieder herrlich exzentrisch. Der 81-jährige Designer kann es zum Beispiel gar nicht leiden, wenn man über die Vergangenheit redet. “Das ist eine der Dummheiten unserer Zeit, zurückzuschauen. Vergesst es. Fashion ist heute und morgen. Wer denkt da schon an die Vergangenheit?” Dabei würde man doch denken, dass man sich im höheren Alter gerne mal an die Erfolge seines Lebens zurückdenkt, doch eben nicht mit Karl, dem Großen. “Nein nein niemals. In Deutschland machen sie zu allem was ich gemacht habe gleich eine große Ausstellung. Ich gehe da nicht mal hin. Es interessiert mich nicht.”

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In seinem fortgeschrittenen Alter ist es natürlich schwierig immer ‘up to Date’ zu bleiben. Und dieser ganze neumodische Kram scheint Monsieur Lagerfeld ganz schön auf den Keks zu gehen. Die sogenannten ‘Selfies’ sind angeblich so gar nicht sein Ding. “Ich mache keine Selfies. Aber andere Leute tun das, und dann wollen sie immer welche mit mir machen. Nein, nein, nein. Ein Glück gibt es Sébastien, meinen Assistent, er ist dann fies zu den Leuten auf der Straße, fies und unhöflich. Ich bin ein netter Mensch.”

Eine der Hauptaufgaben des todschicken Sébastien Jondeau ist es, die Smartphones schwingenden Massen beiseite zu drängen. Teilweise geht der deutsche Designer nicht mal vor die Tür, weil da sowieso nur Fans rumstehen, die Fotos wollen. “Wir leben in einer Welt aus Selfies”.

Seinen großen Ruhm scheint Lagerfeld auch nicht wirklich zu genießen. Er erzählte u.a. auch, dass es doch schön wäre, wenn seine Katze ‘Choupette’ berühmter wäre als er, “dann könnte ich immer hinter ihr verschwinden”.

Und auch die Meinung anderer interessiert ihn herzlich wenig: “Es gibt wirklich nicht viele Leute, deren Meinung mir irgendwas bedeutet. Gerade mit Männern unterhalte ich mich gar nicht über Mode! Deren Meinung interessiert mich einfach nicht die Bohne.” Der Modemacher stellte klar: “Ich bin ein Designer, ich mache Fotos, ich mache Bücher, ich veröffentliche Dinge, aber ich nenne mich nicht einen ‘Künstler’. Ich hasse das. Es ist so wichtigtuerisch, das zu tun.” Dennoch freut er sich darüber, wenn andere ihn so nennen: “Wenn andere Menschen mich einen Künstler nennen, dann ist das sehr schmeichelhaft. Aber wenn du dich selbst so bezeichnest, dann verlern das lieber mal schnell wieder.”

Seit einem halben Jahr hat der Modezar übrigens seine eigene Zeitung. ‘The Karl Daily’ ist jedoch eher Werbung als Journalismus. Die zweite Ausgabe soll Ende dieses Monats veröffentlicht werden. (IS)

Fotos: WENN.com